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Respektvoller Umgang mit Lebensmitteln
Jede Mahlzeit ist ein Geschenk
Inspirierendes Wissen
Wie oft essen wir eher unbewusst und nehmen eine Mahlzeit zu uns, ohne wirklich präsent zu sein? Dabei kann die Zeit, die wir mit Essen verbringen, so wunderbare und kostbar sein. Essen ist eben mehr als die pure Nahrungsaufnahme. Unsere Nahrung ist ein Geschenk. Thich Nhat Hanh, der vietnamesische Mönch, hat über das Essen fünf Betrachtungen geschrieben, in denen er erläutert, wie wertvoll uns unsere Nahrung sein sollte. Unter anderem spricht er davon, wie sehr wir das Essen und unsere Haltung dazu achten dürfen.
Die Erde, der Himmel und andere Lebewesen machen uns dieses Geschenk und viel Liebe und Mühe steckt in dem, was wir essen. Genau deshalb sollten wir achtsam und vor allem auch dankbar essen, um uns dieses Geschenks als würdig zu erweisen. Unsere Dankbarkeit unserer Nahrung gegenüber können wir auch ausdrücken, indem wir maßvoll essen. Gleichzeitig dürfen wir uns mit unseren Ernährungsgewohnheiten daran orientieren, dass wir das Leiden der Lebewesen verringern und uns darum bemühen mit unserem Essverhalten den Planeten auch für die Generationen nach uns zu bewahren.
Das Tischgebet
Ob wir allein oder in Gemeinschaft von Familie oder Freunden essen: immer können wir dabei eine Grundhaltung der Dankbarkeit annehmen. Vielleicht nehmen wir uns vor dem Essen einen Moment Zeit, um Danke dafür zu sagen, dass wir eine Mahlzeit zu uns nehmen können. Für viele Menschen auf unserem Planeten ist das nicht selbstverständlich.
In Form von einem (Tisch)Gebet brachten bereits unsere Vorfahren über lange Zeiten ein Symbol der Dankbarkeit dar. Man dankte dem Schöpfer dafür, dass man genug zu essen hatte und nicht hungrig einschlafen musste.
Noch vor wenigen Jahrzehnten kam in vielen Familien ein Teil der Nahrung direkt aus dem Garten und die Menschen wussten, wie viel Zeit und Arbeit in jeder Pflanze steckte. Man war dankbar für eine gute Ernte, denn man wusste, wie schnell ein Sturm oder zu viel oder zu wenig Regen die Erträge aus Feldern und Gärten zerstören konnte.
Auch nachdem wir gegessen haben, dürfen wir dankbar sein, für das Glück satt sein zu können. Unsere Lebensmittel sind wortwörtlich dafür da, uns am Leben zu erhalten. Wir nehmen Leben durch sie in uns auf. Sie schenken uns die Kraft für all das, was wir in unserem Leben erschaffen wollen.
Tischgebet:
Wir sagen Dank für diese Gaben.
Dank, dass wir zu essen haben.
Dank für Regen, Sonnenschein,
durch die Leben kann gedeihen.
Dank fürs Ernteglück vom Feld.
Dank für diese schöne Welt.
Mit Genuss wollen wir essen
und die Freude nicht vergessen.
Auszug aus dem Maas Magazin No. 22 DANKBARKEIT von Christine Sinnwell-Backes