Catharina Rolandgepostet am: 16 mars 2023

RICHTIG KOMPOSTIEREN – REICHHALTIGEN HUMUS GEWINNEN

Praktische Anleitung und ein Gespräch mit Franz Rösl von der IG Gesunder Boden

Do it yourself

Als "Humus" wird der organische, lebendige Teil des Bodens bezeichnet. Ein gesunder, nährstoffreicher Humus ist die Basis für ein gesundes Leben auf der Erde, denn er sorgt für gesunde Pflanzen und damit auch für gesunde Tiere und für gesunde Menschen. Und ein gesunder gut strukturierter Humus ist auch elementar wichtig für einen gesunden Wasserkreislauf, ein ausgeglichenes Mikroklima. Er sorgt dafür, dass auch bei Starkregen das Wasser vom Boden aufgesaugt wird und beugt so Überschwemmungen vor. Wenn Du in Deinem Garten, auf Deinen Feldern für gesunden Humus und Artenvielfalt im Boden und in der Bepflanzung sorgst, dann werden auch Deine LEBENSmittel wieder viele Nährstoffe enthalten und Dein Immunsystem, Deine Vitalität und Deine Gedanken und Gefühle positiv unterstützen.

Und das gelingt ganz leicht, wenn Du beginnst, zu kompostieren.

Einen Kompost anzulegen und damit Humus aufzubauen, ist eine so wervolle und erfreuliche Tätigkeit. Für mich ist der Moment, wenn ich einen Kompost abbaue und meine Hand in die schwarze und duftende Komposterde tauche jedes Mal sehr besonders. Ich kann es dann kaum erwarten, dem Mutterboden unseres Bauerngartens oder unserer Beete diese intensiv nährende Bodennahrung anzubieten.

Wenn Du einen Kompost anlegst, kannst Du auch Geld sparen. Deine organischen Lebensmittelreste, Deine Blumensträuße, Dein Grasschnitt, Pflanzen, Blätter, Strauchschnitt und dünne Äste werden so zu wertvollen Dünger.

Franz Rösl beschäftigt sich schon seit 25 Jahren mit Bodengesundheit, Humus- und Kompostqualität. Er ist Begründer und Vorstand der IG gesunder Boden e.V und betreibt in Liemehna und Regensburg Kompostwerke. Ich habe mit ihm ein Gespräch über Kompostierung geführt, in dem er viele wichtige, informative und inspirierende Aspekte der Kompostierung beleuchtet:
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Schaue Dir gerne auch den Vortrag von Franz Rösl bei der IG gesunder Boden e.V, zum Thema Kompost an:

GESUNDE, FRUCHTBARE BÖDEN DURCH GESUNDE KOMPOSTIERUNG

In dem Vortrag erklärt Franz Rösl die Entstehung von gesundem, fruchtbarem Boden als lebendigem Organismus anhand von Kompostierung. Anschaulich und verständlich vermittelt er wertvolles Wissen zu den Themen:

  • Mikrobiom von Kompost und Boden, 
  • der Effizienz von Nährstoffen, 
  • der Humusqualität als Symbiose-Produkt aus der Pflanze (Pflanzenwurzeln und ihren Ausscheidungen), den Bodenmikroben und dem Boden als lebendigem Organismus selbst.
Ferner wird auch der Faktor Störstoffe im Kompost kritisch betrachtet und abschließend aufgezeigt, was wir Menschen aktiv und effektiv für einen gesunden Boden / gesunden Kompost tun können. Es darf uns alle mit Freude und Dankbarkeit erfüllen, dass wir selbst Komposte herstellen können, die die Bodengesundungs-Prozesse befördern.

Um Dein Kompostabenteuer mit einem guten Verständnis zu starten, lerne hier, was für faszinierende Vorgänge sich in Deinem Komposthaufen abspielen:

WIE PASSIERT BEIM KOMPOSTIEREN?

Beim Kompostieren oder Fermentieren werden organische Materialien von Milliarden von Mikroorganismen, Enzymen und Kompostwürmern unter idealen Umständen in fruchtbarem Humus umgewandelt.

Beim Kompostieren geht es vor allem darum,
ein IDEALES MILIEUfür diese Mitarbeiter zu organisieren.
Die Mikroorganismen werden nach der Kompostierung
idealerweise Symbiosepartner für die Pflanzen
und können zum Beispiel das Wasser reinigen.
Die Mikroorganismen können Substanzen produzieren,
die die Pflanze vital hält und auch für uns Menschen
ein präventiven Gesundheitsschutz bedeutet.
(Franz Rösl)

Üblicherweise verläuft die Kompostierung in 3 Phasen. Ich beschreibe hier einmal, was in einem Kompostwerk oder bei Dir zu Hause im Komposthaufen passiert, wenn der ganze Haufen auf einmal angesetzt wird.
Wie das Dir im Garten aussieht, wenn Du Deinen Kompost im Laufe von Wochen und schichtweise anlegst, schauen wir uns gleich danach an.

PHASE 1: Vorrotte, Abbau- oder Heißrottephase

Zu Beginn der Kompostierung sind eine Vielzahl an Mikroorganismen - zum Beispiel Bakterien - hoch aktiv. Diese ernähren sich vorerst von leicht abbaubaren Eiweißen und Zuckern und vermehren sich sehr stark.

Wenn Du das zu kompostierende Material gut zerkleinert hast, finden diese Mikroorganismen mehr Angriffsflächen und dies beschleunigt den Abbau.

Die Temperatur im Kompost:
Die Wärme, die in dieser ersten Kompostphase entsteht, kommt von der Energie, die durch die Zersetzung, etwa von Kohlenhydrat-Molekülen entsteht.

In der ersten Woche steigen die Temperaturen bis zu 70° an.


Bei diesen hohen Temperaturen werden übrigens auch Wildkrautsamen und Keime deaktiviert.


Die Zusammensetzung des Haufens bestimmt von vornherein wie heiss der Haufen werden wird.


Blattgrün und frische Organik oder frischer Mist sorgt für viel Hitze.
Tonmineralien, wie zum Beispiel Leonhardit-Ton sorgt dafür, dass die Temperatur nicht so stark ansteigt.

Falls man einen Pilzbetonten Kompost anlegen will, muss man beachten, dass Pilze nicht über 42° Wärme vertragen.

Sehr nützliches Fachwissen zum Kohlenstoff (C) - Stickstoff (N) - Verhältnis:
Gesunder Boden hat auf der ganzen Erde ein C.N Verhältnis von 10:1. Das ideale C:N Verhältnis in Deinem Kompost ist also auch 10:1. Also 10 Teile Kohlenstoff zu einem Teil Stickstoff. Ist der Stickstoff-Anteil zu hoch, vollzieht sich die Rotte zu schnell. Der Stickstoff wird gasförmig und ist dann nicht mehr für den Boden oder die Pflanzen verfügbar. Daher sollten Stickstoffarme und Stickstoffreiche organische Stoffe gut miteinander gemischt werden.

Wenn die Kompostmiete Bodenkontakt hat, kommen jetzt schon die Kompost- oder Mistwürmer, die helfen, das Material zu zersetzen.
Sie halten sich vorab in den Bereichen auf, in denen die Temperatur nicht zu heiss ist und das Milieu passt.

Am Ende dieser ersten Phase der Heißrotte, nach 3-6 Monaten - je nach Wetter und Jahreszeit - hat man "hygienisierten Frisch- oder Rohkompost", der als Mulch oder organischer Langzeitdünger auf Beete oder Felder aufgebracht werden kann.

PHASE 2: Umbauphase oder Hauptrotte

Etwa ab der zwöften Woche sink die Temperatur in Deinem Kompost wieder auf etwa 40° ab. Wenn die Kompostmiete in Ruhe arbeiten darf, die Pilzmyzele also nicht zerstört wurden, wird das Lignin jetzt von Pilzen abgebaut, Humusstoffe werden aufgebaut. Der pH-Wert pendelt sich bei etwa pH 7.0 ein.

PHASE 3: Nachrotte

Nach der Hauptrotte hat Dein Kompost Temperaturen von unter 40° oder sogar unter 20°.
Stoffe, die während der Hauptrotte entstanden sind, werden zu großen Biomolekülen, zu Huminsäuren verknüpft, die dem Kompost seine besonderen Eigenschaften verleihen. Bis jetzt hat die Kompostierung normalerweise mindestens fünf Monate gedauert.

Sobald die Kompostwürmer die Miete verlassen ist dies übrigens ein Zeichen, dass der Kompost fertig ist.
Dieser Kompost wird "Fertigkompost" genannt. So genügend Tonmineralien zugefügt wurden, sind die Humus-Moleküle jetzt sehr stabil. Dies ist günstig für zahlreiche Bodeneigenschaften, wie Wasseraufnahme- und haltefähigkeit, Wasserbeständigkeit des Bodenkrümels, Nährstoffspeicherfähigkeit.

Der Fertigkompost muss sich nach dem Aufbringen auf den Boden in die Bodenmatrix integrieren. So kann er die Vitalität des Bodens verbessern. Wichtig ist zu verstehen, dass nicht alles automatisch vom Boden aufgenommen wird. Wir dürfen den Boden als Organismus betrachten. Hierbei ist die Aktivität des Bodenlebens inklusive der Mikroorganismen von entscheidender Bedeutung, da diese dafür sorgen, das Organik, wie zum Beispiel der Kompost in die Bodenmatrix integriert wird.

Hast Du zwei oder drei Jahre Geduld, wirst Du mit einem noch vielfältigerem "Reifekompost" belohnt. Du kannst diesen Kompost dann bepflanzen und er wird sich durch die humusbildenden Wurzeln noch weiter verbessern.

Der Unterschied zwischen eine Kompostierung im Kompostwerk und in Deinem Garten

Du hast jetzt gelesen, wie eine heisse Kompostierung abläuft, bei der alle die ganze Kompostmiete in einem aufgesetzt wird.

In Deinem Garten wirst Du Deinen Kompost aber vielleicht nach und nach schichtweise aufsetzen. In diesem Fall kommt es nicht zu einer heißen, sondern einer kalten Rotte. Denn in der frischen obersten Schichte entwickelt sich durch die neuen Zersetzungsprozesse die meiste Wärme. Da diese Schichte aber nicht isoliert ist, verliert sich die Wärme an die Umgebung. Es findet also keine "Hygienisierung" statt und auch die Samen überleben die Rotte. Also solltest Du im Garten darauf achten, dass keine Krankheitserreger oder unerwünschte Samen in den Kompost gelangen. Diese würdest Du sonst später mit dem Kompost in Deinen Beeten verteilen.

Im Gegensatz zu den meisten Kompostierwerken wandern im Garten während des Rotteprozesses viele Würmer, Insekten, Spinnentiere und Asseln in den Kompost ein. Ihre Ausscheidungen und ihr Wühlen verbessern die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Kompostes. Sie vermischen mineralische und organische Bestandteile und tragen so zum Aufbau von stabilen Humusformen im Gartenkompost bei.

WIE KANN DEINE KOMPOSTMIETE AUSSEHEN UND WO SOLL SIE STEHEN?

DER RICHTIGE STANDORT

Lege Deinen Kompost auf einem gesunden, naturbelassenen flachen Gartenboden an. Dort kann das Wasser versickern und die wichtigen Mitarbeiter, die Mikroben, Kompostwürmer und Käfer können ungestört ein- und abwandern. Um es allen beteiligten Wesen noch leichter zu machen, kannst Du den Boden zuvor achtsam aufbrechen.

Ideal ist ein windgeschützer Platz im Schatten oder Halbschatten, der auch vor Dauerregen geschützt ist, denn Deine Kompostmiete soll weder zu feucht werden noch austrocknen.

DIE RICHTIGE GRÖSSE UND FORM

Die einfachste Form ist eine Kompostmiete, also ein großer Haufen. Du kannst natürlich auch Komposter aus Holz kaufen oder sie selbst bauen. Du findest im Netz viele Bauanleitungen dazu - zum Beispiel auch aus alten Paletten oder anderen Holzresten. Siehe dazu auch das Video ganz unten in der Lösung. Die Umbauung sollte ausreichend Schlitze oder Luftlöcher haben, damit genügend Sauerstoff an den Kompost kommen kann. Diese Komposter haben keinen Boden, damit ein reger Austausch mit dem lebendigen Untergrund stattfinden kann.

Idealerweise legst Du den Platz so an, dass Du immer eine Kompostmiete hast, die aktiv kompostiert. Und eine Zweite, die Du gerade aufbaust.

Um eine gute Belüftung zu ermöglichen, sollte die Kompostmiete nicht breiter sein als 1,8 m und nicht höher als 1,2m. Die Länge ist beliebig.

Tatjana hat mit Gabriele Fröhlich ein Interview zum Thema Feng-Shui im Garten geführt. Darin sprechen sie auch darüber, dass der Kompost in der "Reichtumsecke" des Gartens aufgebaut werden sollte. Schau Dir dieses spannende Gespräch gerne in der Lösung zu FENG-SHUI IN DEINEM GARTEN an.
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Wir haben schon über das ideale Verhältnis von Kohlenstoff und Stickstoff gesprochen. C:N = 10:1. In der Liste unten kannst Du sehen, welche Materialien mehr Kohlenstoff und welche mehr Stickstoff enthalten:
Das ist aber nicht nach Menge umsetzbar, denn Baum- und Strauchschnitt hat zum Beispiel ein C:N - Verhältnis von 150:1, Sägemehl von 200:1 - 500:1, Papier oder Pappe 350:1 - 1000:1, Pflanzenreste haben zwischen 7:1 und 15:1, Junges Gras zwischen 10:1 und 15:1, Mais bei 55:1, Getreide zwischen 60:1 und 100:1. Stresse Dich nicht mit diesen Zahlen, sondern spiele Dich damit, wenn es Dir Freude bereitet. Ansonsten lasse Dich von Deinem Bauchgefühl und den Erfahrungen, die Du sammeln wirst, leiten.

Jetzt schauen wir uns an, was Du alles kompostieren kannst:

WAS DARF IN DEINEN KOMPOST

Stickstoffreiche Materialien sind:

🥗 Obst- und Gemüsereste ohne Aufkleber
🥗 Essensreste (außer Fleisch und Wurst, denn dies kann Ratten und andere Tiere anziehen)
🥗 Kaffeesatz
🥗 Teebeutel und Kaffeefilter
🥗 Grasschnitt
🥗 Pflanzenschnitt (bei der "kalten Rotte" ohne Samenstände)
🥗 Blätter
🥗 Blumen
🥗 Stroh
🥗 Kuhfladen von gesunden Kühen, die keine Pharmaka bekommen haben
🥗 Mist von gesunden Hühnern oder Pferden, Schafen, Ziegen, die keine Pharmaka bekommen haben

Kohlenstoffreiche Materialien sind:

🌳 Kleine Zweige, harter Gehölzschnitt
🌳 Unbehandelte Holzspäne, Holzhäcksel
🌳 Alte Erde aus Blumentöpfen, die wieder belebt werden soll
🌳 Stroh
🌳 Unbehandeltes Papier und Karton in kleinen Mengen

Tonhaltiges

🥚 Zerbröselte Eierschalen von gekochten Eiern
🥚 Tonpulver
🥚 In der Regel besteht Katzenstreu aus Tonmineralien und kann daher gerne verwendet werden, wenn heiss kompostiert wird (siehe unten)
🥚 Gesteinsmehl
🥚 Leonardit-Ton

Ton ist essenziell für die Bildung von Ton-Humuskomplexen bzw. der Bildung von Dauerhumus!

Es ist gut zu wissen, dass ein gesundes Mikrobiom - also zum Beispiel auch das Mikrobiom in Deinem Darm 1 Milliarde Arten hat. Daher wirst Du bei deinem Kompost, der ja später die Pflanzen, die Du essen wirst, ernähren wird, auch dafür sorgen, dass die Vielfalt an Mikroben sehr hoch ist. Wie erreichst Du das?
Wenn Du andere Komposterden beimischst, dann bringst Du viele weitere Mikroorganismen-Familien mit ins Spiel. Und jede Mikroorganismenfamilie hat bestimmte Eigenschaften, die Deinen Kompost "kompetenter" machen.
Auch sehr gut ist die Idee, immer wieder eine Hand voll gesunder Erden von Deinen Spaziergängen oder Reisen mitzubringen und auch diese unter den Kompost zu mischen. So holst Du Dir die besten Mitarbeiter aus allen möglichen Ökosystemen.
Mische gerne auch immer wieder abgeschnittene Haare, Fingernägel aus Deinem Mikroben- und Energiesystem in den Kompost. Der Kompost "lernt" und verstärkt dann auch spezifisch für Dich heilsame Mikroben.
In einem Kompostseminar mit Stephan Lehmann habe ich auch gelernt, dass es bei Heißrotten möglich ist, dem Kompost Teile von kranken Tieren oder eigenes Sputum zuzufügen, um ihn anzuregen, nach der Rotte heilsam zu wirken.

WAS DARF NICHT IN DEINEN KOMPOST

🚫 Fleisch und Wurst
🚫 kranke Pflanzen(reste) und Pflanzen mit Schädlingsbefall sollten nur in Deinen Kompost, wenn über 55° über mindestens 3 Wochen heiß kompostierst
🚫 Bedrucktes oder foliertes Papier
🚫 Behandelte Holzreste
🚫 Asche ist nicht ideal, weil bei jedem Verbrennungsprozess u.a. Furane, Dioxine und PAKs (Polyaromatische Kohlenwasserstoffe) entstehen

ZUGABE VON LEONARDIT ZU DEINEM KOMPOST
(von Ann-Kristin Schwablowsky)

Du kannst 5 bis 10 Prozent (des Kompostvolumens) an Leonardit zu deinem Kompost mischen und auf diese Weise die Kompostierungsarbeit und die Wiederaufbereitung des Erdbodens fördern.

Leonardit ist ein Vital- und Reparaturstoff und außerdem ein Nährstoffspeicher voller Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Die Ur-Erde besitzt einen hohen Anteil an Huminsäuren (bis zu 70 %), Fulvosäuren und aktivierte Tonmineralien. Leonardit dient dem Boden als Speicher-Erde, von welcher der lebendige Organismus Boden immer nur so viel entnimmt, wie er benötigt.

Huminstoffe sind Vital- und Reparaturstoffe, welche die Nährstoffe in pflanzenverfügbarer Form speichern. Sie unterstützen die Bildung von Ton-Humus-Komplexen, fördern die Wurzelbildung, steigern die Wasser-Speicherung des Bodens, stärken dessen Mikrobiologie und Humusaufbau, entgiften und revitalisieren den Erdboden und versorgen die Pflanzen mit Huminstoffen.

Huminstoffe sind hochmolekulare organische Substanzen des Bodens, die bei der Humifizierung organischen Materials entstehen. Huminstoffe lassen sich in ihrer Löslichkeit in Huminsäuren, Fulvosäuren und Humine einteilen. Huminstoffe können sowohl im menschlichen und tierischen Körper als auch im Erdboden Schwermetalle bzw. Pestizide binden. Außerdem absorbieren sie Viren und hemmen Infektionen und deren Replikation.

Leonardit wirkt wie ein Dauer-Humus, welcher dem Erdboden mit seiner Mineralienvielfalt über viele Jahrzehnte zur Verfügung steht. Die Ur-Erde verbessert die Bodenfruchtbarkeit, den Wasserspeicher des Bodens, den Nährstoffhaushalt sowie die Bildung von Ton-Humus-Komplexen. Leonardit fördert den Humusaufbau im Boden, sorgt für gesunde Wurzeln, gesunde Pflanzen und ein gesundes Leben von Mutter Erde, Mensch und Tier.

Außerdem sollst du wissen, dass ein gesunder Kompostierungskreislauf auch den Kohlenstoff im Boden anreichert. Dadurch dass der Kohlenstoff im Boden bleibt, erhöht sich der Humusgehalt (Humus besteht zu 58 Prozent aus Kohlenstoff) und die Nährstoffe können pflanzenverfügbar in die Humusaggregate eingebunden werden. Wenn du Leonardit zu deinem Kompost hinzugibst, kannst du das Bodenleben und die Regeneration des Bodens mitgestalten. Leonardit erhält und vermehrt die Nährstoffe, die Spurenelemente und die Mikroorganismen im Erdboden – der Boden beginnt wieder wie lebendige Erde und nach Leben zu riechen.

Leonardit ist ein Geschenk der Mutter Erde, welches wir nun bewusst dort einsetzen können, wo es gebraucht wird – im Erdboden und bei Menschen, Tieren und Pflanzen (weitere Informationen findest du auch in der Lösung Leonardit - Die Verbindung zur Mutter Erde in dir).

DEINE KOMPOSTMIETE ANLEGEN

Jetzt ist es soweit. Der Platz im Halbschatten ist vorbereitet, Dein Komposter steht, so Du einen verwenden willst.
Wenn Du die folgenden Schichten achtsam anlegst, kannst Du Deinen Kompost danach in Ruhe arbeiten lassen.
Nach der Beschreibung der idealen Schichten erkläre ich Dir, was Du tun kannst, wenn der Prozess nicht so ideal läuft.

Bei allem, wie Du den Kompost jetzt anlegst und schichtest, geht es darum, die Arbeit der Mikroorganismen und Kompostwürmer maximal zu unterstützen. Überall in Deinem Kompost sollte die Sauerstoffzufuhr gesichert sein, denn die beteiligten Mikroben sind aerob, dass heisst sie brauchen Sauerstoff.
Es darf keine Staunässe entstehen, denn dabei werden anaerobe Mikroorganismen gefördert und es entstehen übel riechende Methan oder Schwefelverbindungen, es entsteht Fäulnis und Fäulnis willst Du nirgends in Deinem Leben haben.
Der Haufen sollte auch nicht austrocknen.

Streue ganz unten Sägespäne, Rindenmulch oder Holzhäcksel ein.
Darüber kommt eine Schicht strukuturstabiles Material, wie zum Beispiel Astschnitt, fester, trockener Staudenschnitt oder Laub, damit hier viel Sauerstoff zirkulieren kann.
Darüber kommt eine Schicht weiches und grünes Material aus Küche und Garten.
Nun kannst Du etwas andere Komposterde oder Humus aus anderen Regionen darüber streuen.
Wenn Du sehr viel Grünes oder auch Hühnermist, Pferdemist oder Kuhmist als Schicht einbringen willst, dann beachte, dass dies die Rotte beschleunigt.
Zwischen die Schichten sollten idealerweise Tonmineralien. aufgetragen werden.
Zum Schluß decke Deine offene Kompostmiete mit einer dicken Schicht Stroh, Laub, Erde oder rankenden Pflanzen ab.

Jetzt deckst Du den Kompst ab, da die an der Rotte beteiligten Bakterien und Pilze eine ausreichend feuchte Umgebung brauchen. In besonders heißen und trockenen Perioden solltest Du Deinen Kompost sogar wässern.

Wenn Du Deinen Kompost eher nachlässig entstehen lässt, ist es wichtig, dass Du ihn zumindest einmal im Jahr "umsetzt" - das heisst gut durchmischst. Wenn Du bemerkst, dass die Rotte nicht voran geht oder dass es trockene Stellen oder zu feuchte Stellen oder gar Fäulnis gibt, setzt Du auch um, und entfernst Stellen, die Fäulnis aufweisen und befeuchtest trockene Stellen.
Das Umsetzen des Kompostmaterials wird durch den Sauerstoffeintrag und das Durchmischen des Materials die Lebensbedingungen der ungesehen arbeitenden Mikroorganismen verbessern.

Auch der Kompost in Deinem Garten durchläuft verschiedene Stadien. Der Frischkompost ist nach etwa vier- bis acht Wochen gebrauchsfertig. Fertigkompost nach sechs Monaten. Wenn Du Deinen Kompost länger stehen lässt, werden die neuen Humusverbindungen abbauresistenter und wirken stärker als dauerhafte Bodenverbesserer. Je länger der Kompost steht und von je mehr Pflanzenwurzelsäften er weiter aufgebaut wird, desto vielfältiger wird auch sein Mikrobiom, er wird immer "kompetenter".
Grundsätzlich gilt: Je nährstoffreicher das Ausgangsmaterial war, umso schneller läuft die Kompostierung ab und umso geringer ist die Ausbeute an stabilem „Dauerhumus“.

Wann ist Dein Kompost ein Humus geworden?
Am besten vertraust Du auf das, was Du sehen, riechen und fühlen können: Wenn sich Dein Kompost in wohlriechendes, duftendes, mürbes Material verwandelt hat, das an Waldboden erinnert und dem man seinen Ursprung kaum noch ansieht .

Falls Deine Komposterde noch festes Material enthält, kannst Du sie mit einem Kompostsieb aussieben.

🌿

Mit der Kompostierung leistest Du einen wichtigen Beitrag
zur Renaturierung der Erde.
Du trittst in aktive Beziehung zum lebendigen Boden
und bist ein wichtiger Teil dieses wundervollen Wandlungsprozesses.
Danke!

🌿

WIEVIEL KG KOMPOST PRO QUADRATMETER FÜR WELCHE PFLANZEN?

Auf der Seite www.löwenzahn.at empfiehlt die Biogarten-Expertin Andrea Heistinger folgene Mengen:

Kulturartkg Kompost pro m²
Schwachzehrer 1–2
Mittelzehrer 2–3
Starkzehrer 3–5
Obstbäume 2–3
Blumenbeete 1–2
Rasen 1–2

Zum Thema Kompostieren findest Du hier auch wertvolle Inspirationen.

Der "Gartencoach" hat ein schönes Video zum Thema Kompostieren produziert und zeigt Dir unter anderem auch, wie Du sehr günstig einen Komposter selber bauen kannst:
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Online-Quellen & weiterführende Links

www.ig-gesunder-boden.de

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