Living Earthgepostet am: 02 février 2024

Glücklich sterben

Das höchste Lebensziel

Inspirierendes Wissen

Auszüge aus dem Buch:

,,Euch zum Trost'' von Gabriele Jöhren

In all den Geschichten, die ich gehört habe, zeigt sich das Leben in seinen unterschiedlichsten Facetten. Jeder lebt seine Tage auf dieser Erde auf seine Weise und oft genug begleitet das Lied von Frank Sinatra den Abschied, wenn er singt: „I did it my way“ – „ich lebte auf meine Weise, ich lebte nach meinen Vorstellungen und auf meine Art“.

Dieses Lied steht sicher auch über meiner eigenen Geschichte und durch meine ständige Berührung mit der Endlichkeit des Lebens ist mir jeder Tag auf seine Weise kostbar geworden.

Besonders wichtig ist für mich dabei die Qualität der Zeit, was tue ich jeden Tag, mit welchen Menschen umgebe ich mich, fühle ich mich wohl in meinem Zuhause und mit den Menschen, die in meiner Familie um mich sind?

Es wird am Ende unseres Lebens nicht darum gehen, wie viele Jahre wir gelebt haben, sondern darum, was wir mit unserer Zeit angefangen haben.

Und viele ältere Menschen sagen, dass sie nicht bereuen, was sie gelebt haben, aber dass sie bedauern, vieles nicht gelebt zu haben, was sie sich früher einmal gewünscht hatten.

Darum geht es eben immer um den heutigen Tag, was habe ich für mein eigenes Glück getan? Und was habe ich für das Glück der anderen Menschen getan, die zu mir gehören?

Es ist bitter, wenn Menschen am Ende ihres Lebens erkennen: Eigentlich wollte ich ein ganz anderes Leben, eigentlich habe ich nie das gelebt, was ich mir vorgestellt hatte, eigentlich habe ich meine eigenen Träume nie zugelassen und das, was mein Herz wollte, habe ich tausendmal verraten. Für manche Menschen fühlt es sich sogar so an, dass sie sagen: Eigentlich habe ich nie wirklich gelebt....

Darum fragen Sie sich heute: Ist Ihr Leben so, dass Sie glücklich sind?

Ich habe schon sehr früh in meinem Leben erkannt: Wenn ich selbst unglücklich bin, dann kann ich auch meinen Partner und die anderen nicht glücklich machen.

Dann trennte ich mich von meinem ersten Partner, weil ich erkannt hatte, dass ich unglücklich mit ihm bin. Zu viele Gegensätze boten mir kein Fundament für ein gemeinsames, glückliches Leben. Es war mir zu anstrengend, immer gegen seine Introvertiertheit anzukämpfen, denn ich traf mich im Gegensatz zu ihm schon immer gern mit anderen Menschen.

Ich beschloss dann, dass ich nach einem Partner Ausschau halten würde, der in den wesentlichen Dingen ähnlich denkt und fühlt wie ich. Fünf Jahre nach der Trennung fand ich ihn und ich bin seit 25 Jahren mit ihm glücklich verbunden.

Das bedeutet nicht, dass wir in allen Dingen einer Meinung sind, aber dass wir wohlwollend mit einander umgehen und dass wir ständig im Gespräch sind, auch über die scheinbar kleinen, bedeutungslosen Alltagsdinge.

Das Leben ist am Ende eine Summe von Millionen Kleinigkeiten und eine Liebesbeziehung, eine Partnerschaft, eine Ehe lebt nicht von den einmal gesagten Worten des: „Ich liebe dich.“ Sie lebt von den Kleinigkeiten, von den Gesten der Zuneigung, von den Gesprächen und von den offenen Augen und Ohren für den anderen.

Jemand hat einmal gesagt: „Zu Lieben bedeutet: etwas Schönes für den anderen tun“ .Ich verstehe das so, dass es nicht einmalig, sondern immer wieder als Aufgabe und Ziel der Liebe gemeint ist.

Wenn Menschen über ihre Ehe sagen: „Ich liebe ihn oder sie noch genauso wie am ersten Tag!“ bekomme ich immer eine Gänsehaut. Was für ein Armutszeugnis. Wie kann eine Liebe in vielen gelebten Jahren nicht wachsen, mehr werden, tiefer gehen? Was läuft da schief, wenn man das erste Gefühl der Verliebtheit festhalten, ja herauf beschwören muss.

Für mich bedeutet die Liebe ein ständiges Wachsen und im Lauf der 25 Jahre mit meinem Mann ist die Liebe viel viel größer geworden. Auch die vielen gemeinsamen Stunden, die guten Erinnerungen haben dazu beigetragen, dass die Liebe gewachsen ist und dass er mir immer mehr bedeutet.

Wie schade, wenn Liebe nicht größer wird. Mein alter Freund Pater Matthias hat einmal gesagt: „Die Liebe von gestern genügt heute nicht mehr“ und damit umschreibt er die ständige Aufgabe, die die Liebe ist. Eine lebendige Partnerschaft ist nie fertig, abgeschlossen und unveränderlich.

Im Gegenteil, eine Partnerschaft wächst mit den Aufgaben des Lebens und es geht sicher darum, zusammen einen Weg zu gehen, auch wenn jeder innerhalb der Partnerschaft eine eigene Entwicklung machen wird.

Auch die Freiheit gehört unbedingt dazu, das Vertrauen in den anderen und die Bereitschaft, den anderen zu unterstützen, damit er sich entfalten kann.

Dazu gehört auch der berufliche Weg, den man geht. Ich habe viele berufliche Erfahrungen gemacht und mich immer wieder verändert, bis ich mit 40 Jahren meine Berufung zur Trauerrednerin gefunden habe.

Dieser für viele exotische Wunsch war auch für meinen Mann zunächst fremd, er konnte sich nicht vorstellen, dass ich dieser Aufgabe gewachsen war.

Aber als ich nach meinem ersten Trauerwochenende mit einem Lächeln nach Hause kam und er merkte, dass es mir gut damit geht, ließ er mich meinen Weg gehen. Wenn er heute gefragt wird, was ich beruflich mache, erzählt er: „Sie ist Trauerrednerin.“ Dann fragen die Leute: „Ist sie nicht dauernd niedergeschlagen, wenn sie ständig mit Trauer und Tod umgeht?“

Das Gegenteil ist der Fall. Er sagt dann: „So gut ist es ihr mit keinem anderen Beruf gegangen, denn sie wird ja ständig gelobt und sie bekommt viel Anerkennung und Wertschätzung von ihren Auftraggebern.“

Sie sehen also an meinem Beispiel, dass auch ein ausgefallener Beruf glücklich machen kann, darum fragen Sie sich auch: „Macht mich meine Arbeit glücklich oder gehe ich jeden Morgen mit Bauchschmerzen in meine Firma?“ Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gibt es viele verschiedene Berufsbilder und diverse neue berufliche Möglichkeiten.

Darum machen Sie sich auf die Suche, fragen Sie sich, ob Sie wirklich ihren eigenen Weg gehen oder ob sie einen Weg gehen, den andere für Sie ausgesucht haben.

Eins ist sicher: Leben bedeutet ständige Veränderung und all die vermeintlichen Sicherheiten sind am Ende unseres Lebens nur noch Schall und Rauch. Und ein zweites: Jeder Mensch hat in jedem Moment seines Lebens die Wahl, seine Zeit selbst zu gestalten.

Also wählen Sie neu, überprüfen Sie, ob Sie mit Ihrem Leben glücklich sind oder ob Sie, wenn Sie morgen sterben müssten, auf ein unglückliches, unerfülltes Leben zurück blicken würden.

Sie und nur Sie allein haben alles in der Hand. Also machen Sie das Beste daraus, werden Sie der Beste, der Sie sein können. Ich wünsche Ihnen, dass es Ihnen gelingt, am Ende ihres Lebens auf eine glückliche Zeit auf dieser Erde zurück zu sehen.

Das folgende Gedicht gebe ich allen trauernden Witwen und Witwern mit auf den Weg:

Liebesgedicht, das den Empfänger nicht mehr erreichen kann

Auch wenn Du
von mir gegangen bist,
bin ich verpflichtet
gut zu leben.
Verpflichtet mir
und vor allem Dir,
denn du würdest
es hassen
und mich beschimpfen,
wäre mein Leben dunkel
und nicht mehr lebenswert.                                          
 
- Kristiane Allert-Wybranietz
(*1955, Kontakt: Zum Horsthof 6, 31749 Auetal-Rolfshagen, allert-wybranitz@t-online.de)
Möge es auch auf Ihrem Weg, liebe Leserin und lieber Leser, hilfreich sein.
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  • Womit hast Du Zeit "vertrödelt"? Was würdest Du anders machen wollen?
  • Hast Du Deine Talente gefunden und sie an andere verschenkt?
  • Hast Du Zeit mit Deine Lieben und Deine Interessen verbracht?
  • Was würdest Du im Anbetracht des Todes bereuen, oder unbedingt noch machen wollen?
  • Warst Du mit Menschen zusammen, die Dich lieben und an Dich glauben?

JETZT hast Du es in der Hand glücklich zu werden, bevor Du stirbst! Geh Deinen ganz eigenen Weg....
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