Catharina Rolandgepostet am: 03 janvier 2023

DER MERIDIANSPAZIERGANG

Durch diese Übung kannst Du Dein Energiesystem täglich harmonisieren

Do it yourself

Berichte über die Akupunktur und darauf basierende Heilmethoden gibt es schon seit ungefähr 5000 Jahren. Beschreibungen der Meridiane finden sich in der Literatur bereits im Nei King, dem ersten Text über innere Medizin, der während der Herrschaft von Huang Ti, dem „gelben Kaiser“ (etwa 2690 – 2590 v.Chr.) geschrieben wurde.
Du siehst also, dass das Wissen über die Meridiane schon sehr alt ist - und genauso alt sind die Heilmethoden, die diese Meridiane berücksichtigen und zur Heilung nutzen.

Die Meridiane

Du kannst dir die Meridiane wie Energiekanäle vorstellen, die deinen Körper durchziehen und ihn mit lebenswichtiger Energie versorgen und deine Energie balancieren. Ist so ein Energiekanal blockiert, zeigt dir dein hochintelligenter Körper dies durch Symptome und es können sich Krankheiten daraus entwickeln. Daher ist es so wichtig, dass sie immer frei sind.

Schauen wir uns die Landkarte der Meridiane einmal genauer an:
Die traditionelle chinesische Medizin unterscheidet zwischen 12 Hauptmeridianen, die paarweise einander zugeordnet und symmetrisch auf beiden Körperseiten zu finden sind und 2 Sondergefäßen, außerordentlichen Energieleitbahnen, die jeweils durch den vorderen und hinteren Rumpf laufen und im Kopf enden. Wir können uns die Hauptmeridiane wie Flüsse und die Sondergefäße wie Seen vorstellen können, die wie ein Wasserreservoir die Energien speichern um sie im Bedarfsfall wieder an die Meridianflüsse weitergeben zu können.
Jeder der Meridiane ist einem Organsystem, einem bestimmten Funktionskreis im Körpersystem zugeordnet, mit dem wiederum bestimmte Muskeln, Bindegewebe, Nerven etc. verbunden sind. Die Meridiane agieren auch im Wechselspiel mit der Psyche und Gefühlszuständen. Wir können schon erahnen, welchen heilenden Einfluss die Arbeit mit den Meridianen also nicht nur auf die Gesundheit unseres physischen Körpers, sondern auch auf unser Gefühlsleben haben kann.

Die "Meridianuhr"

Jeder Meridian ist zu einer bestimmten Tageszeit am aktivsten.

  • 01:00 - 03:00 Hochphase: Leber, Ruhephase: Dünndarm
  • 03:00 - 05:00 Hochphase: Lunge, Ruhephase: Harnblase
  • 05:00 - 07:00 Hochphase: Dickdarm, Ruhephase: Niere
  • 07:00 - 09:00 Hochphase: Magen, Ruhephase: Kreislauf-Sexus
  • 09:00 - 11:00 Hochphase: Milz, Bauchspeicheldrüse, Ruhephase: Dreifach-Erwärmer
  • 11:00 - 13:00 Hochphase: Herz, Ruhephase: Gallenblase
  • 13:00 - 15:00 Hochphase: Dünndarm, Ruhephase: Leber
  • 15:00 - 17:00 Hochphase: Harnblase, Ruhephase: Lunge
  • 17:00 - 19:00 Hochphase: Niere, Ruhephase: Dickdarm
  • 19:00 - 21:00 Hochphase: Kreislauf-Sexus, Ruhephase: Magen
  • 21:00 - 23:00 Hochphase: Dreifach-Erwärmer, Ruhephase: Milz, Bauchspeicheldrüse
  • 23:00 - 01:00 Hochphase: Gallenblase, Ruhephase: Herz

Beim Meridianspaziergang folgen wir diesem natürlichen Ablauf. Ich gebe dir hier unten eine einfache Körperlandkarte, damit du schnell erkennen kannst, wo die Meridiane zu finden sind. Wenn du Lust dazu hast, kannst du dir natürlich auch den auf den Zentimeter exakten Verlauf der Meridiane recherchieren, aber dies ist für diese Übung nicht nötig.
Wichtiger ist deine Intention, den Fluss der Energie zu fördern.
Lasse deine Phantasie mitarbeiten: Vielleicht magst du dir vorstellen, dass deine Meridiane Bäche sind und deine Hände die Kieselsteine oder Schlammhaufen im jeweiligen Bach zur Seite streichen, damit deine Bäche ungehindert, klar und lebendig fließen können.

Der Meridianspaziergang – ein höchst kraftvolles "Wirkzeug"

Eine wunderbare, ausgleichende und gleichzeitig energetisierende Übung ist der sogenannte „Meridianspaziergang“.
Durch diese Übung kannst du deine Meridiane stärken und dein gesamtes System in Harmonie bringen.
Zu Beginn mag dir dieser "Spaziergang" wie ein komplizierter Ausflug in unbekanntes Gelände vorkommen. Aber dein Gehirn wird diese neuen Wege schon bald abgespeichert haben und du wirst sie dann ganz ohne Nachdenken gehen können.
Am besten du baust ihn in ein Tagesritual ein.
Zum Beispiel unter der Dusche oder nach dem Zähneputzen.
Dabei fährst du die einzelnen Meridiane mit deiner Hand ab. Dabei kannst du deinen Körper berühren oder aber auch ein paar Zentimeter oberhalb der physischen Körperoberfläche entlangstreichen – besonders dort wirkt diese Übung sehr intensiv. Du kannst dabei nichts falsch machen, solange du die Meridiane in der richtigen Flussrichtung entlangstreichst.

Und jetzt geht´s los:

1. Beginne mit dem Zentralgefäß:
Streiche vom Beginn des Meridians in der Schambeinmitte hoch zum Endpunkt des Meridians unterhalb der Oberlippe.

2. Nun streiche entlang des Gouverneursgefäßes von der Steißbeinspitze entlang der Wirbelsäule hoch, über die Mitte des Kopfes und die Nase bis zu seinem Endpunkt oberhalb der Oberlippe.

Die nun folgenden Meridiane befinden sich auf beiden Seiten des Körpers. Du kannst nun mit beiden Händen gleichzeitig entlangstreichen oder zuerst den einen und dann den anderen aktivieren. Bei manchen Meridianen ist es viel einfacher, erst die eine, dann die andere Seite zu bearbeiten – das wirst du gleich herausfinden.

3. Der Magenmeridian beginnt unterhalb der Augen. Streiche von dort in einer großen „Brille“ nach unten und außen um die Augen herum nach oben zur Stirn, dann nach unten über die Innenseite der Augen und weiter hinunter bis zur Innenseite der Schlüsselbeine, dann entlang der Schlüsselbeine etwas nach Außen und direkt hinunter bis zu deinen Brustspitzen. Von dort wieder etwas zur Körpermitte und weiter hinunter bis zur Hüfte, entlang der Vorderseite des Beines bis zum Endpunkt des Magenmeridians am äußeren Nagelfalzwinkel der zweiten Zehe. („Innen“ bezieht sich immer auf die Körpermitte, also befindet sich der „äußere Nagelfalzwinkel“ der zweiten Zehe auf der Seite der mittleren Zehe!)

4. Der Milzmeridian beginnt gleich daneben auf der Großen Zehe, am inneren Nagelfalzwinkel. Streiche von hier entlang der vorderen Beininnenseite, über Bauch und Oberkörper bis knapp unter das Schultergelenk und von dort wieder hinunter an der Außenseite des Brustkorbes bis etwas unterhalb der 6.Rippe (Hast du schon einmal deine Rippen gezählt? Falls nicht – viel Freude beim Erkunden deines wundervollen Reisegefährtes Körper!

5. Den Herzmeridian streichst du von deiner Achselfalte über die Arminnenseite bis zu seinem Endpunkt auf dem inneren Nagelfalzwinkel deines kleinen Fingers.
Achtung: dieser Meridian darf auf keinen Fall in die falsche Richtung gestrichen werden!

6. Um den Dünndarmmeridian entlang zu streichen, wechselst du einfach auf die äußere Seite des kleinen Fingers und streichst Außen am Arm entlang bis nach hinten zur unteren Seite des Schulterblatts, dann wieder hoch zur Schulter, seitlich am Hals hinauf zur Wange und von dort bis kurz vor deinem Ohr.

7. Nun startest du für den Blasenmeridian im Winkel von Nasenwurzel und Augenhöhlen und fährst über deinen Kopf hinunter bis zu deinem Gesäß (etwa zwei Querfinger seitlich der Wirbelsäule). Achtung bei diesem Meridian setzt du kurz ab und springst hinauf zur Oberseite des Schulterblatts und fährst nun etwa zwei weitere Querfinger weiter Außen hinunter über dein Gesäß und die Kniekehle bis zur Mitte des Unterschenkels, biegst dort leicht nach Außen ab und fährst weiter über den äusseren Knöchel zum Fußrand und von dort zum äußeren Nagelfalzwinkel des kleinen Zehs.

8. Den Beginn des Nierenmeridians findest du am einfachsten, wenn du deine Zehen nach unten ziehst. Er beginnt an der nun tiefsten Stelle der Fußsohle. Von dort streichst du entlang der Beininnenseite über den Bauch zum Brustkorb bis zur kleinen Grube, die du unter deinem Schlüsselbein fühlen kannst.

9. Um den Kreislauf-Sexus-Meridian zu aktivieren, streichst du von seitlich deiner Brustwarzen über die Innenseite deiner Unterarme und Oberarme über das Handgelenk bis zur Fingerbeere deines Mittelfingers.

10. Der Dreifach-Erwärmer-Meridian beginnt am kleinfingerseitigen Nagelfalzwinkel des Ringfingers, läuft über den Handrücken, die Rückseite von Unter- und Oberarm, über die Schultermitte, zieht über die seitliche Halspartie, umkreist das Ohr und endet kurz vor dem äußeren Rand der Augenbraue.

11. Der Gallenblasenmeridian beginnt am äußeren Rand der Augenhöhle, von dort streichst du zum Kiefergelenk, dann hinauf zur Schläfe, um das Ohr herum zum Warzenfortsatz (hinter dem Ohr als Wulst tastbar), kehrst wieder zurück zur Stirnmitte und dann wieder nach hinten über das Scheitelbein, dein Hinterhaupt nach unten über die Schulter und seitliche Brustkorbpartie, die Hüfte, die Außenseite des Beines, um den äußeren Knöchel bis zum äußeren Nagelfalzwinkel der 4.Zehe.

12. Der Lebermeridian beginnt am seitlichen Nagelfalzwinkel der großen Zehe, zieht über den Fußrücken, über den Unterschenkel und Oberschenkel innen, über den Bauch, über das freie Ende der 11.Rippe und endet am vorderen Brustkorb unterhalb der Brustwarze.

13. Nun startest du unterhalb des Schlüsselbeines beim Rabenschnabelfortsatz (vorne unter dem Schlüsselbein ertastbar) um den Lungenmeridian zu aktivieren. Von dort streichst du über die äußere Innenseite des Ober- und Unterarms bis zum äußeren Nagelfalzwinkel des Daumens.

14. Der Dickdarmmeridian beginnt am daumenseitigen Nagelfalzwinkel des Zeigefingers. Von dort streichst du über den seitlichen Handrücken, über die Außenseite von Unter- und Oberarm, über die Schulter, über die seitliche Halspartie bis neben die Nase.

Nach ein bisschen Übung werden dir die Meridiane vertraut sein. Ich mache diese Übung immer dann, wenn ich bemerke, dass etwas in mir zum stocken gekommen ist, ich irgendwo im meinem Körper Schmerzen spüre und ich mir wünsche, dass meine Lebensenergie wieder frei fließt.
Natürlich kannst du auch deine Lieben bitten, deine Meridiane entlang zu streichen oder sie dabei unterstützen ihre Meridiane zum fließen zu bringen. Besonders mit Kindern kann es großen Spaß machen, diese unsichtbaren Energieflüsse im Körper zu entdecken und spielerisch damit umgehen zu lernen.
Erinnere dich daran, dass deine Intention dabei besonders wichtig ist. Du willst diese kraftvollen Lebensenergiebäche in deinem Körper zum fließen bringen und deine Hand hat die Macht, dies zu tun.

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Kommentare (2)

Ehemaliges Mitglied19/05/2023
Tolle Zusammenfassung, liebe Catharina! ☺️✨ Herzlichen dank dafür und grosse Empfehlung an alle- das einmal „sehr bald auszuprobieren bzw. zu teilen“. 🙏✨❤️
Hannelore Olbrich02/08/2024
Danke, dads ist ja eine wunderbare Möglichkeit.

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