Verena Stroblgepostet am: 08 de marzo de 2025

Authentic Relating

Entdecke echte Verbindung und tiefe zwischenmenschliche Beziehungen

Do it yourself

Stell dir vor, du könntest in jeder Begegnung authentisch du selbst sein –
mit all deinen Facetten, Ängsten und Wünschen.

Authentic Relating (AR) ist eine transformative Praxis, die dir genau das ermöglicht. 
 

Was ist Authentic Relating (AR)? 



Authentic Relating (AR) ist vieles: Eine innere Haltung, eine Verbindungs-Praxis, eine Form der Meditation und eine florierende, global wachsende Gemeinschaft mit über 30.000 Mitgliedern, vier großen Schulen und mehr als 50 lokal organisierten Gruppen sowie Online-Plattformen. 

Es ist eine Open-Source-Bewegung für soziale Transformation, die den Fokus auf echte Verbindung, kraftvolle Präsenz und Wertschätzung legt und mehr Liebe in die Welt bringt.  

Zugleich bietet AR, als Methode, wirkungsvolle Werkzeug, um in allen Lebensbereichen authentischer und mitfühlender zu werden, sowie Unterschiede mit mehr Leichtigkeit und Freude zu integrieren und Konflikte zu transformieren.
 

Die Methode

Die Methode setzt sich aus verschiedenen Schulen zusammen. Authentic Relating wurde u.a. im Think Tank des Integral Institute in Boulder, Colorado geboren und ist seither eine sich ständig weiterentwickelnde Bewegung. Die Haupteinflüsse stammen aus der Gestalttherapie nach Fritz Perls, der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg, Radikale Ehrlichkeit nach Susan Campbell (Getting Real), der transpersonalen Psychologie, östlicher Meditationspraxis, Dyaden etc.

Es entstanden zahllose Übungen, sogenannte „AR Games“, welche verschiedene Aspekte in der zwischenmenschlichen Interaktion hervorheben und spielerisch schulen. Siehe Die AR Grundprinzipien. Authentic Relating macht Spaß, geht tief, berührt, nährt, verbindet und ist voller Erkenntnisse und Überraschungen. Wir dürfen uns in all unserer Menschlichkeit und Transzendenz erfahren und erleben.

Schaue Dir gerne auch das Gespräch an, dass Catharina Roland meiner Authentic Relating Partnerin Sophie N. Lemperle-McGrath und mir geführt hat. Darin kannst Du sich auch schon spüren, wie sich Authentic Relating anfühlen kann:

Die AR Grundprinzipien

  AR basiert auf fünf zentralen Prinzipien, die dir helfen, mit dir selbst und anderen auf eine tiefere, wahrhaftige Weise in Kontakt zu sein:

1. Alles willkommen heißen

Akzeptiere alles, was in dir und um dich herum auftaucht. Jede Emotion, jedes Gefühl und jeder Gedanke darf sein.

Alles willkommen zu heißen ist der erste Schritt für Transformation. Wenn wir bemerken, was da ist und dies benennen, trainieren wir unser Nervensystem, sich mit dem, was da ist, zu entspannen.

Wenn wir es aussprechen, erlauben wir eine neue Erfahrung in Beziehung. Wir lernen einen geschützten Raum zu schaffen, in dem all unsere Anteile, Schatten und Gaben sein dürfen, und die Beziehung nicht abbricht.

Beim Zuhören erweitern wir unsere Kapazität, Raum zu halten für das, was da ist, einen anderen Menschen in seiner Ganzheit zu sehen und anzunehmen. Wir bemerken jedoch genauso, was in unserem Inneren passiert, wenn wir einem anderen Menschen zuhören und lernen, auch dies willkommen zu heißen.
 

2. Bewusstsein für (Grund)Annahmen

Hinterfrage und überprüfe deine Annahmen, um mehr Klarheit in deinen Beziehungen zu schaffen.

Es ist unmöglich, keine Vorannahmen zu haben. Jedoch können wir uns sensibilisieren für unsere vielfachen Annahmen, Assoziationen, Projektionen, die wir machen.

Urteile zu fällen passiert fast automatisch – es ist eine Leistung unseres Gehirns, die Erfahrungen sicher oder gefährlich einzuordnen und ständig auszuwerten, mit alten Erfahrungen abzugleichen usw. Dies darf sein und gehört evolutionär zu unserem Menschsein dazu. Es ist jedoch möglich, das Bewusstsein zu schärfen, um Raum zu schaffen zwischen Reiz und Reaktion und die Automatismen der Beurteilung zu durchbrechen.

Dafür gibt es in Authentic Relating zahlreiche „Games“, welche dieses Bewusstsein schulen. Wir lernen, unsere Annahmen und Projektionen auszusprechen, sei „positiv“ oder „negativ“, und einen Reality Check zu machen, ob sie mit der Wirklichkeit des Gegenübers übereinstimmen. Auch um jemanden besser zu verstehen, wie es in der Gewaltfreien Kommunikation ja auch angewandt wird.
 

3. Die Innere Welt offenbaren

Teile deine innere Welt und öffne damit den Raum für echte Verbindung. Zeige dich, wie du eben im Moment bist. 

Dies braucht oft Mut. Sich verletzlich zu zeigen berührt unser Gegenüber. Wir Menschen sind verschieden, doch in jedem sind die menschlichen Grundbedürfnisse und Emotionen angelegt, die wir durchleben, dieselben Nöte und Freuden.

Es bringt Lebendigkeit in unsere Verbindungen zu Menschen, wenn wir sie an unserem Inneren teilhaben lassen und gibt unserem Gegenüber die Möglichkeit, sich auch gleichsam zu öffnen. So entsteht etwas sehr kostbares – Vertrauen.
 

4. Verantwortung übernehmen

Sei dir bewusst, dass du die Verantwortung für deine Erfahrungen und Reaktionen trägst. 

Es wirkt enorm entlastend auf Beziehungen, vor allem in Konfliktsituationen, wenn wir uns bemühen, unser Verhalten zu reflektieren und bei uns bleiben, unserer Welt und nicht anfangen, am Gegenüber herumzuzerren.

Wenn es gelingt, auszudrücken, wie es uns tatsächlich geht, was in uns vorgeht, wie wir uns fühlen, wenn wir etwas erleben im zwischenmenschlichen Kontext, präsent bleiben mit den Gefühlen im Hier und Jetzt, entspannt sich etwas im Nervensystem, weil wir an der Wahrheit dranbleiben.

Schon im Gedanken, was der andere macht oder nicht macht, versäumt hat, uns antut usw., ist eine enorme Schuldlast enthalten. Es ermöglicht kaum eine Offenheit für das Erlebnis des Gegenübers, wirklich zu sehen und zu verstehen, was seine/ihre Motive sind. Wenn wir bei uns bleiben, öffnen wir einen Raum, um wieder in Verbindung zu kommen.
 

5. Wertschätzung zeigen

Achte und schätze dich selbst sowie dein Gegenüber, um eine Atmosphäre der Anerkennung und des Respekts zu schaffen. 

Wertschätzung, echte Bewunderung und Dankbarkeit sind die stärksten Kräfte des Universums. Sie lassen uns Menschen aufblühen. Wenn wir wirklich verstehen, was einen Menschen antreibt, seine tiefsten intrinsischen Motive, finden wir immer etwas Gutes.

Es ist oft verworren und verdreht, doch wenn wir das Gute in unserem Gegenüber erkennen und ansprechen, bieten wir an, wieder zur Essenz zurückzukehren. Freude und Liebe entstehen aus diesem Funken, den wir mit einer wertschätzenden Kommunikation berühren.

Die Schönheit der Menschlichkeit

All die Grundprinzipien stoßen bei der Leser/in bestimmt auf große Resonanz. Jeder wünscht sich diese Art des Umgangs.

Je näher uns ein Mensch jedoch kommt, desto höher das Potential für Trigger.

Die „AR Games“ schulen uns durch wiederholte Übung, eine neue Art der Beziehung zu integrieren. Es passiert nicht über Nacht, denn die Art, wie wir kommunizieren, offenbart unsere angelernten Muster, Konditionierungen, eigene Nöte und Vorlieben.

AR könnte auch als zwischenmenschliche Meditation bezeichnet werden, da durch Achtsamkeit und Langsamkeit mehr Bewusstsein in unbewusste Muster kommt. Die Reflektion unseres Innenlebens, der Welt des Gegenübers, der Disziplinierung genau zuzuhören und vor allem die Gabe, im Moment zu verweilen, wird zu einem integrierten Repertoire und letztendlich zu einer inneren Haltung.

Es ist keine große Leistung, zu urteilen, oder die Gedanken im eigenen Universum kreisen zu lassen. Jemand anderen wirklich wahrzunehmen oder wirklich wahrgenommen zu werden, ist jedoch für manche eine Erfahrung, die sie nie wirklich gemacht haben und man muss erst von dieser Schönheit gekostet haben, um um ihren unermesslichen Wert zu wissen. Es bedeutet die Annahme unseres Egos, die Offenbarung unserer Essenz und natürlich auch die Überwindung der selbstbezogenen Tendenzen.

Ich habe erfahren, dass die Übung durch die Games meinen Horizont immer mehr erweitert hat und Kommunikation und Verbindung in meinem Bewusstsein zu einer Form der Kunst erhoben wurden. Eine Kunst, die nie ihre Vollendung findet, ständig improvisiert, ständig ein Risiko, eine Überraschung, eine Offenbarung, eine Ungewissheit. Die Kunst und Schönheit der Menschlichkeit.

Die drei Ebenen der Kommunikation

Die Kommunikation, wie wir sie im Alltag kennen, spielt sich meist auf der Informationsebene und der persönlichen Ebene ab. Auf diesen Ebenen lernen wir zwar einiges über unsere Mitmenschen, jedoch möchte ich auf eine dritte Ebene aufmerksam machen, die kaum berührt wird, wo jedoch Verbindung erst wirklich anfängt.

Die Informationsebene

Dies ist eine wichtige Ebene, z.B. in Arbeitsprozessen, Teams, etc. Jedoch können wir im Alltag, wenn fast ausschließlich diese Ebene geteilt wird, eine Ermüdung erleben. Es ist der typische Small Talk: „Ich bin mit dem Fahrrad hergefahren und es war kalt draußen. Ich hatte zu wenig an." / "Im Urlaub haben wir einen Ausflug mit dem Boot gemacht..." / "gestern Abend.." usw. Information über Information.

Die persönliche Ebene

Dann teilen wir vielleicht noch etwas mit, das uns persönlich bewegt. Wie wirkt das Leben auf uns, unsere Zu-und Abneigungen, Einschätzungen, Meinungen, Gefühle über das Erlebte oder Personen, z.B.: "Als ich wegfuhr, habe ich mir Sorgen gemacht, dass ich zu kalt angezogen bin. Dann habe ich mir gedacht, dass es schon so gehen wird" oder: "Ich fahre gerne mit dem Fahrrad, es macht einfach Spaß, sich zu bewegen."

Die Beziehungsebene

Sehr selten bis gar nicht jedoch sprechen wir über die Beziehungsebene – das, was jetzt gerade, zwischen dir und mir, im Hier und Jetzt passiert, z.B.:
"Ich entspanne mich gerade sehr, jetzt wo ich bei dir bin. Ich bemerke, dass du ein wichtiger Mensch in meinem Leben bist. Ich fühle Freude."

Beim AR üben wir, die Beziehungsebene miteinzubeziehen. Auch, wie wir uns im Hier und Jetzt fühlen, wenn wir „über“ etwas reden.

Das würde dann z.B. so aussehen:

"Ich bin mit dem Fahrrad hergefahren und es war sehr kalt draußen. Es hat mir trotzdem Spaß gemacht. Ich bemerke gerade, dass ich Aufregung empfinde, wenn ich das erzähle, ich fühle Freude, dich zu sehen...."

Übung:

Versuche einmal ohne gemeinsamen Kontext deine Gefühle über dein Gegenüber auszudrücken und beobachte, wie es auf die Person wirkt. Wie reagiert dein Partner, wenn du ihm sagst, das du dich wohl fühlst mit ihm und du Freude empfindest, wenn du ihn siehst.

Oder aber auch in Konfliktsituationen, dass du dich z.B. angespannt fühlst, und du verunsichert bist, wie dein Gegenüber reagieren wird, du die Hoffnung hast, das es eine gute Lösung gibt, wenn du etwas Heikles ansprechen willst. Fühle in dich hinein. Was ist jetzt gerade da? Wie fühlst du dich mit diesem Gegenüber? Was lösen die Präsenz und der gemeinsame Erlebnisraum bei dir aus?

Es gibt noch eine Ebene, welche eigentlich nur eine Konsequenz der Beziehungsebene ist. Der Wir-Raum.

Wenn wir ganz im Hier und Jetzt miteinander landen und eine tiefe Verbundenheit da ist, kann es sein, dass wir in einen gemeinsamen Gedankenraum einsteigen.

Es kann ein sehr befruchtendes und inspirierendes Gespräch stattfinden. Wir lassen uns ganz auf den anderen ein, vertrauen und lassen uns beeinflussen von dem, was ausgesprochen wird. Es ist wie eine Form der Meditation, ein Raum der Wahrheit.

In der östlichen Philosophie nennt man dies Satsang (Kommunion in Wahrheit).

Ich habe diesen Raum schon einige Male betreten und das Tor dazu war immer die Beziehungsebene, ein tiefes Sich-zueinander-Beziehen, aufeinander einlassen, das Herz öffnen und die unglaublich tiefe Liebe, welche wir Menschen eigentlich füreinander fühlen können, zuzulassen.

Demut und Würde

Zentrale Ideen sind Demut und Würde. Wir üben im AR, auch in Konfliktsituationen, mitfühlend und offen zu bleiben und uns verletzlich zu zeigen und uns selbst und andere nicht zu verurteilen.

Würde steht Überheblichkeit gegenüber und Demut der innere Kollaps. Ich empfinde es als nützlichen Navigator, einen Check in mit sich selbst zu machen: Wo stehe ich gerade? Die Wahrnehmung über dieses innere Barometer, zwischen Würde und Überheblichkeit und Demut und Kollaps, wird auch in den AR Games geschult.

In der Triggerarbeit des AR lernen wir, einen Kontext zu setzen und Spannungen zu entschärfen. Keiner ist vor Triggern gefeit, wir können aber das Bewusstsein schärfen, um zu bemerken, wenn wir in Überheblichkeit oder Kollaps fallen, in angelernte, konditionierte Anteile, welche mit unserer zu innerst wohnenden Stärke wenig zu tun haben. Es braucht viel Übung, Würde und Demut zu bewahren, auch wenn das Nervensystem in Alarmbereitschaft gerät. Vielleicht ist dies, was in Bewusstseinsschulen auch Meisterschaft genannt wird. 

Wie und wo lerne ich Authentic Relating?

AR wird in zahlreichen Online-Plattformen, teilweise sehr niederschwellig, angeboten. Es zahlt sich aber unbedingt aus, bei erfahrenen AR Facilitatoren einen Kurs zu besuchen, um die Grundlagen der Kommunikation kennenzulernen und das entsprechende Training zu bekommen.  

Für jede AR Gruppensitzung werden die fünf Grundprinzipien gezielt in Kleingruppen in den „Games“ geübt. Es ist spielerisch und macht Spaß, sich auf die verschiedenen Prompts und Formate einzulassen. Du kannst dabei neue Seiten an Dir erfahren und Dich berühren lassen von tiefem Zuhören, sehen und gesehen werden.

AR eignet sich auch sehr für die Bereiche Konfliktlösung, Gemeinschaftsbildung, Teambildung, Bildung von Vertrauen und Intimität, Kindererziehung, Soziale Berufe, Führungsqualitäten, Coaching und heilende Berufe.

Ein wundervolles Buch zu lesen ist "Relational Power" von Marc Beneteau auf der Seite circlingguide: https://circlingguide.com/
Es ist herzerwärmend geschrieben und bringt auf kurzweilige und unterhaltsame Weise die Grundprinzipien des AR näher.

Die Seite circlingguide ist außerdem DIE Drehscheibe für AR Interessierte und Praktizierende. Dort sind alle Infos zusammengefasst.

Bald gibt es einen Kurs in AR auf der Living Earth mit Sophie und Verena. Kostenlose Schnupper Webinare finden dazu am 13. März und am 10. April von 16-17 h statt. Info und Anmeldung findest du hier: https://circlingguide.com/arcs/

Literaturempfehlungen

Buchempfehlung

Sponsor:innen dieser Lösung

Werde die/der Erste, die/der diese Lösung sponsert und so die Arbeit dahinter wertschätzt.

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare – sei die/der Erste!

Das könnte Dich auch interessieren

Living Earth

CO2 und der geniale und Lebens-wichtige Prozess der Photosynthese

Warum CO2 überlebenswichtig für uns ist

Inspirierendes Wissen
Living Earth

Getoastetes Vielfaltsbrot mit sonnenwarmen Paradeisern

Eine gesunde sommerliche Aromen-Explosion für Paradeisergärtner

Do it yourself
Living Earth

Die fantastische Welt der Pilze und Mykorrhizen im Boden

Das Wood Wide Web - unterirdischer Informations- und Nährstoffaustausch

Inspirierendes Wissen
Shanaya Zeviar

Speisepilze selbst züchten

Frische Pilze das ganze Jahr – nachhaltig, einfach und mit wenig Platz

Inspirierendes Wissen