Foto: Foto von <a href="https://unsplash.com/@minigirl?utm_source=unsplash&utm_medium=referral&utm_content=creditCopyText">Ekaterina Shakharova</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/L4nwL3195U0?utm_source=unsplash&utm_medium=referral&utm_content=creditCopyText">Unsplash</a>
Als die Dankbarkeit verschwand
Eine Geschichte zum Nachdenken
Inspirierende Geschichte
Lange Zeit bemerkten es die Menschen nicht: dass die Dankbarkeit am Aussterben war. Während Elefanten, Panda und Eisbären auf der Roten Liste in immer bedrohtere Bereiche vorrückten, verschwand die Dankbarkeit ganz langsam.
Wann ihr Aussterben begonnen hatte, ließ sich so ganz genau nicht sagen. Auch über die Gründe konnte man streiten. War der zunehmende Wohlstand schuld? Man munkelte, dass viele Menschen immer mehr als selbstverständlich ansahen und dabei die Dankbarkeit vergaßen.
Dass genug zu essen da war zum Beispiel. Oder dass Krieg in weiter Ferne war. Dass man ein Zuhause hatte und Freunde. Dass jeder, der krank war, zum Arzt gehen konnte.
Aber auch dass die Sonne schien, die Vögel sangen oder der Nachbar das ersehnte Paket für einen entgegennahmen: irgendwie war das alles selbstverständlich geworden.
Dabei gab es so vieles, wofür man dankbar sein durfte. Und dennoch sahen so viele Menschen doch nur das, was sie nicht hatten.
War das Haus des Nachbarn nicht prächtiger? Verdiente der Kollege nicht mehr Geld? Waren die Winter früher nicht besser gewesen?
Während viel zu viele Menschen sich mit genau diesen Fragen ihr Leben belasteten, begann die Dankbarkeit zu verschwinden.
Manch einer hatte sie schon lange nicht mehr in seinem Leben wahr genommen. Andere hatten von ihr sogar noch nie gehört.
Gerade als sich so mancher darüber Gedanken zu machen begann, ob die Dankbarkeit noch zu retten war, begann ein Wandel. Vage erinnerten sich immer mehr Menschen wieder daran, wie schön es doch gewesen war, wenn man mit einem Danke einem anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte.
Dabei musste das Danke gar nicht groß sein. Viel wichtiger war, dass es ernst gemeint war.
Vielleicht kam es in Form einer kleinen Blumen daher, mit der man Danke für ein gutes Gespräch sagte. Manch einer fand eine Karte oder einen Brief in seiner Post mit lieben Worten darauf.
Andere sammelten für sich selbst Momente der Dankbarkeit in Gedanken, in Büchern oder sogar auf Zetteln in kleinen Gläsern.
Die Dankbarkeit erholte sich langsam und mit ihr die Menschen.
Und wenn dir jemand die Geschichte der verlorenen Dankbarkeit erzählt, dann bist auch du vielleicht dankbar dafür, dass dich jemand daran erinnert hat, wie vieles es in deinem Leben gibt, für das du dankbar sein darfst.
An jedem Tag. Zu jeder Zeit. Vielleicht fällt dir genau in diesem Moment etwas ein, was dein Herz mit Dankbarkeit erfüllt?
Oder du spürst, dass es einen Menschen gibt, dem du Danke sagen willst.
Dann zögere nicht und hilf mit, dass die Dankbarkeit niemals auf der Roten Liste erscheinen wird, als ausgestorbene Art.
Danke.
Diese Geschichte ist ein Auszug aus Maas Magazin No. 22 DANKBARKEIT.