Karin Neumeyergepostet am: 06 de marzo de 2024

"Schädlinge" in der Permakultur

Wie umgehen mit Schnecke, Maulwurf, Blattlaus, Wühlmaus & Co?

Do it yourself

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Es gibt KEINE Schädlinge in der Permakultur!!

Und ja - Wühlmäuse, Maulwürfe, Blattläuse, Nacktschnecken, Kartoffelkäfer, Hornissen, Wespen, Maulwursgrillen, Raupen, Käfer und Motten können Gemüse, Blumen, Obstbäume sowie Thujen und Buxbäume befallen und einem die ganze Freude am "Garteln" und Anbauen nehmen. Aber wir bekämpfen sie nicht!!

Also - was tun?

Gerne zitiere ich hier Peter Steffen: "Bei der Anlage einer Permakultur gibt es keine Angst vor „Schädlingen“, welcher Art auch immer, weil man weiß, dass sich beim Wirtschaften im Einklang mit der Natur und im ethisch-moralischen Umgang mit der Schöpfung alles von selbst regelt."

Schöner kann man es kaum sagen! Was ist aber nun das Geheimnis der Permakultur im Umgang mit "Schädlingen"?

  • Die „Schädlinge“ in der Permakultur sind eigentlich Mitarbeiter. Und diese haben sich ihr Fressen auch verdient. Sie kommen in der Permakultur nur nicht in diesen hohen Mengen vor, wie in Monokulturen. Jedes Lebewesen erfüllt seinen Zweck in der Evolution, auch wenn dessen Sinn und positive Auswirkung nicht immer sofort ersichtlich ist. Leitspruch in der Permakultur ist: Zehn Prozent von allem, das wächst, ist für die Tiere. Das Wichtigste ist, die geistige Einstellung: nämlich in Frieden und ohne Angst und Kanpf mit den "Schädlingen" zu leben.
  • In der Permakultur wird eine Vielzahl an Pflanzen angesetzt, darunter auch Giftpflanzen, wie z.B. Fingerhut, Rittersporn, Stechapfel, Tollkirsche, Eisenhut, Tabak und Efeu. Diese sondern über ihre Wurzeln bestimmte Stoffe aus, die einerseits die „Schädlinge“ zum Übersiedeln bewegen und andrerseits das Bodengleichgewicht in Balance halten
  • Der Einsatz von Kräuterjauche, mit der Pflanzen gedüngt oder besprüht werden, vertreibt viele Schädlinge, beispielsweise Blattläuse.
  • Gibt es eine Überpopulation von "Schädlingen", so mangelt es an natürlichen Feinden. Gibt es allerdings ein gutes Biotop für diese Tiere und können sie sich gut vermehren, finden sie einen "gedeckten Tisch" vor und im Nu hat sich die Thematik gelöst. Je vielfältiger ein System ist, umso stabiler ist es. Eine "Bekämpfung" ist hier nicht angebracht.
  • Wichig ist, dass immer genügend "Ablenkpflanzen" vorhanden sind. Finden etwa Wühlmäuse durch die Artenvielfalt genug zu essen, knabbern sie zwar die Wurzeln der verschiedensten Pflanzen und Sträcuher an, jedoch können die Verbisstellen sich schnell regernerieren und rundherum neue Faserwurzeln bilden. Wühlmäuse versschleppen auch Wurzelteile, um sie für den Winter anzulegen oder ihre Jungen damit zu füttern. Sie verlieren in ihren Gängen immer wieder einzelne Wurzelstücke - diese treiben dort wieder aus und entwickeln neue Pflanzen. Lässt man Wühlmäuse für sich arbeiten, belüften und lockern sie den Boden und bilden Drainagen.
  • Schnecken können mit einem Sägespänegemisch, das Kalk und Asche enthält, von den Pflanzen ferngehalten werden. Auf natürliche Weise kann man die Schneckenpopulation auch regulieren, in dem man ihnen ein ideales Biotop zur Eiablage bietet, wie frisch geschnittenes Gras und Laub. An Tagen mit intensiver Sonneneinstrahlung dreht man diese Haufen um. Die Wärme der Sonne tötet alle Eier ab.

Welche sind nun die beliebten "Nützlinge" im Garten, die niemals fehlen sollten:
Blindschleichen, Eidechsen, Spinnen, Raubmilben, Amphibien, Marienkäfer, Laufkäfer, Florfliegen, Ohrwürmer, Schlupfwespen und Libellen...und viele mehr. Die „Feinde“ der Schädlinge sind Hühner, Vögel, Weinbergschnecken, Igel, Laufenten und Kröten. Alle diese Tiere brauchen im Garten unberührte Stellen. Sie brauchen Verstecke, Nistplätze, Überwinterungsplätze und Nahrungsangebot.

Auch Regenwürmer sind im Garten unverzichtbar!
Sie gehören zu den wichtigsten Helfern und kommen in gesunden Böden in großen Mengen vor. Sie verarbeiten organisches Material und liefern daraus Dünger. Ihre Gänge durchlüften den Boden und bilden ein Drainagesystem, wodurch der Boden mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. Pflanzenwurzeln können sich in den Gängen besser ausdehnen und die Pflanten sind insgesamt gesünder und widerstandsfähiger.

Wie schafft man ideale Bedingungen für Regenwürmer im Garten?

  • der Boden sollte bedeckt sein, da Regenwürmer empfindlich auf UV-Strahlung reagieren
  • Einsatz von Mulch
  • Regenwürmer können auch gezüchtet werden

Viel Freude mit allen Lebewesen und Tieren im Permakultur Garten oder der Permakultur Anlage!

Das Zitat von Peter Steffen wiederhole ich ob seiner Wichtigkeit nochmals:
"Bei der Anlage einer Permakultur gibt es keine Angst vor „Schädlingen“, welcher Art auch immer, weil man weiß, dass sich beim Wirtschaften im Einklang mit der Natur und im ethisch-moralischen Umgang mit der Schöpfung alles von selbst regelt."

Online-Quellen & weiterführende Links

https://www.seppholzer.at/willkommen

Literaturempfehlungen

Peter Steffen: Mit Permakultur zurück ins Leben
Peter Steffen: Der Schneckenflüsterer
Sepp Holzer: Sepp Holzers Permakultur

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