Foto: Iris Kunze
Wandeloase: Gründet ein solidarisches Dorf!
Gestalte Deine Nachbarschaft ökoligent um
Do it yourself
Alander Baltosée ruft in seinem sehr inspirierenden und praxisnahen Buch WANDELOASEN auf: Gründet ein solidarisches Dorf!
Er gibt Ideen und Anleitungen, wie ihr das angehen könnt.
Alander hat sich viele Jahre durch Denken und Tun damit befasst, wie jeder bei sich anfangen kann, die Nachbarschaft und sein Leben "ökoligent" umzugestalten.
Hier habe ich Euch Ausschnitte aus dem Buch „Wandeloasen“ von Alander Baltosée zusammengestellt.
1. Schritt: Dein Dorf: Bestandsaufnahme:
Der Aufbau eines Solidarischen Dorfes zielt zu einem wesentlichen Teil darauf ab, die Lebenshaltungskosten für den Einzelnen zu senken und größtmögliche Unabhängigkeit in der Versorgung zu erreichen. Dieses Ziel ist nur schrittweise umsetzbar, da es sich um ein komplexes Gebilde vieler einzelner Aspekte dreht. Deshalb braucht es eine Übersicht, um in jeder Phase den nächsten, erforderlichen Schritt zu erkennen, der wiederum Voraussetzungen für neue Projekte schafft.
Jede Kommune hat aufgrund ihrer Größe, Struktur und Umgebung ihren eigenen Charakter, aus dem sich Stärken und Schwächen ergeben. Die eine ist windreich, die andere bietet genug Raum für Landwirtschaft. In manchen ist reichlich Wasser vorhanden, andere beheimaten ausgedehnte Wälder. Für die Umgestaltung der regionalen Infrastruktur bedarf es einer genauen Bestandsaufnahme vorhandener Ressourcen. Inwieweit werden diese effizient genutzt? Gerade bei der Stromversorgung müssen allerlei Aspekte berücksichtigt werden, um ein stimmiges Konzept zu entwickeln, das sich wirtschaftlich und ökologisch verträgt.
Grundsätzlich ist angeraten, bei jedem Vorhaben genau zu überdenken, welche Rohstoff liefernden Komponenten ihr in ein Projekt einbeziehen wollt und könnt. Ob bei der Sanierung oder dem Neubau von Gebäuden, bei der Gründung von Läden, Betrieben oder Manufakturen. Jedes Projekt bietet Möglichkeiten, natürliche Rohstoffe zu verwenden oder gar herzustellen.
2. Schritt: Mögliche Initiativen: Dorfladen und Regionalmarkt
Der Regionalwaren-Laden ist das Herz der Kommune, denn er ist der Marktplatz, auf dem lokale Produkte, selbst hergestellte Nahrungsmittel und Erzeugnisse des Kunsthandwerks gehandelt und getauscht werden. Wenn es im Ort einen Supermarkt gibt, ist es ratsam, mit den Eigentümern über das Vorhaben zu sprechen, einen solchen Laden aufbauen zu wollen. Womöglich finden sie die Idee gut und nehmen regionale Produkte in ihr Sortiment auf. Das sichert den Fortbestand des Ladens und festigt den Zusammenhalt. In diesem Fall würde der Supermarkt zum Regionalwaren-Laden werden.
Ist diese Variante nicht gegeben, lässt sich zu Beginn ein solcher Laden ohne weiteres in irgendeinem ungenutzten Raum verwirklichen.
Wer möchte einen solchen Laden führen und in welcher Weise kann das Solidarische Dorf dabei unterstützen und fördern? Welche Rechtsform soll/muss er haben? Natürlich kann er eigentümergeführt sein; doch im Idealfall wird es sich um eine Genossenschaft handeln, vielleicht aber auch um einen Verein. Denkbar ist auch eine sogenannte gGmbH, also eine gemeinnützige GmbH (auf der Living Earth findest Du zu den Rechtsformen mehr Informationen).
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Anregungen für das Sortiment des Regionalwaren-Ladens (möglichst aus eigener Herstellung oder fairen Projekten)
🌳 Ökolog. Nahrungsmittel aus dem Umland
🌳 Gemüse, Obst, Getreide, Nüsse, Bucheckern, Konfitüren, Honig, Kompott, Gewürze, Heilpflanzen, Wildkräuter, Tees, Fruchtsäfte
🌳 Speiseöle
🌳 Saatgut
🌳 Algen - Produkte
🌳 Propolis
🌳 Handwerk & Kunsthandwerk
🌳 Brot (Backhaus)
🌳 Kosmetik
🌳 Wolldecken
🌳 Naturkissen aus Farn, Stroh, Kräutern
🌳 Ätherische Öle
🌳 Schmuck, Skulpturen, Malerei, Kleidung, Mosaik, Haushalts- Gegenstände ...
🌳 Wurzel-Figuren und Natur-Gestecke
🌳 Räucherwerk und Accessoires
🌳 Terra Preta
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Kultur-Café
Wo lässt es sich besser einander begegnen und miteinander reden als in einem gemütlichen Café? …. Das Dorf-Café ist das örtliche Wohnzimmer. Weder Alkohol noch Umsatz stehen hier im Vordergrund. Sich selbsttragend, sollte es das Schmuckstück des Dorfes sein, darauf angelegt, eine für Begegnungen einladende Atmosphäre zu schaffen. Sinnreich ist es, ein solches Refugium an den Regionalwaren-Laden, auch rechtlich, anzugliedern. Das Angebot kann sich erst einmal auf Säfte, Tee und Kaffee beschränken. …. Die Räumlichkeiten sollten ebenfalls Platz für eine Küche bieten, um in einem weiteren Schritt Gästen Speisen aus heimischem Gemüse und Obst aus naturnahem Landbau anbieten zu können. Die Einheimischen schaffen sich damit zugleich eine Dorf-Küche, in der Mitglieder der Genossenschaft günstig essen können.
Tauschhaus und Gemeingut
Der Tauschhandel ist eine ureigene Form sozialen Miteinanders. Tausch ermöglicht Arbeitsteilung, Spezialisierung und kulturelle Entwicklung. …. Findet eine Lagerhalle oder Scheune, einen großen Raum, der ausreichend Platz für Warenregale und Standplätze bietet, damit ein ständiger Floh- und Tauschmarkt stattfinden kann: ein „Zweiter-Hand- Kaufladen“.
Dinge, die nicht funktionieren, bringt man ebenfalls ins Tauschhaus. Sind sie unbrauchbar, werden sie in Rohstoff-Kreisläufe zurückgeführt (recycelt). Wenn möglich, werden sie jedoch repariert und restauriert. Und zwar in der:
Reparier-Werkstatt
In immer mehr Ortschaften und Städten entstehen sogenannte „Repair-Cafés“. Zu solchen Werkstätten kann man defekte Haushaltsgeräte und Maschinen bringen und sich von Fachkräften beim Reparieren helfen lassen.
In dem das Tauschhaus Werkzeug und Geräte für Handwerk und Gartenarbeit zum Verleih anbietet, lassen sie sich gemeinschaftlich nutzen und. Besonders dann interessant, wenn ein spezielles Werkzeug oder Gerät nur für ein paar Tage oder ein einzelnes Projekt benötigt wird.
Die Bürger-Gruppe
Im Anschluss an das erste Treffen sollten die Menschen aus dem Ort (sei es ein Dorf, eine Kommune, eine Kleinstadt oder ein Stadtteil), die sich auch weiterhin treffen wollen, eine Bürgergruppe „Solidarisches Dorf“ bilden. Diese nimmt sich der weiteren Planung an und berät die nächsten Schritte zur Umsetzung selbstversorgender, ökologischer und kultureller Ziele.
Sinnvoll ist es, recht bald einen Platz zu schaffen, der über Jahre hinweg als Treffpunkt des Solidarischen Dorfes ausgestaltet werden kann. Sucht eine Lokalität, die sich anbietet und ohne großen (finanziellen) Aufwand genutzt werden kann oder gestaltet etwas Bestehendes weiter aus. Das kann das Privatgrundstück eines offenherzigen Bürgers sein, eine alte Scheune, eine Obstwiese oder eine Brachfläche der Kommune.
Beginnt mit dem Aufbau eines inspirierenden Ambientes für Zusammenkünfte verschiedener Anlässe. Besonders geeignet ist dafür natürlich ein Bauern- oder Gutshof, auf dem sich ein gemeinsamer Garten mit Gemüse- und Obstanbau anlegen lässt. Ist er groß genug, bietet er Platz für individuelle Gartenräume und unterschiedliche Veranstaltungen. Anfangen kann man mit einem selbstverwalteten Café, das auch kulturell genutzt werden kann. Im Laufe der Zeit können dort weitere Projekte gestartet werden. Eine Freilichtbühne für Theater, Musik und Film. Eine Werkstatt, eine Imkerei, ein Brunnen, ein Backhäuschen. Vielleicht lassen sich sogar handwerkliche Stätten dort aufbauen. Am Anfang, wenn die Gruppe noch klein ist, genügen einfache Lösungen, wie rotierende Treffen bei Mitgliedern daheim. So lernen sich die Initiatoren in ihrer alltäglichen und natürlichen Situation besser kennen. Vielleicht hat jemand ein großes Zelt, eine Gartenhütte, oder alte Scheune, die für diesen Zweck zur Verfügung gestellt wird.
Bei der ersten Versammlung braucht es einen Gesprächs-Leitfaden, den ihr zusammen durchgeht. Zu jedem Punkt der Liste sammelt ihr Ideen.
Gemeinsam beratet ihr:
🌳 Wie eine echte Energiewende in der Kommune umgesetzt werden kann
🌳 Wie ihr einen ökologischen Agrar-Wandel herbei führen könnt
🌳 Für welche Betriebe sich welche nachwachsenden Rohstoffe anbauen lassen
🌳 Wie gesunde, regionale Nahrungsmittel wachsen können
🌳 Welche Maßnahmen den regionalen Handel anregen
🌳 Wie die gesundheitliche Versorgung verbessert werden könnte
🌳 Welche Form der Schule und Ausbildung ihr euren Kindern anbieten möchtet
🌳 Welche Veranstaltungen das kulturelle Leben attraktiver machen könnten.
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Mögliche Einrichtungen eines solidarischen Dorfes - Lebendige Orte:
🌳 Einzelhandel, soziale Versorgung, Schule
🌳 Landwirtschaft (im folgenden Text „Landhege“ genannt)
🌳 Trinkwasser-Versorgung
🌳 Energie-Versorgung dezentral, regenerativ und umweltschonend
🌳 Vorkommen natürlicher und nachwachsender Rohstoffe
🌳 Handwerk & Handel
🌳 Architektur und Bausubstanz
🌳 Mobilität ohne Auto
🌳 Regionale Ökonomie
Hier sind noch einige Links zu interessanten Artikeln von Alander Baltossée zum Thema Wandeloasen:
Das Verbindende finden | Poesie des Wandels
Was sind WandelOasen? | Poesie des Wandels
Oasen des Wandels erschaffen | Poesie des Wandels
Unter folgendem Link kannst Du das Buch WANDELOASEN von Alander Baltosée bestellen. Es begeistert durch viele praktische Tipps und hilfreiche Links.
Online-Quellen & weiterführende Links
https://buchshop.bod.de/wandeloasen-alander-baltosee-9783947707003