Marion Weitnergepostet am: 29 October 2024

Gesundes Mikrobiom — Gesunder Darm

Fermentieren und gesunder Darm

Do it yourself

Unsere Darmgesundheit ist von besonderer Bedeutung. Sie hat Einfluss auf alle Bereiche unseres Seins.

Es ist wichtig, den aktuellen Zustand des Darms zu kontrollieren, da ein übermäßiges Zuführen von Bifidobakterien unvorteilhaft ist.

Auch darf geprüft werden, ob ein Leaky-Gut vorliegt und es darf entgiftet werden.

In diesem Lösungsvorschlag erfährst Du, wie Du ein gesundes Mikrobiom aufbauen kannst und worauf Du achten solltest.

Des Weiteren bekommst Du einen Kontakt für ein fertiges Produkt, wenn Du keine Zeit oder Lust zum Fermentieren hast.

Diese Lösung ist ein Projekt des Gesundheitsstammtisches Paderborn.

Die Bakterien in unserem Darm und die anderen kleinen Mitbewohner – das sogenannte Mikrobiom – bestimmen unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden sehr viel stärker, als den meisten Menschen bewusst ist.

Zum Beispiel werden mehr als 70 % des „Glückshormons“ Serotonin im Darm erzeugt.

Über die Darm-Hirn-Achse gelangen Informationen aus dem Bauch direkt ins Gehirn. Der umgekehrte Weg funktioniert aber auch: Zum Beispiel schlägt Stress auf den Darm.

Vieles über den Zusammenhang zwischen Darm und Gehirn ist schon in Tier- und Menschenversuchen sehr gut erforscht. Dazu gehört auch die wichtige Tatsache, dass ein vielfältig zusammengesetztes Mikrobiom der beste Schutz für die Gesundheit ist.

Warum das so ist, das ist eine spannende Geschichte, die mit hemmungslosem Sex der Bakterien zu tun hat – sogar quer durch verschiedene Arten. Dabei spielen sogenannte Plasmide eine wichtige Rolle. Wir kommen darauf sicher noch zurück.

Das Ganze hat schon zum Überleben der Steinzeitmenschen beigetragen. Sie hatten oft mit größeren Angriffen auf ihr Mikrobiom zu kämpfen als wir. Wie haben sie das überlebt, wenn sie Aas gegessen haben oder sich mit den Krankheiten ihrer Tiere oder den Bakterien anderer Menschengruppen angesteckt haben?

Genau so, wie wir es auch machen wollen!

Sie haben Billionen winziger Helfer in ihrem Darm gezüchtet – dazu mussten sie sich nicht einmal bewusst anstrengen.

Ihnen kam zugute, dass sie unbewusst, weil es nichts anderes gab, sehr viel mehr Pflanzenmaterial als wir gegessen haben. Manchmal war das Pflanzenmaterial, das sie verzehrt haben, auch „verdorben“, sprich von Bakterien vergoren. Dadurch wurde es sauer und somit länger haltbar.

Sie wussten natürlich nichts davon, dass sie auf diese Weise ein artenreiches, widerstandsfähiges Mikrobiom in ihrem Bauch erzeugt haben. Sie stellten nur fest, dass es ihnen gut tat.

Aber wir wissen heute:

Ein Mikrobiom, das aus vielen verschiedenen Mikroorganismen besteht, verhält sich wie eine dicht besiedelte Blumenwiese mit vielen nützlichen Gewächsen und wenig Unkraut. Die Vielfalt der Darmlebewesen schützt dabei die Blumenwiese vor massiver Fehlbesiedelung und deren unheilvollen Folgen.

Wenn das Mikrobiom jedoch ähnlich aufgebaut ist wie ein Maisfeld – also als Monokultur mit viel Platz zwischen den Gewächsen – braucht es nach einem Angriff spezielle selektive Antibiotika, ähnlich wie das Glyphosat beim Maisfeld, um es vor Fehlbesiedelung zu schützen. Genau das verursacht jedoch Abhängigkeiten von Big Pharma und spezielle nachteilige Nebeneffekte.

Wie baut man heutzutage ein vielfältiges, widerstandsfähiges Mikrobiom auf?

Theoretisch ganz einfach: Man muss „nur“ über eine längere Zeit die richtigen Bakterien – also die Blumensorten für die Wiese – lebendig zu sich nehmen. Dazu benötigt man auch ausreichend das, was diese Bakterien zum Leben brauchen, nämlich pflanzliche Ballaststoffe. Dann besiedeln unsere Helfer den Darm nachhaltig.

Nachhaltig (resilient) bedeutet, dass, selbst wenn die Blumenwiese zerstört wird, aus Dauerformen – den Sporen – möglichst schnell wieder eine vielfältige Lebensgemeinschaft im Darm nachwächst.

Viele der mit der Nahrung aufgenommenen Bakterien überleben die Passage durch den magensäurehaltigen Magen nicht (die Blumen sterben, bevor sie die Wiese erreichen). Aber viele wichtige Bakterien bilden Sporen, kleine Gebilde ähnlich den Samen der Blumen. Aus diesen kann nach und nach wieder die Blumenwiese im Bauch entstehen.

Wenn ein resilientes Mikrobiom erst einmal entstanden ist, wird es Angriffe durch „Killerbakterien“ und ihre Gifte leicht überstehen. Die Überwucherung durch pathogene Bakterien wird stark gebremst, und aus den tief im Darmschleim verankerten Sporen (Samen) entsteht bald wieder die Blumenwiese.

Unser Ziel

Unser Ziel für die nächste Zeit ist, praxisrelevantes Wissen und Können über Lebensmittel und Ernährungsmethoden zu erwerben, die Angriffe auf das Mikrobiom weitgehend abwehren und entstandene Schäden so schnell wie möglich reparieren.

Für diesen Zweck kann die uralte Kulturtechnik des Fermentierens gut genutzt werden. Seit jeher verwenden Menschen die Tätigkeit „guter“ Mikroorganismen, um Pflanzen oder Milch durch bakterielle Fermentierung leichter verdaulich und/oder länger haltbar zu machen.

Allerdings wollen wir es nicht dem Zufall überlassen, welche Bakterien sich durch die Fermentierung in uns niederlassen. Wir verwenden Starterkulturen und Probiotika-Präparate, von denen wir wissen – oder zumindest vermuten –, dass sie resilient genug sind, den Angriffen auf unser Mikrobiom zu trotzen.

Wenn wir schon dabei sind, Lebensmittel zu verändern, nutzen wir auch die Gelegenheit, die Aminosäurezusammensetzung und/oder den Vitamingehalt zu optimieren.

Wichtiges für ein gesundes Mikrobiom

Wichtig ist, dass wir unsere Helferarmee lebend auf die ca. 400 m² große Blumenwiese bringen – unsere ausgebreitete Darmoberfläche. Ebenso wichtig ist es, dass wir unsere Helfer ausreichend füttern. Dankenswerterweise mögen sie Ballaststoffe, die wir selbst gar nicht verwerten können. Wir müssen ihnen nur genug davon geben.

Material

Online-Quellen & weiterführende Links

https://www.imd-berlin.de/fachinformationen/diagnostikinformationen/i-fabp-und-zonulin-zwei-serummarker-zum-nachweis-einer-gestoerten-darmbarrierefunktion

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Kommentare (1)

Ehemaliges Mitglied15/06/2025
Herzlichen Dank für dieses wertvolle Wissen!

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