DIE MAGIE UNSERE INNERE LEERE IN FÜLLE UND LEBENDIGKEIT ZU VERWANDELN
Wie wir durch eine andere Art der Kommunikation und des Miteinanders Verbundenheit schaffen und uns durch Demut, Neugier und Mitgefühl heilen können
Inspirierendes Wissen
Aber wieso laufen wir im Kreis?
Die Ursache für fast alle unsere Probleme, Leiden, Kriege und Konflikte ist, dass wir in unserer Kindheit Gefühle und Persönlichkeitsanteile unterdrücken mussten, weil sie nicht willkommen waren und unser Umfeld nicht mit ihnen umgehen konnte. Kinder brauchen, wenn sie von Gefühlen überschwemmt werden die Ko-regulation ihrer Bezugspersonen und vor allem der Mutter. Wenn das Kind emotional in Not kommt und nicht gehalten wird, muss es die Gefühle unterdrücken, weil sie lebensbedrohlich wirken und das Nervensystem nicht damit umgehen kann. Sie bleiben uns dann sozusagen für den Rest unseres Lebens "in den Knochen stecken", wenn wir uns nicht darum kümmern, sie wieder zu integrieren. Und genau diese Abspaltung der Gefühle hat uns unlebendig gemacht und eine Leere in uns hervorgerufen.
Manche versuchen durch immer extremere Methoden sich den Kick zu holen, der sie wieder ihre Lebendigkeit spüren lässt. Die Leere hingegen möchten wir mit Konsum, Erfolg, Reichtum, Ruhm, Beziehungen, Sex, Anerkennung und den verschiedensten Süchten füllen. Allerdings vergebens. Wie in der Medizin glauben hier auch viele, dass man nur die Dosis erhöhen muss, was dazu führt, dass wir uns selbst, einander und auch den Planeten ins Unglück stürzen, weil es nie genug ist.
Und nun zur Lösung:
Diese Gefühle und Persönlichkeitsanteile wieder zu integrieren und durch unseren Schmerz zu gehen, füllt unsere innere Leere und gibt uns unsere Lebendigkeit zurück. Die Suche in der Aussenwelt hört auf und wir können dann aus unserer inneren Fülle bedingungslos geben, statt etwas zu wollen und zu brauchen. Wir handeln von dem Moment an aus Liebe statt aus Angst und Mangel.
Wie können wir denn nun all das wieder integrieren?
Indem wir die Emotionen und alles, was wir normalerweise verbergen wollen mitteilen, uns damit zeigen und auf Demut, Neigier und Mitgefühl stoßen. Also genau das, was damals nicht möglich war. Und auch das, was sich am bedrohlichsten anfühlt. Das ist schon Teil der Heilung. Leider haben sich viele von uns völlig vom Körper und den Gefühlen abgespalten, womit wir erst einmal wieder mit diesen Kontakt aufnehmen müssen.
Demut bedeutet "Nichtwissen", da wir gerne mit unserem "Wissen" auftrumpfen und uns selbst damit in den Vordergrund stellen, anstatt auf unser Gegenüber neugierig zu sein.
Leider gibt es etwas in unserer Gesellschaft, was ich die „GUTFÜHLPOLIZEI“ nenne. Menschen die unsere Gefühle nicht aushalten können und uns aus ihnen herausholen und sie wegmachen wollen. Sie banalisieren und delegitimieren diese. Und dieses Verhalten ist in fast allen von uns sichtbar, weil wir nicht in Gefühlen und Bedürfnissen denken, sondern am oberflächlichen Schein und an Symptomen hängenbleiben und auch oft da etwas verändern wollen, anstatt an der wahren Ursache. Fast jedem Problem, jeder Herausforderung und allen Schwierigkeiten unterliegt eine emotionale Blockade, auf die wir aber nicht geeicht sind. Emotionen wurden in unseren frühen Jahren verewigt und wir projizieren sie auf die Gegenwart, weil das Kohärenz schafft, da sie im jetzt keine Entsprechung haben, unser Verstand aber eine Entsprechung erfindet, um eine Ursache oder einen Schuldigen dafür zu haben. So kann er sich diese Gefühle und Zustände erklären.
Wenn wir Probleme mit dem Chef haben, wollen wir in Wirklichkeit vor den Gefühlen fliehen, die dieser Konflikt in uns hervorruft, aber die gutgemeinten Ratschläge und Lösungen zielen auf eine Veränderung im Aussen, statt die darunter liegenden Gefühle zu erkennen, offenzulegen und mit Mitgefühl anzuerkennen und zu begleiten, damit sie sich langsam immer mehr zeigen und integrieren können. Und darunter liegen noch viel mehr Gefühle und zu aller letzt der Schmerz.
"Wechsel doch die Abteilung!" heißt es dann.
Oder: "Such dir einen neuen Job!"
Oder sogar: "Dein Problem ist, dass du das alles viel zu ernst nimmst!"
All diese Aussagen verändern nichts an dem grundlegenden emotionalen Thema und machen die Gefühle nicht weg, sondern sind schlichtweg demütigend.
"Du brauchst doch keine Angst zu haben! Das Krokodil kann nicht zu dir hochspringen!"
Das, was wir fühlen scheint also nicht ok zu sein. Über Ratschlage, Lösungen, Diagnosen, Ablenkung, wegtröstende Worte und auch Weisheiten und Pseudo-Weisheiten versuchen wir einander von unseren Gefühlen abzulenken. Da wir dann den Eindruck bekommen, dass etwas mit uns und unseren Gefühlen nicht stimmt und wir uns beschämt fühlen unterdrücken wir diese wieder und vermeiden in Zukunft uns verletzlich, ehrlich und authentisch zu zeigen. Weil wir nicht für falsch gehalten werden wollen. Und uns auch nicht so fühlen wollen.
Wie könnte denn nun eine Lösung aussehen?
Vielleicht unser persönliches Umfeld in einen sicheren Raum mit klaren Absprachen zu verwandeln, wo wir uns mit dem zeigen können, was uns belastet und nichts damit gemacht wird?
Vielleicht mit dem Einleitungssatz: '"Ich möchte gerne etwas mitteilen aber nicht, weil ich Ratschläge, Lösungen oder Diagnosen möchte, sondern, weil das aussprechen schon die Heilung ist und sich dann etwas in mir entspannt, wenn alles da sein darf!
Die Person, die sich mitteilen möchte bekommt nach dieser Ankündigung die volle Aufmerksamkeit und kann ihre innere Wahrnehmung, Ängste, Trauer, Wut, Scham, Schuldgefühle und auch Projektionen selbstverantwortlich offenlegen, ohne dass wir diese als Anschuldigungen oder Vorwurf verstehen und uns verteidigen und rechtfertigen. Wir bedanken uns für die Mitteilung und reagieren mit Demut, Neugier und Mitgefühl und fragen, was die Person braucht, um gut damit dasein zu können, ohne uns durch Ratschläge, Lösungen oder sonstiges in den Vordergrund zu stellen.
Hier noch einmal kurz der Ablauf:
A: "Ich möchte gerne etwas mitteilen! Nicht weil ich Ratschläge oder sonstiges möchte, sondern weil das Mitteilen selbst schon die Heilung ist, die wir suchen und sich die Gefühle integrieren oder auflösen, wenn sie dasein dürfen. Ich spüre gerade große Todesangst, meine Brust ist ganz eng und ich atme ganz flach. Da ist ein extremes Verlassenheitsgefühl und ich suche irgendwo Halt, kann mich aber nirgends festhalten. Ich fühle mich wie von der ganzen Welt ausgestoßen! Dies hat nichts mit dir zu tun. Es ist einfach ein emotionales Umfeld, das mich immer wieder aus dem nichts heraus völlig vereinnahmt. Etwas Altes"
B: Vielen Dank das du das mit mir teilst. Ich freue mich, dass du mir so sehr vertraust. Ich kenne dieses Gefühl sehr gut.
Anmerkung: Es ist sehr hilfreich Gefühle zu legitimieren und anzuerkennen und auszudrücken, das wir diese auch kennen. "Me too" ist so heilsam! Wenn wir sie nicht kennen, springen wir einfach zum nächsten Punkt.
B: "Brauchst du etwas oder kann ich etwas für dich tun, damit du gut damit dasein kannst?"
A: "Könntest du dir vorstellen mich in den Arm zu nehmen?"
B: "Natürlich, sehr gerne!"
A: "Es ist so heilsam, das alles nicht verbergen und mich damit verstecken zu müssen und dass es dasein darf. Da kommt jetzt eine ganz große Trauer und ich habe das Gefühl, dass ich gleich in Tränen ausbreche."
B: "Was kann ich dann tun? Ich fühle mich gerade etwas unbeholfen und hilflos und habe Angst etwas falsch zu machen.
A: "Deine Ehrlichkeit berührt mich. Mach einfach gar nichts und sei weiterhin so ehrlich und verletzlich, anstatt irgend etwas machen zu wollen, damit deine und meine Gefühle weggehen. Ich werde gerade ruhiger und fühle eine große Verbundenheit mit dir.
B: "Ich auch! Ich bin total berührt!"
A: "Schön, wie wir einander auf unserem Heilungsweg begleiten können!"
Fazit:
Wir können unsere innere Leere füllen und unsere Lebendigkeit zurückerlangen, indem wir uns verletzlich zeigen und das ausdrücken, was wir normalerweise verbergen wollen und unser Gegenüber uns einfach durch unseren Schmerz und unsere Gefühle hindurch begleitet, ohne uns retten oder reparieren zu wollen und einfach nur für uns da ist.
Verletzlichkeit schafft Verbundenheit, Vertrauen, Sicherheit und Geborgenheit, wodurch unser Nervensystem in die Selbstheilung gehen und nach und nach alles loslassen kann, was uns nicht mehr nützlich ist.