Foto: Sonja Haubenhofer

Sonja Haubenhofergepostet am: 02 April 2023

Griller als Kräuterbeet

Nutze Altes und Ungenutztes als Pflanzgefäß

Do it yourself

Nachhaltigkeit mit Hausverstand zu leben ist eine Herzensangelegenheit für uns, weil wir damit Umwelt, Ressourcen und Geldbeutel schonen können.

  In der Praxis sieht das so aus, dass Franz und ich uns erstens vor einem Neukauf sehr gut überlegen, ob wir das Konsumgut wirklich brauchen und zweitens, bevor wir etwas wegschmeißen, uns Gedanken machen, ob und wie wir dem Gegenstand noch eine 2. Chance geben können. Anstelle, wie von den Nachbarn erwartet das ganze Inventar und Gerümpel beim Hauskauf (Altbau) zu entsorgen, haben wir uns entschlossen, das vorhandene „Material“ auch im Garten zu nutzen und diesem mit Kreativität und handwerklichem Geschick neues Leben einzuhauchen.    

Vom Gerümpel

zum Pflanzgefäß

Der Böschungsgrund rund um unser 80 m2 Häuschens auf 850 m Seehöhe in Velden am Wörthersee war verwuchert, aber die südseitige Terrasse bot sich für meine ersten Gartenexperimente an. Und so durchforstete ich unseren Fundus an Gerümpel und funktionierte überzählige Kochtöpfe und Schüsseln, sowie lecke Kübel zu Pflanzgefäßen um. Und als Franz sich mit dem alten eckigen Griller in Richtung Sperrmüll aufmachte, war ich es, die ihm noch eine neue Aufgabe schenken wollte.
Foto: Sonja Haubenhofer
Foto: Sonja Haubenhofer

Vom überflüssigen Griller zum hippen Kräuterbeet
Der Griller ist zwar flach, was die Pflanzenauswahl einschränkt, verfügt aber über Löcher, über die Regen- und Gießwasser abfließen kann. Ich brauchte als nicht einmal handwerkliche Unterstützung von Franz, sondern nur Erde und Pflanzen, um den Griller zum Kräuterbeet umzufunktionieren.
 
Vor 4 Jahren war es für uns die einfachste und bequemste Variante Kräutererde, (winterharte) Topfkräuter (Colakraut und Thymian) und Saatgut (Basilikum, Schnittlauch, Petersilie) im Baummarkt zu kaufen. Mittlerweile erzeugen wir einen Teil unseres Kompostes selbst aus organischem Material oder kaufen dieses in biotauglicher Qualität beim regionalen Kompostmacher. Und ich gewinne beinahe sämtliches Saatgut von Kräutern und Gemüse selbst oder tausche es bei Samenbörsen.
 

Die Topfgröße beeinflusst das Wachstum der Pflanze


  • Man kann Kräuter und Gemüse zwar in kleineren oder weniger optimalen Gefäßen ziehen, sie werden dann eben nur nicht ganz so groß und die Ernte fällt weniger üppig aus.

  • Pflanzen wie Oregano oder Minze wuchern stark und brauchen mehr Platz

  • Für Kräuter oder Gemüsen wie Petersilie, Basilikum oder Radieschen reichen Gefäße, die bis zu 10 Liter Erde beinhalten können.

  • Tomaten, Paprika, Karotten, Rote Beete oder Mangold brauchen schon etwas mehr Platz, rund 20 Liter Erdvolumen wären passend

  • Gefäße für rund 40 Liter Erde oder mehr bieten zum Beispiel Gurken und Zucchini ein gutes Zuhause.

Was tun mit der Kräuterernte aus dem Griller?

Kräutersalz ist die für mich einfachste Art unsere Küchenkräuter gemeinsam mit mir bekannten Wiesenkräutern von unserem Grundstück zu konservieren und damit täglich zu nutzen:  
  • Ich ernte meist an einem Frühlingsvormittag Brennnessel, Giersch und Schafgarbe, Thymian, Rosmarin, Majoran, Oregano, etc., wasche diese, schüttle sie trocken, befreie sie nach Lust und Laune von den Stielen oder eben auch nicht.
  • Dann schäle ich noch eine kleine Zwiebel und 2 bis 3 kleine Knoblauchzehen.
  • Je nach gesammelter Menge gebe ich - in einem oder mehreren Vorgängen - gezupfte Kräuter, Zwiebel und Knoblauch mit einem Teil Salz (je nach Belieben grobes oder feines) in einen Zerkleinerer und hacke alles.
  • Danach kommt das Gemenge auf ein mit Backpapier belegtes Backblech und wird schonend ein paar Tage draußen im Schatten getrocknet.
  • Vor dem Abfüllen in gesammelte Schraubgläser, hacke ich die Zutaten meist nochmals im Zerkleinerer, um eine feinere Struktur zu erhalten.
 

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