Karin Neumeyergepostet am: 11 March 2023

Die große Kraft des Atems

Erfahre, wie ein bewusster Atem deine Lebensqualität positiv beeinflussen kann

Inspirierendes Wissen

Durch regelmäßiges Üben von Pranayama (Atemübungen)
erreichst du ein höheres Niveau von Gesundheit,
Energie und Vitalität. Gemeinsam mit Yoga Asanas
beseitigt Pranayama alle Arten von Krankheiten
und schenkt dir wunderbare Kraft und Gesundheit.
Paramahamsa Satyananda

Der Atem ist das Bindeglied zwischen Körper und Geist. Er versorgt einerseits den Körper mit Energie, andererseits gibt es einen Zusammenhang zwischen der Atmung und unserem geistig-seelischen Befinden. Da die Atmung in der Regel unbewusst abläuft, wird man sich selten bewusst, welch große Rolle das „Wie“ der Atmung in unserem Leben spielt und vermutlich noch weniger ahnt man, wie sehr man durch Veränderung der Atmung im Alltag und durch Atemübungen die Lebensqualität positiv beeinflussen kann.
Wir werden in diesem Abschnitt einige grundlegende Gedanken und Übungen betrachten, die uns für das tägliche Leben, für Gesundheit, Ausgegli- chenheit und für einen klaren Geist von Nutzen sein können.

Die richtige Atmung im Alltag

Die meisten Menschen atmen falsch. Auch wenn man sich gesund ernährt und Entspannungsübungen durchführt usw. - wenn man falsch atmet, ist es so, als würde man ein starkes Auto mit halb angezogener Handbremse fahren! Du kannst aus kleinen Veränderungen deiner Atemgewohnheiten großen Nutzen ziehen. Denn diese neuen Atemgewohnheiten, sobald sie erst „antrainiert“ sind, sind vierundzwanzig Stunden täglich für deine Gesundheit und Wohlbefinden im Einsatz! Beobachte deine Atmung mehrmals täglich und achte dabei auf die folgenden Aspekte:

1. Atme durch die Nase
2. Atme langsamer
3. Atme gleichmäßig
4. Atme in den Bauch
5. Verbringe viel Zeit in frischer Luft

1. Atme durch die Nase

Die eingeatmete Luft muss vor dem Eintritt in die Lungen verändert werden, da sie meist zu trocken und zu kalt, sowie von Staub, Rauch und Bakterien
verunreinigt ist. Die Nase besitzt spezielle Einrichtungen, um diese Veränderungen zu bewirken:

  • Haare am Naseneingang hindern größere Staubteile daran, tiefer in die Atemwege vorzudringen;
  • Der gesamte Atemtrakt ist mit einer Schleimmembran ausgekleidet. Der dünne Film aus klebrigem Schleim hält die Staubteilchen fest, die nun mit dem Schlucken über das Verdauungssystem ausgeschieden werden. Durch Niesen entledigt sich der Körper reflexartig vieler eingeatmeter Fremdkörper.
  • Wenn die Luft in der Nase über die gut durchblutete Schleimhaut streicht, erhält sie genau den richtigen Feuchtigkeitsgehalt und die rich- tige Temperatur für den Lungeneintritt. Die Schleimhautoberfläche wird durch die Verzweigung der Nasennebenhöhlen wesentlich vergrößert, was den Vorgang der „Klimatisierung“ der Einatemluft stark verbessert.
  • Im Inneren der Nase befinden sich Nervenendungen, die durch die sich bewegende Atemluft stimuliert werden. Das Nervensystem erhält dadurch Signale, die unser energetisches Gleichgewicht harmonisieren. Deshalb sollte auch nicht nur die Einatmung, sondern auch die Ausatmung durch die Nase erfolgen. Die Nasenatmung wirkt sich damit nicht nur auf der physischen, sondern auch auf der energetisch-geistigen Ebene positiv aus.

2. Atme langsamer

Unsere durchschnittliche Atemfrequenz beträgt fünfzehn Atemzüge pro Minute. Dabei tauschen wir mit jedem Atemzug nur etwa ein Zehntel des Lungenvolumens aus! Wenn wir uns angewöhnen, langsamer und damit tiefer zu atmen, wird ein größerer Teil der Lunge belüftet - wir werden uns frischer und energiegeladener fühlen!

Verlangsamte Atmung hat einen weiteren Vorteil: Die Nervenimpulse, die eine langsamere Atmung begleiten, üben einen beruhigenden Einfluss auf das gesamte Nervensystem aus, was sich natürlich auf geistiger Ebene in Form einer ruhigeren, gelasseneren Grundhaltung äußert. Es wurde festgestellt, dass tiefe, langsame Atmung zu einer Ausschüttung von Endorphinen in den Blutstrom führt. Endorphine sind wirksame chemische Substanzen, die dem Nervensystem helfen, mit Stress, Angst und Schmerzen umzugehen. Röntgen-Untersuchungen haben gezeigt, dass entspannte, positive Gedanken und Gefühle die Bewegungen des Zwerchfells deutlich verstärken können: Die Atmung wird tiefer, langsamer und entspannter.
Ebenso erzeugt aber auch eine bewusst verlangsamte und vertiefte Atmung eine innere Haltung von Entspanntheit und Positivität. Im übrigen sagt der Yogi, dass
jeder Mensch eine bestimmte Anzahl von Atemzügen für dieses Leben hat. Je langsamer wir atmen, desto langsamer altern wir!
Versuche die Veränderung des Atemrhythmus nicht zu erzwingen, sondern den natürlichen Fluss der Atmung allmählich und entspannt zu vertiefen und zu verlangsamen. Verbinde mit der sanft vertieften Atmung das Gefühl des Ausdehnens und Weitwerdens deines ganzen Wesens – eine solche Atmung ist wie ein Bad in einem Meer der Energie! Regelmäßiges Durchführen von Pranayama-Übungen trägt dazu bei, dass die Atmung langsamer und ruhiger wird.

3. Atme gleichmäßig

Auch die Gleichmäßigkeit der Atmung beeinflusst das Nervensystem und damit unser geistig-seelisches Befinden. So wurde beobachtet, dass ein ruhiger, gleichmäßiger Atemrhythmus auf Entspanntheit von Körper und Geist hinweist, während unregelmäßige Atmung auf geistige Spannung schließen lässt:
● Angst macht die Atmung schnell und oberflächlich,
● Ärger lässt die Atmung kurz und krampfhaft werden,
● Kummer macht sie ungleichmäßig und seufzend.

Umgekehrt lässt sich durch die Atmung Einfluss auf die mentale Situation ausüben: Wenn wir langsam und gleichmäßig atmen, entstehen entspre-
chende Signale im Nervensystem, die zu einer entspannten und ruhigen inneren Haltung führen.
Du kannst das Prinzip der gleichmäßigen Atmung im Alltag anwenden, zum Beispiel beim Spazierengehen oder beim Wandern: Atme vier Schritte ein und vier Schritte aus (oder ein anderes, dir angenehmes Maß). Oder du kannst, wenn es deine Situation zulässt, mit dem Einatmen und mit dem Ausatmen innerlich jeweils bis vier zählen. Diese Übung trainiert nicht nur das Atemsystem, sondern hat zusätzlich beruhigende und meditative Wirkung.

4. Atme in den Bauch

Atme weniger in den Brustkorb, sondern mehr in den Bauch. Trage nach Möglichkeit Kleidung, die die freie Bauchatmung nicht behindert. Durch Bauchatmung benötigt man weniger Energie für die Atembewegung und man kann mehr Luft je Atemzug aufnehmen als bei der Brustkorbatmung. Zusätzlich bewirkt Bauchatmung eine sanfte Massage der Bauchorgane, die so zu verbesserter Funktion angeregt werden. Vielleicht kannst du es an dir selbst beobachten, dass du dich zentrierter, mehr in deiner Mitte fühlst, wenn sich die Atmung in den Bauchraum bewegt, verglichen mit der Brustkorbatmung.
Es soll jedoch kein unnatürliches Vorschieben und Zurückziehen des Bauches entstehen, sondern ein entspanntes und sich leicht und natürlich anfühlendes Fließen des Atems in den Bauchraum. Dies braucht vielleicht einige Zeit des Übens und des Selbstbeobachtens, aber willst du auf einen Masseur verzichten, der kostenlos vierundzwanzig Stunden täglich lebenswichtige Organe massiert?

5. Verbringe viel Zeit in frischer Luft

Halte dich viel im Freien auf und meide Orte mit verunreinigter Luft, soweit es dir möglich ist. Falls du Raucher(in) bist, versuche das Rauchen zu reduzieren bzw. dir abzugewöhnen. Denn neben den bekannten, die Gesundheit des physischen Körpers schädigenden Wirkungen hat das Rauchen auch auf der geistig seelischen Ebene negative Folgen. Es wird dein Astralkörper verunreinigt, was sich allmählich als verstärkte Neigung zu Negativität, Unmut, Aggressivität usw. äußern kann.

Online-Quellen & weiterführende Links

https://www.yogaakademieaustria.com/ https://www.yogaakademieaustria.com/bibliothek/yoga-b%C3%BCcher/yoga-f%C3%BCrs-leben/

Literaturempfehlungen

Arjuna P. Nathschläger: Yoga fürs Leben

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