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Anita Maasgepostet am: 31 March 2023

Verbindung zu den Ahnen

Wie die tiefen Wurzeln uns Vertrauen schenken

Inspirierendes Wissen

Immer wieder begegnet uns das Beispiel der Eichel, die »weiß«, dass sie eine Eiche werden wird – und dem entgegenwächst. Und aus vielen Kulturen kennen wir ebenfalls das Bild des Lebensbaumes oder Weltenbaumes, das uns nährend und stärkend zur Seite stehen kann. Lehnen wir uns vertrauensvoll oder vielleicht auch einmal erschöpft an den Stamm einer alten Eiche oder Buche (ach letztlich eignen sich natürlich alle Bäume!), so spüren wir Rückhalt, Stärke und Geborgenheit, kommen zur Ruhe und atmen tief durch. Dieser Stamm, der uns den Rücken stärkt, steht seit so langer Zeit aufrecht und unverrückbar an diesem Platz und allein das lässt uns oft demütig und ehrfürchtig staunen. Oft beschenkt uns die Gegenwart eines solchen »Grünen Riesen« bereits mit einem tiefen Vertrauen, dass das Leben weitergeht und Wege findet – so, wie dieser Baum sie immer wieder gefunden hat. Spüren wir weiter, sind da unterhalb des Stammes auch die starken Wurzeln, die tief in die Erde reichen und sogar mit anderen Wurzeln weithin interagieren, sowie eine Krone, die weit in den Himmel reicht und vor Regen beschirmt, im Wind flüstert und sogar für Sauerstoff sorgt.

Ein Baum kann nicht wachsen und auch nicht überleben, wenn ihm die Wurzeln oder die Krone genommen werden. Ganz ähnlich ist es um unseren ureigenen Lebensbaum bestellt. Wünschen wir uns Wachstum, Halt oder Vertrauen, können wir diese in nährenden Baum-Meditationen finden, uns erden und Kraft über unsere Wurzeln aufnehmen – sei dies im Wald selbst oder in einer Imaginationsübung zu hause.

Baum Meditation

Suche dir einen Ort in der Nähe eines Baumes, der dich besonders anspricht. Eine Meditation im Stehen kann dir einen natürlichen Zugang zu  deiner Autorität und Präsenz ermöglichen, aus welcher du persönliche Lebenskraft schöpfen und mit gesunder Selbstachtung Grenzen setzen kannst (für die es ebenfalls (Selbst-)Vertrauen benötigt und welches hier gestärkt wird).

Spüre für dich nach, ob du mit dem Baum stärkend im Rücken oder ihm zugewandt kontemplieren möchtest. Finde dann einen aufrechten stabilen Stand mit ungefähr schulterbreitem Abstand der Beine. Deine Arme kannst du seitlich ganz locker hängen lassen.

Lass deinen Blick weich werden und wende dich zugleich deinem Körpergefühl und deiner Seele sowie dem Baum zu.

Kontempliere über Fragen wie diese: 

 
Wie fühlt es sich an, mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu stehen?
Was bedeutet es, für sich selbst einzustehen, geradezustehen?
Wie kann man den Stürmen des Lebens biegsam und doch aufrecht begegnen?
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Die Verbindung mit den Bäumen, der Natur als Ganzes und damit einhergehend das Zelebrieren der Jahreskreisfeste und Achten der eigenen natürlichen Rhythmen erlebt derzeit einen großen Aufschwung. Das ist einfach wunderbar, denn unsere moderne Welt leidet an Entfremdung. Viele Menschen sind weder richtig auf diesem Planeten zuhause noch in ihren Körpern. Sie fühlen sich, als gehörten sie nicht dazu, fühlen sich nicht als Teil eines Großen Ganzen, sondern als außerhalb von allem stehend. Die Idee, wir seien Produkte des Zufalls, in diese Welt hineingeworfen und allein gelassen, nagt an der Psyche.

Wirkliche Verbundenheit bedeutet dagegen, inmitten des Lebens zu stehen, nicht außerhalb davon. Verbunden mit allem: Mit den Menschen und Tieren um uns herum, mit den Elementen, den Kräften der Natur, der Erde selbst, sowie mit den Menschen, die vor uns waren, die uns den Weg geebnet haben und unser Leben überhaupt erst ermöglichten.

Verbindung zu unseren Ahnen

Gerade diese Zeit im Jahreskreis eignet sich auch sehr für die Verbindung mit einem ganz anderen Baum: dem Baum unserer Ahnen, unserem Stammbaum. Eine Verbindung zu unseren Ahnen aus längst vergangenen Tagen ist ein wichtiger Schritt zu einer Verbindung mit allem, was lebt. So können wir von den Ahnen lernen, sie ehren und achten. Wir können mit ihnen in Verbindung treten und ihnen dafür danken, dass sie diese lange Linie bilden, die letztlich zu uns führte.

Tausende von menschlichen Leben gehen uns voraus, Millionen von Entscheidungen, Millionen von Begegnungen. Alles hätte auch ganz anders 
ausgehen können. Unser Vater hätte Einsiedler werden können, unsere Mutter Nonne, unser Großvater hätte sich von seinen Eltern die angeblich 
nicht standesgemäße Großmutter ausreden lassen können, unsere Urgroßmutter hätte aufgeben und im Schneesturm umkommen können, anstatt sich bei minus 30 Grad Celsius bis zu ihrem Dorf durchzukämpfen. Wir können das in Gedanken weiter durchspielen und uns vorstellen, wie viele Menschen vor uns ihr Bestes geben mussten, um in teilweise widrigsten Umständen zu überleben Natürlich waren unsere Ahnen nicht allesamt 
Helden und Heldinnen, sondern ganz normale Menschen, die sowohl ihre guten als auch ihre schlechten Seiten hatten. Sie begingen genauso Fehler wie sie über sich selbst hinauswuchsen. Und den einen sehen wir lieber in unserer Ahnenreihe als den anderen. Doch ganz gleich, welche Menschen unsere Ahnenlinie bilden: ihrem Geschick, ihrem Überlebenswillen, ihren Kenntnissen und ihren Fähigkeiten haben wir unsere Existenz zu verdanken.

All ihren Fehlern und charakterlichen Mängeln zum Trotz können wir ihnen dankbar sein, dass sie einen Teil in der Kette des Lebens bildeten, die letztlich zu uns führte. Wir können sie also als Teil unserer Ahnenlinie achten, selbst wenn wir einzelne Taten, von denen wir vielleicht erfahren, ablehnen. Wir können unseren Ahnen dankbar sein, dass sie es mit den Wirren des Lebens aufgenommen haben, dass sie in einer manchmal feindlichen Welt bestehen konnten und dass sie Kinder in die Welt gesetzt haben. Ob es eine Menge Zufälle waren oder ein ausgeklügelter Plan: Wir sollten unsere Ahnen dafür achten, ihren Weg gemacht und so unseren Weg bereitet zu haben. Und: wir können daraus im Hier und Jetzt Inspiration, Hoffnung und großen Rückhalt verspüren, die uns in diesen heutigen stürmischen Zeiten standhalten lassen. Für den einen wird dies vielleicht Vertrauen und damit einhergehende Gelassenheit mit sich bringen, für die andere die Inspiration, all die derzeitigen Herausforderungen zu meistern.

Für manche wird daraus auch das Vertrauen erwachsen, nicht alles einfach hinzunehmen, für wichtige Werte einzustehen und zum Wohle aller zu handeln. Das ist es, was unsere Welt unserer Meinung nach gerade dringend benötigt.

Wir sind die Mitte

Die bloße Tatsache dieser Wurzeln, die so weit zurückreichen, die sich so tief in die Geschichte der Menschheit und die Geschichte der Erde strecken, kann uns eine ungeahnte Kraft schenken. Kraft, die aus dem Vertrauen erwächst, dass wir das »Produkt« einer solchen Entwicklung sind und dass all das, was vor uns geschah, zu diesem Moment, zu unserem Leben führte. Kurz gesagt: dass wir gewollt sind! Gleichzeitig sind wir nicht das Ende unserer Ahnenlinie, sondern stehen zumeist in der Mitte. Wir sind selbst Ahnen – entweder für unsere eigenen Kinder oder für unsere Pflege-, Adoptiv- und Patchwork-Kinder, die Kinder, die wir unterrichten oder mit denen wir in irgendeiner Weise verbunden sind.

Wenn wir genau hinschauen und uns die Verwobenheit der Welt vor Augen halten, stellen wir fest, dass wir die Ahnen für jede nach uns folgende Generation sind und somit alle miteinander Verantwortung tragen. Wir sind die Mitte, und dieses Wissen kann uns neue Kraft schenken. Wir sind niemals allein, sondern immer verbunden mit einer langen Linie, die aus der Vergangenheit zu uns reicht und von uns in die Zukunft weist.

Und da sind wir wieder beim Geborgenheit und Rückhalt schenkenden Stamm des Baumes, der die Mitte zwischen Wurzeln und Krone bildet. Wurzeln, die in die Tiefe des Erdreiches und die Vergangenheit weisen, Äste, Zweige und Blätter oder Nadeln, die weit in die Höhe und Zukunft 
weisen und immer weiter wachsen.

Es ist dieses Bewusstsein der Mitte, das wichtige Fragen an uns stellt: 

Wie stehst du in Kontakt zu deiner Ahnenlinie? 
Was haben deine Ahnen an dich weitergegeben? 
Was davon kannst du wertschätzen und womit möchtest du lieber nichts zu tun haben? 
Wo liegen deine Wurzeln? Welchen Weg, materiell oder ideell, haben deine Ahnen dir geebnet? 
Was wirst du an kommende Generationen weitergeben?
Fühlst du dich so, als stände deine Ahnenreihe geschlossen hinter dir?
Stehst du hinter denen, die dir nachfolgen? 

Den rechtmäßigen Platz einnehmen

Unser Leben kann eine Antwort auf diese Fragen sein. Wir können unserer Kraft vertrauen und unseren Weg so gehen, dass er sowohl diejenigen ehrt, die vor uns kamen, als auch diejenigen bedenkt, die lange nach uns folgen werden. Dann nehmen wir unseren rechtmäßigen Platz ein, werden uns unserer Wurzeln bewusst, verstehen unsere Verortung in der Evolution, tanken darüber Urvertrauen und strecken unsere Äste aus, lassen sie zu echten Flügeln werden, um mit unserer Kreativität die Dinge für alle Wesen besser zu machen. Wir erinnern uns alter Tugenden wie Fleiß, Klugheit, Gastfreundschaft, Ehrlichkeit, Tapferkeit, Bescheidenheit, Genügsamkeit, Freundschaft und Großherzigkeit, die zynischen Zeitgenossen überholt vorkommen mögen, doch von denen wir glauben, dass sie die Gemeinschaft der Menschheit positiv beeinflussen können.

Wer tief wurzelt, kann wahrlich aufrecht stehen, kann wachsen und den Himmel berühren. Für sich und andere.Wir wünschen allen Menschen, dass sie wieder fest verankert ins Große Ganze einwurzeln können, Urvertrauen fassen und im Grunde über diese Wurzeln in sich aufsaugen, eine tiefe Zugehörigkeit erleben und dann ihre Flügel ausstrecken und in voller Größe ihre ureigene Facette in unser buntes Leben einbringen, ihre Talente frei leben und ihre einzigartige Weisheit in ein neues Miteinander einflechten.

Dieser Artikel ist Teil des Maas Magazins No. 23 VERTRAUEN - Vertraue ins Leben, komme, was mag!
Wie du Angst überwindest und dein Urvertrauen stärkst
Nachhaltig gedruckt oder als ePaper erhältlich: https://maas-mag.de/produkt/no-23-vertrauen/

Die Autoren:
Jennie Appel und Dirk Grosser leben und arbeiten gemeinsam im schönen Kalletal. Sie sind bekannt für ihre bodenständige und stets humorvolle Art der Wissensvermittlung und ihre warmherzige und kompetente Begleitung in spirituellen Prozessen. Sie sind Autoren von mehr als einem Dutzend Büchern (u. a. »Ahnenreise« und »Urkraft des Nordens«) und ebenso vielen Musik- und Meditations-CDs. 

www.jennie-appel.de
www.dirk-grosser.de
Seminare unter: www.sacred-web.de

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