Eliane Jorinde Mirjam Studergepostet am: 07 August 2023

Von der Holzasche zur Lauge – Wie wir mit Hilfe von Holzasche unser Geschirr und unsere Wäsche waschen

Lauge auf einfachste Weise aus (Hartholz)Asche herstellen und zum Geschirr- und Wäschewaschen verwenden (theoretisch auch zur Seifenherstellung)

Do it yourself

*Kurze Schritt-für-Schritt Anleitung im zweiten Abschnitt*

Meine Familie und ich leben seit vier Jahren vollkommen "Off-Grid" und bewegen uns stetig mehr in Richtung Selbstversorgung.

"Off-Grid" bedeuted, wir sind weder an öffentlichen Strom, noch an öffentliches Wasser oder eine Kanalisation angeschlossen und finden dadurch unsere eigenen Lösungen um mit den entsprechenden Themen möglichst einfach und regenerativ umzugehen.

Ein Thema, welches mich dabei seit einiger Zeit beschäftigt ist die Herstellung von eigener Seife...
Schon lange habe ich den Wunsch unsere eigene Seife aus einfachsten Zutaten herzustellen. Basis Zutat soll dabei unsere Holzasche sein, denn die ist nicht nur ein guter Dünger sondern mit ihr lässt sich auch sehr einfach eine Lauge ansetzen, welche man vielseitig verwenden kann.

Letztes Jahr haben wir also die Asche unserer Öfen in einem 120l Fass gesammelt (für die Lauge sollte man möglichst nur Asche von Hartholz verwenden) und kürzlich habe ich endlich zum ersten Mal eine Lauge damit angesetzt.
Jahre lang habe ich mich davon abhalten lassen das zu machen, weil es mir immer zu kompliziert erschien, da die meisten Anleitungen im Netz mehrere Eimer mit Löchern im Boden und verschiedenen Schichten als Füllmaterial (zum filtern) beinhalten - und weil wir hier sowieso schon stets alle Hände voll zu tun haben.

Da nun aber unser Kernseifenvorrat aufgebraucht war, hab ich mich kürzlich endlich dazu aufgerafft und eine Lauge angesetzt.

Weil ich keinen Eimer kaputt machen wollte, habe ich einfach die Asche in einen ganzen Plastikeimer hineingesiebt und dann im Verhältnis 2:3 mit Regenwasser aufgefüllt. Das Ganze wird einmal gründlich durchgerührt und dann für ein paar Tage stehen gelassen.

Da ich noch PH Teststreifen da habe, konnte ich einfach testen wann der PH Wert hoch genug war, um die Lauge zur Seifenherstellung verwenden zu können. Bereits am Abend des 2. Tages hatten wir einen PH Wert von über 13, was laut meinen Recherchen wirklich gut ist.
(Wer keine Teststreifen hat, kann auch ein frisches, rohes Ei vorsichtig in den Ansatz legen, wenn es schwimmt, ist die Lauge potent genug zur Weiterverarbeitung).

Um alles so einfach wie möglich zu machen, habe ich einfach den dreckigen Asche-Schaum oben auf der Lauge vorsichtig abgeschöpft und konnte dann (vorsicht, dass die gesetzte Asche dabei nicht wieder aufgewirbelt wird) mit einer Suppenkelle ganz einfach die klare Lauge abschöpfen und in Gläser abfüllen. Je dünner der wässrige Lauge-Film oberhalb der Asche wird, desto schneller wird er beim Abschöpfen verunreinigt - den Teil habe ich dann durch eine alte Mullwindel gegossen.
Ein bisschen was an Schwebestoffen kam dabei zwar mit, wenn man aber die Gläser nochmal eine Weile stehen lässt, senken die sich auf den Boden ab und man hat bei vorsichtigem Ausgiessen trotzdem reines, sauberes Laugewasser.

Den Rest der Asche kann man dann nochmal mit der halben Menge Regenwasser ansetzen und erhält nach ein paar Tagen nochmal eine gleich starke Lauge daraus.

Nachdem die zweite Portion Lauge dann abgeschöpft und abgefüllt ist, verwende ich die feuchte Asche zum Geschirr abwaschen. Dabei sollte man Gummi-Handschuhe tragen, wenn man etwas klüger ist als ich, denn die stark basische, feuchte Asche entzieht der Haut jegliches Fett.

Eingebrannte Pfannen sind mit der Asche auch super gut zu reinigen. Man schmiert einfach den Boden mit einer guten Portion feuchter Asche ein und lässt das Ganze für ein paar Stunden stehen und das Eingebrannte lässt sich danach wesentlich einfacher und ohne viel Aufwand lösen.

Irgendwann wird's mir dann bestimmt auch gelingen, eine einfache, eigene Seife mit der Lauge herzustellen - meine ersten beiden scchnell-schnell Versuche brachten noch kein zufriedenstellendes Ergebnis -und bis dahin bin ich erstmal froh, unser Geschirr und unsere Wäsche ohne irgendwelche gekauften Mittel sauber zu bekommen und ein kleines Stück unabhängiger zu sein. 💖

Ich halte euch auf dem Laufenden.

P.S. Das "Abwasser" verdünnen wir etwa 2:8 mit Regenwasser und nutzen es zum giessen unserer Pflanzen - allenfalls sollte man bei besonders Säure liebenden Pflanzen aber vorsichtig sein.

Man kann die Wäsche auch mit Efeu, Seifenkraut, Kastanien usw. waschen, nur haben wir das hier bei uns (bis auf kleine Mengen Efeu) alles nicht und die Asche fällt sowieso jeden Winter an, also ist das für uns die praktischste Lösung. Ich freu mich, wenn ihr eure eigenen Erfahrungen bezüglich diesen Themen in den Kommentaren teilt und wir uns hoffentlich alle gegenseitig inspirieren können! ✨🤍✨

Aschelauge Schritt für Schritt

1. Asche von Hartholz sammeln

2. Asche durch ein feines Sieb in einen Plastikeimer sieben

3. Asche mit der doppelten Menge (Regen)Wasser aufgiessen und mit einem Stock oder einer Kelle gut durchrühren

4. Nach zwei bis fünf Tagen den PH Wert testen, er sollte zur Weiterverarbeitung mindestens 11, besser höher, sein. Alternativ kann man ein frisches, rohes Ei in die Lauge legen, schwimmt es oben auf, ist die Lauge stark genug zur Weiterverarbeitung / Nutzung

5. Lauge abschöpfen und durch ein Stück Stoff filtern und zur Aufbewahrung in Gläser abfüllen

6. Die gereinigte, flüssige Lauge kann nun zum Waschen von Wäsche (ca. 2,3dl pro Wäsche) und zum Geschirrspülen (bitte nur mit Gummihandschuhen) verwendet oder zu Seife weiterverarbeitet werden

7. Der feuchte Ascherest (im Umgang damit ebenfalls besser Gummihandschuhe verwenden) kann genauso zum Geschirrspülen und als Scheuermittel verwendet werden

(8. Wir nutzen das anfallende Abwasser stark verdünnt zum giessen unserer Pflanzen, Vorsicht bei stark Säure liebenden Pflanzen)

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