Foto: Catharina Roland

Karin Neumeyergepostet am: 04 March 2024

Das Hügelbeet

Der Klassiker in der Permakultur

Do it yourself

Das Hügelbeet ist der Tausendsassa in der Permakultur. Es heisst Hügelbeet, weil es tatsächlich in der Form eines Hügels angelegt wird. Das bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Es werden Kleinklimazonen geschaffen, die sehr unterschiedlichen Pflanzen gute Standortbedingungen bieten. Es erhöht die Wasserspeicherkraft des Bodens, kann Niederschlagswasser hervorragend aufsaugen und speichert es. Dennoch erwärmen sich die Hügelbeete schneller und der Verrottungsprozess im Inneren tut sein Übriges.

Die Vorteile gegenüber dem Hochbeet liegen auf der Hand:

  • mehr Anbaufläche
  • der Wärmepumpeneffekt sorgt für mehr Wärmespeicher, so gedeihen auch wärmeliebende Pflanzen wie Zucchini, Kürbis, Gurken und Melonen
  • durch den lockeren Anbau kann der Boden mehr Wasser speichern
  • mehr Artenvielfalt und auch der Anbbau von Pflanzen, die z.B. über ihre Wurzeln "Schädlinge" vertreiben oder Nektarangebot für bestäubende Insekten tragen, ist möglich
  • kostengünstiger, da keine Anschaffungskosten

Wann anlegen?

Der ideale Zeitpunkt, ein Hügelbeet anzulegen, ist das Frühjahr. Wenn man das Hügelbeet im Herbst anlegt, kann es von Wühlmäusen oder Schnecken als Behausung gewählt werden :-)

Wo anlegen?

Das ist abhängig davon, ob es eine Hanglage ist oder in der Ebene. Grundsätzlich empfiehlt sich eine windgeschützte sonnenbeschienene Nord-Süd-Ausrichtung des Beetes, da so die gesamte Fläche des Beetes genügend Licht abbekommt.

Wie anlegen?

Die Neigung des Hügelbeetes sollte mindestens 45 Grad betragen. Auch Neigungen von 60-70 Grad sind möglich und besonders bei lehmigen Böden empfehelnswert. Ist das Beet zu flach, besteht die Gefahr, dass es verdichtet und durch die verringerte Sauerstoffzufuhr und den nicht mehr ungestört stattfindenden Verrottungsprozess sinkt der Ertrag.

Die Materialien für das Innenleben des Beetes sammelt man idealerweise schon frühzeitig. Hier gilt wie sonst auch in der Permaklutur: man verwendet, was vor Ort vorkommt/wächst. Das Hochbeet besteht aus Schichten verschiedener Materialien. Verallgemeinern kann und sollt man hier nichts, da die Beete je nach Lage, Bodenbeschaffenheit, Windverhältnissen, Wasservorkommen etc unterschiedlich angelegt werden.
Man kann aber grundsätzlich sagen:

Die Unterste Schicht kann aus grobem Material, wie Baumstämmen, Holz und Ästen aus dem eigenen Garten / der eigenen Anlege bestehen. Holz wird nur langsam abgebaut und liefert so lange Wärme.

Darüber kommt die Grasnarbe vom Aushub des Beetes.
Die nächste Schicht besteht aus Stroh, Heu oder Laub.
Darauf folgt eine Schicht Mist oder Kompost.
Nun folgt ein Gemisch aus Gartenerde und Komposterde.
Darüber kommt eine Schicht Mulch, Stroh oder Heu.

Wie bepflanzen?

Am besten sofort nach Fertigstellung. Die Erde ist dann durch die frische Aufschüttung noch locker. Samen fallen durch die lockere Erde und werden nicht vom Wind vertragen oder bei Regen ausgeschwemmt. In diesem Boden können die Pflanzen gut anwachsen und wurzeln.

Auf den höchsten Bereich des Hügelbeetes können Sträucher angepflanzt werden. Gemüsesorten etwas weiter unten. Auch der Anbau von Obstbäumen ist möglich, sie können, ebenso wie Sträucher auch zwischen die Beete gesetzt werden.

In der Permakultur empfiehlt es sich, mehrere Hügelbeete nebeneinander anzulegen. Bei der Gestaltung sollte der Abstand zwischen den einzelnen Beeten gut durchdacht werden, je nachdem wie die Anlage bewirtschaftet wird.
Auf Hochbeeten kann Gemüse aller Art angebaut werden: Tomaten, Zucchini, Kürbis, Erdäpfel, Gurken, Salat, Erbsen, Bohnen, Radieschen, Karotten. Wenn das Innere des Hügelbeetes aus Material besteht, das schnell verrottet und gute Nährstoffverhältnisse vorliegen, wachsen im ersten Jahr sogenannte „Starkzehrer“ (Kürbis, Zucchini, Zuckermais, Sellerie, Erdäpfel…) besonders gut. „Schwachzehrer“ wie Erbsen, Bohnen und Erdbeeren dann ab dem dritten Jahr.

Unerwünschte Beikräuter am Besten mit der Wurzel aus dem Beet entfernen und an Ort und Stelle mit den Wurzeln nach oben liegen lassen. Auch mit Mulchen können Beikräuter reguliert werden.

Das Hügelbeet flacht im Laufe der Jahre ab. Es sollte dann ausgebessert oder komplett neu angelegt werden.

Foto: Catharina Roland

Online-Quellen & weiterführende Links

https://www.projektpeace.de/2023/03/12/huegelbeet-die-nachhaltige-loesung/

Literaturempfehlungen

Sepp Holzer's: Permakultur
Peter Steffen: Mit Permakultur zurück ins Leben
Karin Schlieber: Prinzip Permakultur

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