Catharina Rolandgepostet am: 03 November 2023

DIE SÄULEN EINER GEMEINSCHAFT

Die wichtigen Grundvoraussetzungen, um erfolgreiche Gemeinschaften zu gründen. Ein Vortrag von Uwe Burka und ein PDF

Inspirierendes Wissen

Im Juli 2022 fand im wunderschönen Schloss Haggenberg - organisiert von der LIVING EARTH AKADEMIE - das Seminar "Wir schaffen unsere neuen Lebensräume" statt.

Uwe Burka ist internationaler Berater für Wirtschafts-, Siedlungs- und Stadtentwicklungen und hat leitend zwei sozial-ökologische Dorfgemeinschaften mit neuen Wirtschaftsformen mit aufgebaut. Er ist Autor des Buches „Jeder kann die Zukunft mitgestalten“, begleitet viele Gemeinschaftsprojekte und leitet Seminare.

In diesem reichhaltigen Vortrag spricht Uwe Burka über die Grundvoraussetzungen um erfolgreich Gemeinschaften zu gründen.

Worauf kommt es bei einer richtigen Gemeinschaft an?

Diese Frage kann Uwe Burka beantworten. Seit Jahrzehnten beschäftigt er sich mit dem Thema Gemeinschaft - hat in England und in Deutschland Dörfer aufgebaut, er hat Städte mitgeplant und Firmen geholfen sich umzustrukturieren - kurz, er hilft seit Jahren Gemeinschaften dabei, auf den Boden zu kommen. Aber was sind die Fragen, die man sich wirklich stellen sollte? - und darüber erzählt er in diesem Vortrag!

Er sprich von der Dualität und der Polarität - wir sind polar, aber haben die Aufgabe, uns immer in der Mitte zu treffen, kann man dazu als Grundgedanken nehmen.

Dieses Denken ist essenziell - aber die Kirche hat durch die Fusion von den 2 Teufeln, die es in der Bibel gibt, uns aus dem polaren Denken herausgebracht hat, und in ein duales Denken hinein.

Wie wir durch die Tradition der Kirche in unserem Denken in Bezug auf Polarität geprägt worden sind, und welche Kreise das bis heute in unsere Gesellschaft zieht, sieht man immer noch. Die Kirche hat ganz stark die Dualität geprägt - das Gute und das Böse, dass einander diametral gegenüber steht. Diese schwarz-weiß Zeichnung hat auch in der Unterhaltungsindustrie, und dadurch in das Denken von uns allen einen Platz eiingenommen - in amerikanischen Filmen wird die Dualität immer wieder unterstrichen, den guten Polizisten und den bösen Verbrecher, den Guten und den Bösen, den Held und den Anti-Helden. Durch so einen Input kommen wir schnell dahin, dass wir nur noch urteilen - aber, so Uwe Burka, sobald wir beginnen zu verurteilen, können wir nicht mehr wahrnehmen. Das heißt also, durch diese Trennung - denn das ist es, was passiert, wenn wir andere verurteilen - passiert, dass wir den anderen nicht mehr sehen, hören, oder spüren können.

Daher, die zweite und zentrale Frage in diesem Vortrag: Nehmen wir uns wirklich wahr in unserem Kern? Wer bist du? Und was brauchst du?

Denn jeder Einzelne von uns ist tief in sich ein Genie. Nur dass dieses Genie durch das System zubetoniert worden ist - und die Frage ist, wie wir diesen Beton aufhämmern können. Uwe sagt, dass eine Möglichkeit den Beton zu brechen ist, sich ehrlich ebendiese Fragen zu stellen - wer bist du, und was brauchst du? Dann kannst du dich ehrlich erkennen. Aber die Parzivalfrage spielt immer mit rein - der ehrliche Wunsch, diese Frage auch dem Menschen gegenüber zu stellen. Und in weiterer Folge diese Frage sich als Gemeinschaft zu stellen - liebe Welt, was brauchst du?

„Wir sollten endlich aufhören, uns selbst als Nabelschnur zu denken.“ Damit will Uwe sagen, dass wir beginnen sollen, für die Welt zu tun. Denn auch, wenn man Probleme hat, oder hatte - und hier spricht Uwe aus eigener Erfahrung, der als Kind die Krankheit seiner Mutter mit epileptischen Anfällen miterlebt hat - wenn man beginnt, für andere zu tun, dann erledigen sich diese Probleme wie von selber. Er möchte damit keinenfalls die Wichtigkeit der Probleme zu verdrängen - aber sie relativieren sich, und das geht viel leichter, als wenn man „immer nur im Schlamm rumrührt“.

Im Kontext der Gemeinschaft können wir dabei eine andere Frage ins Licht rücken - nicht vielleicht Fragen nach dem schönsten Wohnort, oder nach dem liebsten Freizeitbetrieb stattdessen sollte die Frage in Gemeinschaften, nach der man sich richtet, diese sein: „Was ist meine Aufgabe?“ Eine schöne Frage. NIcht die Frage, worauf man Lust hat zu tun, oder womit man Geld verdienen will. Nicht die Frage nach der Beschäftigung, um es so auszudrücken - die Frage nach der Aufgabe, die du hier hast.

Uwe ist ein Meister der Fragen - und diese stellt er in diesem Interview noch:

Welche Pole spielen dabei eine Rolle? Die Landwirtschaft und die Kultur. Wir alle sind für die Landwirtschaft verantwortlich - nicht nur die Bauern. Und was ist unsere Kultur? Und was ist unsere Vision für die Kultur - für die Vision der Kinder?

Welche Entscheidungsfindungen gibt es - wie kann man gemeinsam Entscheidungen treffen? Wie ist eine Gruppe hellsichtig - gemeinsam?

Dieses Interview ist sehr berührend, sehr inspirierend, und sehr schön - sehr rund. Sehr wert, es sich anzusehen - oder anzuhören. Abschließend noch einer der vielen, wundervollen Sätze von Uwe - einen Satz, den man sich merken, auf den Spiegel kleben, verinnerlichen kann:

„Da wo ich eine Frage habe, wird die Welt auf einmal riesig!“

Danke, Uwe!

In folgendem PDF stellt Uwe eine Checkliste für Kulturoasen zur Verfügung:

Material

Online-Quellen & weiterführende Links

https://kulturoasen.eu/

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