Lena Neumeyergepostet am: 27. Mai 2026

Eine Geschichte des Nachaltigen Reisens

mein persönlicher Zugang

Inspirierende Geschichte

Anlässlich des Monatsthemas ,,Nachhaltig Reisen’’ hat mir die liebe Sasa ein paar Fragen gestellt, auf die ich in dieser Lösung eingehen möchte.

Zu Beginn ein wenig zu mir und warum ich den ein oder anderen Tipp zum nachhaltigem Reisen parat haben könnte...

Es ist das Jahr 2021. Die Corona geprägten Herausforderungen gehen auch an mir nicht spurlos vorbei. Im Sommer habe ich mein freiwilliges soziales Jahr abgeschlossen und auch mit meiner Ausbildung zur Ernährungstrainerin geht es dem Ende zu. 
Und was nun? 
Bei etlichen Jobs habe ich mich beworben, doch ohne Erfolg. Es soll irgendwie nicht sein… Im Herbst stieß ich auf ein Youtube Video über eine autonome Kommune in Costa Rica. Dieses Video inspirierte mich enorm und änderte alles. 
Mir wurde klar: Ich möchte so leben! Und ich möchte die Welt bereisen!

Ohne großen Plan buchte ich kurz darauf meinen ersten Solo Flug nach Costa Rica. Und dies war der Beginn von den Erfahrungen, die mich zu der Lena formten, die ich heute bin. 
Was als 3-monatige Reise nach Costa Rica geplant war verwandelte sich in 8 Monate durch Süd- und Mittelamerika (Panama, Mexico, Peru).
Darauf folgten 2 weitere Reisen;
2022 nach Brasilien und 2024 durch Costa Rica, Nicaragua und Guatemala.

Ich kann gar nicht in einer einzigen Lösung zusammenfassen was da Alles passiert ist, geschweige denn die Transformation die ich durchlebt habe.


Aber ich möchte ein paar Tipps teilen, wie auch du alleine und mit einem ,,low Budget’’ respektvoll und nachhaltig Reisen kannst,

anhand der Fragen von Sasa - vamos!

Was bedeutet nachhaltiges Reisen für dich?

Zum einen den bewussten Umgang mit Ressourcen und Transportmitteln, aber vor allem die bewussten Entscheidungen die Mensch als TouristIn trifft. Beispielsweise mich für ein Volunteering Programm anzumelden, anstatt einen Aufenthalt im Luxus Resort zu buchen. Denn jede Entscheidung, die ich als AusländerIn treffe, affektiert indirekt die Population des Landes, das ich bereise, positiv wie negativ. Hierzu habe ich einen Link zum Thema ,,Gentrifizierung’’ ganz unten hinterlassen.
Ein sehr trauriges Beispiel hierfür ist Jamaika, wo die Einheimischen mittlerweile weniger als 1% zu ihren lokalen Stränden haben. (Siehe Links)

Deswegen behaupte ich auch nie das ein Land ,,billig’’ ist, den das ist eine Sache der Perspektive und der sozialen Schicht, der ich angehöre. Das bringt mich gleich zur nächsten Frage…

Worauf achtest du beim Reisen?

Grundsätzlich versuche ich den Luftverkehr so gut wie möglich zu vermeiden. Ich bin beispielsweise mit dem Bus vom Norden Costa Ricas in den Süden Nicaraguas gereist, jedoch von Nicaragua mit dem Flugzeug nach Guatemala, da zu dem Zeitpunkt die politische Lage in El Salvador sehr angespannt war und mir auch öfters davon abgeraten wurde mittels Landweg die Nachbarländer zu durchreisen. In der 4. Frage gehe ich noch tiefer auf die Frage ein.

Welche Arten von Reisen hast du schon gemacht? Wo warst du schon überall? 

Am Anfang bin ich schon etwas eingegangen auf die Länder, die ich besucht habe und jede Reise dauerte um die 8 Monate (über den Winter). Die Reise nach Brasilien war jedoch ein wenig anders, da ich dort meinen Ex-Partner besucht habe und mit ihm unterwegs war. 
Wir sind damals mit einem alten VW Bus durch den Südosten und der Küste entlang gereist, alles während ich einen Aufenthaltstitel beantragt habe. Das war ziemlich aufregend auf vielen Ebenen. ;-)

Im April diesen Jahres bin ich das erste Mal mit meiner besten Freundin Juli nach Portugal gereist und das hat mir gezeigt, wie angenehm es sein kann, auch mal nicht ganz alleine unterwegs zu sein. Wir haben Freunde besucht, die ich über Couchsurfing vor 2 Jahren kennengelernt habe und anschließend in einem Yoga & Detox Retreat Center in der Algarve gearbeitet.

Üblicherweise suche ich mir ein Land aus das mich anzieht, starte dort und lasse mich dann vom Universum führen. Im Vorfeld informiere ich mich über mögliche Work& Travel Stellen über:

,,Workaway’’ ,oder ,,Worldpackers’’, dies beeinflusst meistens auch in welche Gegend ich dann gehe. (Siehe Links)

Auf diesen Plattformen gibt es zahlreiche Möglichkeiten aktiv zu werden bei nachaltigen Projekten, Organisationen, Tourismusbetrieben, Landwirtschaften uvm. 
Zusätzlich gibt es auch die Plattform ,,Couchsurfing’’, wo du bei Fremden (meist Locals) übernachten kannst und so einen ganz anderen Zugang zum Ort gewinnst.

Was nimmst du dir mit von deinen bisherigen Reisen?

Das es immer einen Weg gibt und du nie wirklich alleine bist. Wenn du aus deinem Alltag ausbrichst und eine gewisse Offenheit mitbringst wirst du so viele liebe Menschen und Gleichgesinnte kennenlernen. Und vor allem lernst du dich selbst ganz neu kennen und auch lieben.

+Meine Liebe zu Cacao und das Know-How rund um die Pflanze!

+Demütig zu bleiben.

Ich bin unglaublich gewachsen und jedes Mal stärker geworden. In meinem Selbstwert, in meinem Selbstvertrauen, im Wahrnehmen meiner Intuition. Dazu kommen all die wertvollen Freundschaften und Bekanntschaften, die ich über die Jahre schließen durfte und die unzähligen Erfahrungen, die mich tief geprägt haben.

Ich liebe es neue Kulturen kennenzulernen und bin mir mittlerweile meinem riesigen Privilegs bewusst. Mit den ganzen schönen Erfahrungen kommt mindestens halb soviel Schmerz und Herausforderung, und ich möchte diesen Teil nicht schön reden. 
Ob es die soziale Ungerechtigkeit ist, die Umweltverschmutzung, die vielen Abschiede die man erlebt, oder einfach dieses Gefühl von Überforderung ist.

An dieser Stelle möchte ich die Aufmerksamkeit nicht auf mein persönliches Leid richten, sondern auf Möglichkeiten des bewussten Reisens. Denn du wirst die Welt oft nicht verändern können, wie du das im Moment möchtest und auch keine perfekten Entscheidungen treffen, wo keinem Lebewesen Schaden zukommt.

Aber du kannst dir der Realität bewusst werden, immer offen sein Etwas dazuzulernen und dein Bestes geben. Z.B.: Plastik vermeiden, auf lokalen Märkten einkaufen, viel Eigenrecherche betreiben, Wege finden indigene Völker zu unterstützen uvm.

Privileg = Verantwortung.

Respekt bedeutet für mich auch die Sprache des Landes zu lernen, das ich besuche. Zumindest die Basics.

Was möchtest du beim nächsten Mal anders machen?

Ich würde mir meine Finanzen besser einteilen und auch im Vorhinein schon einen flexiblen Rückflug buchen. Bei Work&Travel Angeboten fallen üblicherweise keine Kosten an und die Mindestaufenhaltsdauer beträgt meist 1 Monat, was super ist, da Mensch sich 1 Monat keine Gedanken um Finanzen machen muss. :-)
Das Finanz Management ist aber fairerweise eine generelle Baustelle in meinem Leben… ;-)

Zusätzlich würde ich eigentlich nichts ändern, ich mache mir nicht so gerne genaue Pläne, sondern lasse mich gerne führen und schaue im Moment auf was ich Lust habe und wie lange ich wo sein möchte.

Wie hat das Reisen dich verändert?

In der Essenz würde ich sagen, dass ich jedes Mal weiser, resilienter und erfahrener zurückgekommen bin und auch ein ganzheitlicheres Verständnis von der Welt dazugewonnen habe.

Zusammenfassend:

Reisen ist ein Privileg, ein Geschenk. Und du entscheidest was du daraus machst. Wenn du Mut und Bereitschaft zeigst zu wachsen, wirst du die tollsten Erfahrungen machen.

Falls du Fragen hast kannst du mir jederzeit schreiben!
Alles Liebe,
Lena

Online-Quellen & weiterführende Links

https://www.bpb.de/themen/stadt-land/stadt-und-gesellschaft/216871/gentrifizierung-ursachen-formen-und-folgen/ https://govisitjamaica.com/why-jamaicans-cant-access-their-own-beaches/ https://www.worldpackers.com/ https://www.workaway.info/ https://www.couchsurfing.com/

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