DER GIERSCH
Eines unserer ältesten Wildgemüse und Vitamin C Lieferant für das Frühjahr
Do it yourself
Lateinischer Name: Aegopodium podagraria
Sammeln in der Natur: wächst häufig bei feuchten Gebüschen, in Auwäldern und an Rändern von Bächen und Flüssen
Verwendete Teile: Blätter
Blütezeit: Juni bis August
Sammelzeit: März bis September
Inhaltsstoffe: Kalzium, Magnesium, Silizium, Phosphor, Nitrate, ätherisches Öl, Vitamin C, Vitamin A, Eisen, Mangan Kupfer, den sekundären Pflanzenstoff Cumarin
Giersch im Garten ist kein Unkraut, sondern ein wahres Heilmittel im Frühjahr (die jungen, immer wieder nachwachsenden Triebe können auch im Sommer noch in Salaten, Pestos, Spinat oder Saucen genossen werden).
Ich esse Giersch sehr gerne im Frühling in Salaten mit Gänseblümchen - und zwar immer dann, wenn mein Körper eine ordentliche Portion Vitamin C benötigt.
Giersch schmeckt sehr frisch (nach Petersilie oder Sellerie) und genau wie beim Gänseblümchen kannst du das Vitamin C regelrecht herausschmecken. Giersch im Salat, als Saft (frisch aus dem Entsafter!) oder in einem leckeren Wildkräutersmoothie unterstützt deinen Körper optimal bei der Ausleitung von freien Radikalen. Giersch sollte - wie alle Wildkräuter- am besten frisch genossen werden, damit der Körper alle Informationen (energetisch wie Mikro-und Makroelemente) aus dem frischen und kraftvoll-lebendigen Wildgemüse erhält.
Wenn du dir Nahrung aus den zahlreichen wilden, vitalstoffreichen und noch dazu kostengünstigen Wildgemüse-Sorten zubereitest, denke immer daran, dass wir alle teil eines natürlichen Lebenskreislaufes sind. Wir achten, hüten und schätzen das Leben und tragen deshalb alle dazu bei, das Leben zu fördern. Gib' deshalb gerne alle Reste deiner gesunden und ursprünglichen Nahrung auf den Kompost und somit dem Leben (Mutter Natur) zurück.
So sieht Giersch aus
Die Form der Blattscheiden am Blattstiel erinnert an den Huf einer Ziege („Geißbock“). So sind übrigens die weiteren Beinamen im Volksmund auch Geißfuß oder Dreiblatt. Die Blattstiele sind dreikantig, die Blätter grundsätzlich dreiteilig.
In der freien Natur ist Giersch sehr wuchsfreudig. Als ausdauernde Staude wächst Giersch einen halben Meter hoch; der kantig gefurchte Stängel des Haupttriebes aus welchem später die Blüten hervortreten, steht aufrecht und ist oben verzweigt. Nur der Haupttrieb ist rundlich und hohl. Die wechselständigen Blätter sind 3-zählig entweder einfach oder doppelt gefiedert sowie dreikantig gestielt; der Blattrand ist fein gesägt. Die Blätter sitzen mit Blattscheiden am Stängel. Die weißen Blüten stehen in flachen Dolden ohne Hüllblättchen. Die Früchte bestehen aus gerippten Doppelnüsschen. Die starkwüchsige Wurzel bildet lange, unterirdische Ausläufer, was ihn so ausbreitungsfreudig macht.
KÖSTLICHE GIERSCH REZEPTE
GIERSCH-PESTO
Dazu brauchst du:
Frisches Giersch-Gemüse
150 ml gutes Öl in Rohkostqualität (Sonnenblumenöl oder Olivenöl)
10 TL Nama-Tamari 1 Knoblauchzehe 1 Tomate 1 Prise Piment 1 TL Curry scharf 1 MS Muskat 1 Tasse eingeweichte Cashewkerne oder Sonnenblumenkerne (Zedernüsse) 1. alle Zutaten in den Hochleistungsmixer geben - fertig.🌿Wissenswertes für deine Gesundheit:
Achte beim Kauf von Bio-Ölen gerne auf gute Qualität. Das industrielle Gütesiegel "kaltgepresst" bedeutet nicht, dass die Öle beim Herstellungsvorgang nicht stark erhitzt wurden (bis zu 200 Grad ist laut Industrienorm erlaubt!). Kaufe lieber Öle in Rohkostqualität oder unterstütze Meschen und Höfe in deiner Nähe, die selbst Öle pressen.
GIERSCHSPINAT
Dazu brauchst du:
Frisches Giersch-Gemüse
Olivenöl, Ghee
Steinsalz
1. Erhitze das Fett behutsam in einer Pfanne (achte darauf, dass die Pfanne nicht zu heiß wird, ansonsten verwende lieber Kokosöl. Es ist das einzige Öl, welches stärker erhitzt werden kann, ohne schädliche Stoffe zu bilden)
2. Füge das Giersch-Gemüse hinzu und drücke es leicht ins Fett. Wende es nach kurzer Zeit. Der Giersch-Spinat soll knusprig, aber nicht zu braun werden.
3. Zum Schluss salze diese Köstlichkeit - fertig.
GIERSCH ALS PETERSILIENERSATZ
Hierfür einfach die Blätter trocknen - fertig!
GIERSCH IN DER NATURHEILKUNDE
Giersch wurde traditionell schon im Mittelalter als Heilkraut angewendet. Es kann unterstützend bei Her-Kreislauferkrankungen, Rheuma, Gicht und Entzündungen im Körper angewendet werden.
Äußerlich kann es bei Insektenstichen Linderung verschaffen, wenn wir den frischen Saft des Stiel sofort behutsam auf der Einstichstelle verreiben. Er verhindert das Anschwellen des Stiches. Merke dir hierbei: Die Schwellung bei Insektenstichen ist meist auf eine Vergiftung zurückzuführen. Diese kann akut sein (das Insekt ist vergiftet) oder an einer Übersäuerung des Körpers liegen.
🌿Wissenswertes für deine Gesundheit: Insekten sind ursprünglich unsere Helfer und unterstützen unseren Körper dabei, Gifte aus dem Körper abzutransportieren. Das Insektengift Chitin kann (vorausgesetzt das Tier und der menschliche Organismus sind gesund) von unserer Leber erkannt und zum Abtransport von freien Radikalen genutzt werden. Wenn ich merke, das ich "akut übersäuert" bin, dann lasse ich mich gerne auch einmal von einer Mücke stechen. Der Stich schwillt bei mir nicht an, mein Körper benutzt dieses Geschenk des Tieres, um sich zu heilen und sein Milieu zu regulieren.