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Bodenlebewesen
Das lebendige Reich unter unseren Füßen
Inspirierendes Wissen
Unter unseren Füßen existiert ein verborgenes Reich. In nur einem einzigen Esslöffel gesunde Erde gibt es mehr Bodenlebewesen, als es zurzeit Menschen auf dem Planeten gibt.
Der Boden ist wie ein eigenes, pulsierendes Universum ‒ voller Bodenlebewesen ‒, das unermüdlich daran arbeitet, unser Leben zu nähren, zu schützen und zu erneuern. Eine atemberaubende Vielfalt von Bakterien, Pilzen, Einzellern und winzigen Tieren kooperiert im Verborgenen und formt die Grundlage allen Lebens – für Wälder, Wiesen, Deinen Garten und auch unsere Nahrung.
Bodenlebewesen sind die unsichtbaren Helden in der "fantastischen Welt unter unseren Füßen": Sie zersetzen organisches Material, recyceln Nährstoffe, reinigen Wasser, bauen Humus auf und machen so die Erde zu einem fruchtbaren Fundament für Pflanzen, Tiere und uns Menschen. Ihre Arbeit ist unverzichtbar.
Wenn wir Bodenlebewesen unterstützen und den Boden lebendig halten, fördern wir das ökologische Gleichgewicht und schaffen einen sicheren Ort für kommende Generationen.
Betrachte diesen einen Löffel gesunde Erde als Symbol der Verbundenheit und des Lebens. Er enthält ein Netzwerk, das Milliarden von Jahren alt ist. Wenn wir unseren Blick dafür schärfen, eröffnet sich eine Welt voller Möglichkeiten, die Erde wertzuschätzen und eine bessere Zukunft zu gestalten.
Bodenlebewesen als Motor der Regeneration
Wenn die Natur ein eigenes Recycling-System hat, dann findet es unter unseren Füßen statt – in den lebendigen Schichten des Bodens. Die Bodenlebewesen übernehmen hier zentrale Aufgaben, um die Natur im Gleichgewicht zu halten und Lebensgrundlagen zu erneuern. Sie verwandeln sterbendes Material in neues Leben, reinigen die Erde und schenken ihr Fruchtbarkeit und Stabilität.
RECYCLING von Nährstoffen und Humusbildung
Der Boden ist wie ein großes Buffet, auf dem sich Blätter, Wurzeln, abgestorbene Pflanzenreste und andere organische Materialien ansammeln.
Bodenlebewesen wie Bakterien, Pilze und Kleintiere starten dann ein Zersetzungsorchester: Zuerst zerkleinern Asseln und Springschwänze und Co. die Materialien in kleinere Stücke. Bakterien und Pilze übernehmen die Feinarbeit, indem sie diese Reste zu nährstoffreichen Verbindungen abbauen.
Das Ergebnis ist Humus – ein dunkler, fruchtbarer Stoff voller organischer Substanz, der Nährstoffe langsam freigibt und den Boden langfristig nährt. Humus ist auch ein Speicher für Kohlenstoff und Wasser. Dieser natürliche „Dünger“ ist essenziell für die Regeneration von Böden und trägt maßgeblich dazu bei, unsere Pflanzen zu ernähren – und letztlich auch uns selbst.
Mikroorganismen als REINIGER der Erde
Neben dem Aufbau von Nährstoffen spielen Mikroorganismen auch eine entscheidende Rolle beim Abbau von Schadstoffen.
Einige Bakterienarten sind in der Lage, selbst hartnäckige chemische Verbindungen wie Pestizide oder Schadstoffe zu zersetzen. Sie „entgiften“ den Boden und machen ihn wieder nutzbar. Besonders beeindruckend ist ihre Fähigkeit, Schadstoffe durch enzymatische Prozesse in harmlose Substanzen umzuwandeln.
Pilze sind ebenfalls wahre Spezialisten im Umgang mit Schadstoffen. Einige Pilzarten können sogar hochresistente Verbindungen wie Holz oder chemische Rückstände abbauen, die sonst lange im Boden verbleiben würden. Ihre Rolle im Recyclingprozess sorgt dafür, dass selbst industrielle Rückstände nicht unbedingt das letzte Wort im Boden haben.
Symbiosen wie die Mykorrhiza oder die Partnerschaften zwischen Pflanzen und Bakterien sind dabei essenziell, um Nährstoffe bereitzustellen und die Bodenstruktur zu verbessern.
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Vielfalt der Bodenlebewesen
Das Netzwerk im Boden beherbergt eine faszinierende Vielfalt, von mikroskopisch kleinen Organismen bis hin zu größeren Bodenbewohnern. Jeder von ihnen hat seine Funktion, um den Kreislauf des Lebens am Laufen zu halten.
Alle Bodenlebewesen zusammen werden als Edaphon bezeichnet und können zum Beispiel im Waldboden beeindruckende 25 Tonnen pro Hektar wiegen. Doch wird ein Wald gerodet und in Ackerland umgewandelt, schrumpft diese lebendige Masse drastisch – auf lediglich vier bis fünf Tonnen pro Hektar.
MIKROFAUNA UND -FLORA:
Die unsichtbaren Architekten
Die kleinsten Lebewesen im Boden sind die größten Schöpfer und Pioniere: Protozoen, Pilze, Bakterien, Algen und sehr kleine Nematoden. Diese sogenannte Mikrofauna und Mikroflora ist kleiner als 0,2 mm und zählt zur dritten Stufe der Abbaukette im Boden.
Es gilt: Je kleiner die Lebewesen, desto zahlreicher sind sie. Mikroorganismen machen etwa drei Viertel der Gesamtmasse des Edaphons aus.
In Wäldern und trockenen Naturräumen dominieren Pilze als wichtigste Mikroorganismen, während Bakterien verstärkt auf offenen, landwirtschaftlich genutzten Flächen vorkommen.
Bodenbakterien
Die sogenannte Rhizosphäre, die Zone direkt um die Pflanzenwurzeln, ist ein weiterer Brennpunkt mikroskopischen Lebens. Hier übernehmen Bodenbakterien verschiedene Aufgaben und lassen sich in vier Gruppen einteilen: Zersetzer, Mutualisten, Pathogene und lithotrophe beziehungsweise chemoautotrophe Bakterien. Ihr harmonisches Zusammenspiel ist die Grundlage für einen fruchtbaren Boden.
Eine besondere Rolle spielen die Zersetzer, zu denen auch die Actinomyceten gehören. Diese große Gruppe von Bodenbakterien ist für den charakteristischen „erdigen“ Geruch der Böden verantwortlich. Sie sind in der Lage, selbst schwer abbaubare Bestandteile von Streu zu zersetzen – besonders effektiv in basischen Böden.
Mutualistische Bakterien, wie die Knöllchenbakterien, versorgen Pflanzen mit Stickstoff. Deswegen werden Leguminosen in der Landwirtschaft gerne als Gründünger verwendet.
Pathogene Bakterien können Pflanzen erheblich schaden und Krankheiten auslösen, die oft durch die Bildung von Pflanzengallen (Anomalien im Pflanzenwachstum) erkennbar sind. Diese Krankheitserreger stehen stets in Konkurrenz zu den „guten“ Bakterien, wie den Zersetzern oder Mutualisten. Pflanzen versuchen aktiv, das Gleichgewicht zugunsten der nützlichen Bakterien zu verschieben, indem sie bestimmte Stoffe über ihre Wurzeln abgeben.
Litotrophe beziehungsweise chemoautotrophe Bakterien gewinnen ihre Energie auf eine besondere Weise: Sie sind nicht auf Kohlenstoffverbindungen angewiesen, sondern nutzen stattdessen Stickstoff-, Schwefel-, Wasserstoff- oder Eisenverbindungen. Einige Vertreter dieser Gruppe spielen eine entscheidende Rolle im Stickstoffkreislauf und tragen zum Abbau von Schadstoffen im Boden bei.
Pilze im Boden
Pilze bestehen aus winzigen Zellen, die sich zu langen, schmalen Fasern oder Strängen, den sogenannten Hyphen, verbinden. Diese Hyphen können wenige Mikrometer dünn und mehrere Meter lang sein. Sie durchziehen den Boden als ein feines, dichtes Geflecht, das Myzel genannt wird. Verdickte Stellen des Myzels, die an Pflanzenwurzeln anliegen, spielen eine zentrale Rolle in der Interaktion zwischen Pilzen und Pflanzen ‒ das "Innernet" der Erde.
Wie Bakterien lassen sich auch Pilze im Boden in drei Gruppen einteilen: Zersetzer, mutualistische Pilze und pathogene beziehungsweise parasitische Pilze.
Die Zersetzer gehören zu den Schlüsselakteuren im Boden. Sie zerlegen organische Substanzen und sind in der Lage, selbst schwer abbaubares Material wie Holz zu zersetzen. Zudem können sie sogar einige sehr widerstandsfähige Schadstoffe abbauen. Genau wie Bakterien sind Pilze ein essenzieller „lebender“ Nährstoffspeicher, der den Pflanzen zugutekommt.
Pathogene oder parasitische Pilze hingegen können Pflanzen stark beeinträchtigen. Wenn sie Wurzeln befallen, können sie Pflanzen schwächen oder sogar zum Absterben führen. In der Landwirtschaft führen sie durch Krankheiten wie Wurzelfäule jährlich zu erheblichen Ernteverlusten.
Doch Pilze haben auch eine helfende Seite: Einige Arten werden inzwischen gezielt als biologische Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Diese Pilze können zum Beispiel Fadenwürmer, die oft als Pflanzenschädlinge auftreten, mit winzigen Schlingen fangen und zersetzen. Eine gezielte Impfung von Böden mit solchen Pilzen kann einen natürlichen Schutz gegen Schädlingsbefall bieten und gleichzeitig das ökologische Gleichgewicht im Boden bewahren.
Besonders bemerkenswert ist die Rolle der Mykorrhiza, einer Symbiose aus Pilzen und Pflanzenwurzeln. Über ihre feinen Fäden, die Hyphen, tauschen die Pilze und Pflanzen lebenswichtige Nährstoffe aus. Während die Pflanze den Pilz mit Zucker aus der Photosynthese versorgt, gibt der Pilz Mineralstoffe wie Phosphor und Wasser an die Pflanze weiter. Mykorrhiza-Pilze bilden zudem ein unterirdisches Kommunikationsnetzwerk, über das Pflanzen sogar Warnsignale austauschen können.
Einzeller
Einzeller wie Amöben, Geißeltierchen und Wimperntierchen messen zwischen 5 und 500 Mikrometer. In einem gesunden Boden können bis zu einer Million Einzeller in einem einzigen Teelöffel Erde leben.
Sie bewegen sich in dünnen Wasserfilmen, die die Bodenpartikel umgeben. Geißeln und Wimpern dienen als Fortbewegungsorgane, mit denen sie sich elegant durch das Wasser manövrieren können. Amöben hingegen bilden sogenannte „Scheinfüßchen“, um sich fortzubewegen.
Diese Bodenlebewesen ernähren sich von einer breiten Palette: Bakterien, andere Einzeller, organische Stoffe oder auch Pilze stehen auf ihrem Speiseplan.
Einzeller tragen wesentlich zur Mineralisierung von Nährstoffen bei. Während Bakterien einen höheren Stickstoffgehalt aufweisen, setzen Einzeller überschüssigen Stickstoff in Form von pflanzenverfügbarem Ammonium frei, wenn sie Bakterien verzehren. Dadurch helfen sie, die von den Bakterien gespeicherten Nährstoffe wieder in den Kreislauf einzubringen und sichern so die konstante Versorgung der Pflanzen.
Darüber hinaus regulieren Einzeller die Populationen der Bakterien. Indem sie sich von ihnen ernähren, stimulieren sie deren Wachstum und beeinflussen das bakterielle Gleichgewicht. Allerdings kann es bei einer Überweidung auch dazu kommen, dass bestimmte Bakterienbestände schrumpfen oder sich die Zusammensetzung der Arten verändert. Diese Dynamik zwischen Einzellern und Bakterien ist ein wesentlicher Bestandteil des komplexen, aber faszinierenden Systems des Bodens.
MESOFAUNA: Kleine Helfer
Neben den Mikroorganismen arbeitet eine Vielzahl kleiner Bodenbewohner an der Zerkleinerung organischer Materialien. Die Mesofauna ist 0,2 – 4 mm klein und umfasst Springschwänze, Milben und Nematoden. Sie zählen zur zweite Stufe der Abbaukette im Boden.
Diese Lebewesen sind für die Regulierung von Bakterienpopulationen essenziell und sorgen dafür, dass Nährstoffe wie Stickstoff in eine für Pflanzen verfügbare Form freigesetzt werden.
Fadenwürmer
Fadenwürmer (Nematoden) sind winzige Rundwürmer mit einem schlanken, langen Körper. Ihr Durchmesser beträgt etwa 50 Mikrometer, während ihre Länge von 1 bis 50 Millimetern variieren kann.
In Waldböden kommen diese kleinen Lebewesen in großer Anzahl vor: Ein Teelöffel Erde kann mehrere Hundert Fadenwürmer enthalten. Sie leben bevorzugt im feuchten Wasserfilm an Bodenteilchen, in der unteren Streuschicht oder im oberen Bereich humusreicher Böden.
Fadenwürmer haben vielfältige Ernährungsweisen. Manche fressen Pflanzenteile oder Algen, andere ernähren sich von Bakterien oder Pilzen. Einige Arten jagen sogar Einzeller oder andere Fadenwürmer. Diese Vielseitigkeit macht sie zu wichtigen Akteuren im Nährstoffkreislauf. Besonders die bakterien- und pilzfressenden Nematoden setzen pflanzenverfügbaren Stickstoff frei, wodurch sie direkt zur Nährstoffversorgung der Pflanzen beitragen.
Springschwänze
Springschwänze (Colembolen) sind kleine, flügellose Insekten mit einer Größe von 0,1 bis 9 Millimetern. Sie leben vorwiegend im Boden oder in der Streuschicht, können jedoch auch auf Pflanzen oder Baumstämmen gefunden werden. Auf einem Quadratmeter Boden können bis zu 100.000 Springschwänze leben.
Ihre Körperformen variieren von langgestreckt bis gedrungen und kugelig. Während Springschwänze, die nahe der Oberfläche leben, oft pigmentiert sind und Augen besitzen, fehlt den Arten in tieferen Bodenschichten diese Pigmentierung. Auch ihre Springgabel – das charakteristische Sprungorgan – ist in der Tiefe meist verkümmert.
Springschwänze sind wichtige Zersetzer. Sie zernagen Laub und pflanzliche Reste und zerkleinern so die organischen Stoffe, wodurch diese leichter von Mikroorganismen weiterverarbeitet werden können.
DOKUMENTARFILM ÜBER SPRINGSCHWÄNZE
MAKROFAUNA: Die großen Bodenbauer
Die Makrofauna ist 4 mm – 8 cm groß und beinhaltet Regenwürmer, Enchytäen, Insekten, Asseln, Tausendfüßler oder Schnecken. Sie gehören zur ersten Stufe der Abbaukette im Boden.
Über 90 Prozent der heimischen Insekten, darunter Erdbienen, Ameisen und Maikäfer, verbringen mindestens ein Entwicklungsstadium im Boden.
Regenwürmer
Der Regenwurm, der „König des Bodens“, spielt eine herausragende Rolle. In einem Hektar Boden können Regenwürmer gemeinsam ein beeindruckendes Gewicht von bis zu 2500 Kilogramm erreichen.
Regenwürmer graben unermüdlich Gänge, die den Boden lockern und organische Substanz, Wasser, Luft und Nährstoffe tiefer in den Boden transportieren. Ihre Ausscheidungen, die sogenannte Wurmlosung, sind extrem nährstoffreich und helfen bei der Bildung von Humus. Diese Tiere sind wahre Meister der Zersetzung in den meisten Lebensräumen.
Im Verdauungstrakt der Regenwürmer werden organische Substanzen, Mikroorganismen und Bodenteilchen gründlich vermischt und weiter zersetzt. Selbst nach der Ausscheidung als Wurmlosung bleiben diese Materialien biologisch aktiv und tragen erheblich zur Bodenfruchtbarkeit bei.
Ihre jährliche Produktion an nährstoffreicher Wurmlosung beträgt etwa 600 Tonnen, und die Gesamtlänge ihrer gegrabenen Gänge summiert sich auf bis zu 9000 Kilometer. Regenwürmer gehören nicht ohne Grund zu den wichtigsten Bodentieren. Die Präsenz von Regenwürmern wird sogar als Indikator für die Bodenqualität herangezogen.
Die sogenannten „anektischen“ Regenwürmer graben vertikale Gänge, die mehrere Meter tief sein können und wie eine „Minikanalisation“ wirken, durch die Regenwasser schnell in den Boden eindringen kann. So tragen sie dazu bei, Erosion zu verhindern und die Wasserverfügbarkeit zu verbessern. Nachts oder bei feuchten Bedingungen kommen sie an die Oberfläche, um verrottendes pflanzliches und tierisches Material mit ihrem Kopflappen zu erfassen und in ihre Gänge zu ziehen. In ihrem geschützten Lebensraum verdauen sie vor allem die auf dem Material lebenden Bakterien und Pilze.
„Endogäische“ Regenwürmer, die zweite Hauptgruppe, graben horizontale Gänge in der oberen Bodenschicht. Diese Regenwürmer sind blass gefärbt, da sie nur selten an die Erdoberfläche kommen. Ihre Aktivität lockert den Boden kontinuierlich und verbessert dessen Struktur.
Asseln
Asseln gehören zur Gruppe der landbewohnenden Krebstiere und atmen wie ihre Verwandten im Wasser durch Kiemen. Deshalb sind sie auf eine feuchte Umgebung angewiesen. Sie halten sich überwiegend an der Bodenoberfläche auf.
Diese Tiere sind bedeutend für die Zerkleinerung von Pflanzenmaterial. Während sie Pflanzenreste fressen, wandeln sie diese in ihrem Darm in Humus um. Auf einem Quadratmeter Boden können sich mehrere Hundert Asseln tummeln.
Gliederfüßer
Gliederfüßer (Arthropoden) umfassen eine vielfältige Gruppe von Lebewesen, darunter Insekten, Tausendfüßer, Krebse, Spinnen, Skorpione und Milben. Sie spielen eine zentrale Rolle im Bodenleben.
Durch die Zerkleinerung organischer Materialien vergrößern Gliederfüßer die Oberflächenstruktur, die Mikroorganismen besiedeln können. So fördern sie die Umwandlung von organischen Substanzen in nährstoffreichen Humus.
Ihre Ausscheidungen helfen, Nährstoffe gleichmäßig im Boden zu verteilen. Zudem transportieren sie Bakterien und Pilze, sowohl auf ihrem Panzer als auch in ihrem Verdauungstrakt, zu neuen Nahrungsquellen. Während ihres Verdauungsprozesses mischen sie pflanzliches Material mit Mikroorganismen, was die Zersetzung deutlich beschleunigt.
Gemeinsam mit Einzellern und Fadenwürmern leisten Gliederfüßer einen wertvollen Beitrag zur Mineralisierung der Nährstoffe, die den Pflanzen im Boden zur Verfügung stehen.
MEGAFAUNA: Die Großen des Untergrunds
Die Megafauna ist größer als 8 cm und enthält etwa Maulwürfe, Wühlmäuse und große/anektische Regenwurmarten. Auch sie zählen zur ersten Stufe der Abbaukette im Boden.
Tiere wie Maulwürfe, Mäuse, Dachse, Füchse und Wildkaninchen nutzen den Boden, um ihre Bauten, Winterquartiere und Kinderstuben sicher anzulegen.
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Was Du tun kannst: Lösungsorientierte Tipps
Die stille Arbeit der Bodenlebewesen verdient unsere Wertschätzung – und unser Handeln.
Jede und jeder von uns kann etwas dazu beitragen, die Gesundheit unserer Böden zu fördern und damit die Grundlagen für eine nachhaltige und regenerative Zukunft zu schaffen.
Hier sind einige einfache, aber wirkungsvolle Tipps, mit denen Du die Kraft des lebendigen Bodens unterstützen kannst.
Gartenpflege: KOMPOSTIEREN und MULCHEN
In Deinem Garten kannst Du ein Paradies für Bodenlebewesen schaffen.
Eine der besten Methoden dafür ist das Kompostieren. Organische Abfälle wie Gemüse- und Obstreste, Eierschalen, Laub und Schnittgut werden von Mikroorganismen und kleinen Bodenhelfern zersetzt und in nährstoffreichen Humus verwandelt. Dieser Humus verbessert die Bodenstruktur, speichert Wasser und versorgt Deine Pflanzen mit allem, was sie brauchen.
Auch das Mulchen ist ein Geschenk an den Boden. Eine Mulchschicht aus Rindenmulch, Laub, Stroh oder Grasschnitt schützt die Oberfläche vor Austrocknung, hält den Boden locker und dient den Bodenlebewesen als Nahrung. Du unterstützt damit ein natürliches Bodenleben, das Deinen Garten erblühen lässt.
BODENSCHONENDE LANDWIRTSCHAFT unterstützen: Vermeidung von Pestiziden und Kunstdüngern
Auch über den Garten hinaus kannst Du Einfluss nehmen. Industrielle Landwirtschaft, die stark auf chemische Düngemittel und Pestizide setzt, zerstört die empfindlichen Ökosysteme des Bodens. Viele Bodenlebewesen werden dabei getötet, und der Humusabbau wird beschleunigt, was zur Bodenerosion beiträgt.
Jetzt, wo Dir bewusst geworden ist, wie das Bodenleben dazu beirträgt, dass der lebenswichtige und gesunde Humus aufgebaut wird, ist es plötzlich ganz logisch, dass es beim "Düngen" primär darum geht, das Bodenleben zu füttern und damit zu unterstützen, den Boden aufzubauen, oder?
Unterstütze Alternativen, wie regenerative oder ökologische Landwirtschaft, die auf bodenfreundliche Methoden setzen. So kannst Du zum Beispiel einen Anteil bei einer SoLaWi (Solidarischen Landwirtschaft) beziehen.
Diese Ansätze respektieren die Kreisläufe der Natur, bewahren die Fruchtbarkeit der Böden und schützen die Lebensräume der Bodenorganismen.
Bewusstsein schaffen: KAUF und PFLEGE von BIOLOGISCHEN LEBENSMITTELN
Du hast die Macht, durch Deine Konsumentscheidungen die Böden zu schützen.
Biologisch angebaute Lebensmittel fördern den Erhalt gesunder Böden, da beim Bio-Anbau keine synthetischen Pestizide oder Kunstdünger verwendet werden. Stattdessen setzen Bio-Landwirte auf Kompostierung, Fruchtfolge und Mischkultur – Methoden, die den Boden lebendig halten.
Indem Du Dich für Bio-Produkte entscheidest, unterstützt Du nachhaltige Landwirtschaft und trägst aktiv dazu bei, den Boden und die Artenvielfalt zu bewahren.
Pflege außerdem Deine Lebensmittel mit Achtsamkeit und reduziere Abfälle, um auch so die Kreisläufe zu respektieren.
Verwende biologische Putzmittel. Sei Dir bewusst, dass alles was aus Deinem Abfluss hinaus fliesst, zu einem Teil wieder in den Kreislauf der Natur kommt.
Mitmachen: Lokale INITIATIVEN FÜR BODENGESUNDHEIT UND ARTENVIELFALT unterstützen
Manchmal beginnt die Veränderung vor der eigenen Haustür.
Engagiere Dich bei Initiativen, die sich für gesunde Böden und Artenvielfalt einsetzen. Gemeinschaftsgärten, Urban Gardening, lokale Kompost- oder Permakulturprojekte, Baumpflanzaktionen oder Biodiversitätsprojekte brauchen Menschen wie Dich, um einen Unterschied zu machen.
Auch das Teilen von Wissen ist eine wertvolle Unterstützung: Sprich mit Deiner Familie, Deinen Freund:innen und Nachbar:innen über die Bedeutung der Böden. Jeder Mensch, der die Verbindungen zwischen Boden, Nahrung und Umwelt versteht, kann Teil der Lösung werden.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bodenlebewesen sind unsere stillen Wegbereiter in eine regenerative Welt. Sie schaffen Humus, reinigen Wasser, stabilisieren das Klima und ermöglichen es Pflanzen, uu gedeihen. Diese winzigen Architekten und Helfer des Lebens zeigen, wie Kreisläufe, Symbiosen und Gemeinschaftsgeist die Grundlage für ein gesundes System bilden.
Wenn wir lernen, auf ihre unermüdliche Arbeit aufzubauen und sie zu fördern, können wir unsere Böden und Ökosysteme regenerieren. Gleichzeitig verbessern wir so Lebensmittel und damit unsere Gesundheit und Lebensqualität.
DIE WEITERFÜHRENDEN UND INFORMATIVEN PDF´S IM ANHANG:
🐜 Gleich hier unten findest Du im ersten PDF eine englischsprachige Studie des PNAS über die Arten und Anzahl der Bodenlebewesen.
🐜🐜 Im zweiten PDF kannst Du nochmals sehr detaillierte Informationen finden, was die "lebendige Fabrik" im Boden alles macht und wie diese wundervollen Arbeiter, Aufseher und Architekten im Boden agieren. Du lernst auch, was Du alles für die Biodiversität im Boden tun kannst!
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