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Welche Berührungen tun dir gut?
Intuition als Werkzeug für gefühlvolle Massagen
Inspirierendes Wissen
Es gibt verschiedene Zugänge zur Intuition: Manche empfangen Bilder, andere nehmen eine innere Stimme wahr, haben intuitive Einsichten oder orientieren sich an ihrer emotionalen Stimmigkeit. Und dann gibt es Menschen, die erleben körperlich, was für sie richtig ist und beziehen sich dabei z.B. auf ihr Bauchgefühl, ein energetisches Pulsieren in den Händen oder was ihr Herz ihnen eingibt. Viele Menschen sind mit ihrer Intuition auch über mehrere der erwähnten Kanäle verbunden und deshalb nicht auf einen einzigen allein angewiesen. Intuition öffnet einen inneren Bewusstseinsraum des Verstehens und des Mitgefühls. Intuition ist der Schlüssel, der Menschen individuell aus dem kollektiven und kosmischen Bewusstseinsfeld schöpfen lässt.
Was fördert Intuition und was hemmt sie?
Wir wissen aus unserer Erfahrung und der vieler anderer Menschen, dass bestimmte Voraussetzungen den Zugang zur Intuition erleichtern und fördern. Sehr hilfreich ist es, einen Raum innerer Ruhe und Stille in sich zu erschaffen, z.B. durch Achtsamkeitsübungen, Meditation oder Naturaufenthalte. Es scheint, dass alles, was unsere Gedanken zur Ruhe kommen lässt, das Karussell der Gedanken verlangsamt, der Intuition die Tür öffnet. So entsteht eine Art Lücke im Getöse der gedanklichen Betriebsamkeit, die sich so oft sorgt, ängstigt oder mit Planen befasst ist. In diesen Lücken kann die Intuition aufsteigen, als Gedanke, als Bild, als inneres Wissen, als Gefühl oder als körperliche Empfindung.Hemmend für intuitives Gewahrsein sind äußerer Lärm, Stress, Überforderung oder das Festhalten an vorgefassten Meinungen. Manchmal sucht sich die Intuition dann den Weg über das Träumen.
Die intuitive Sprache der Berührung
In Massageberufen spielt die Intuition eine herausragende Rolle. Beim Massieren ist man Menschen körperlich nahe. Jeder Mensch ist einzigartig, was sich auch im Körper und Energiesystem manifestiert, auf welche die Massage eingeht. Deshalb gleicht bei erfahrenen Behandler*innen keine Massage der anderen. Vor einer Massage erfragen wir die Anliegen unserer Klient*innen und entwerfen für sie ein individuelles Behandlungsmuster. Dies geschieht im Vorgespräch. In diesem Gespräch hören wir ganz bewusst zu.Wir hören auf die Feinheiten der Sprache, achten auf die Stimmung und auf das, was zwischen den Zeilen gesagt wird. Wenn wir dann an der Massageliege stehen, wechseln wir auf eine ganzheitliche Berührungsebene. Über den Sehsinn nehmen wir die lebendige Atembewegung wahr. In diesem Schauen können sich uns schon vielfältige Informationen mitteilen. Diese Information nehmen wir zum einen bewusst als Gedanken, Gefühl, Stimmung oder körperliches Empfinden wahr und zum anderen fließen diese Informationen unterbewusst in uns ein und übertragen sich dann auf die Hände, die intuitiv wissen, wie das Wahrgenommene in eine Berührung umzusetzen ist.
Unsere Hände als Feinwerkzeuge des intuitiven Wissens
Die Hauptaufmerksamkeit liegt während der Massage also auf der Berührungsebene. Auf dieser Ebene spüren wir als Behandler*innen vielfältige Eindrücke. Sensitive Hände nehmen ständig wahr, wie sich der berührte Körper, also der Mensch, den wir anfassen, anfühlt und auf die Berührung reagiert.- Ist die Haut warm oder kühl?
- Ist das Gewebe weich, gespannt oder hart?
- Strahlt eine Zone eine bestimmte Energie aus, die ausgestrichen werden möchte oder sehnt sie sich nach Aufmerksamkeit und ruhigem Halt?
Dann lassen wir uns überraschen, ob die Hände den nächsten Massagegriff fest oder leicht, dynamisch oder ruhig anwenden und schauen uns selbst dabei zu, wie die Hände die richtigen Stellen finden.
Diese Arbeit entsteht im Augenblick, sie ist schöpferisch und für die Klient*innen hochwirksam. In diesem Stadium wird aus dem Handwerk eine Kunst. Allerdings erfordert eine solche Massage seitens der Ausführenden eine bewusste Offenheit der Sinneswahrnehmung sowie die Fähigkeit, sich augenblicklich immer wieder neu auf einen Menschen beziehen zu können.
Intuition und fundiertes Wissen - die Kunst der Massagen
Intuition und fundiertes Wissen widersprechen sich nicht. Sie gehen idealer Weise Hand in Hand. In der Körperarbeit scheint eine intuitive Vorgehensweise gepaart mit fundiertem Wissen im Vorteil gegenüber einer rein mechanischen Behandlungstechnik zu sein, die immer wieder einem Schema folgt, das irgendwann einmal gelernt und abgespeichert wurde und dann nur noch abgespult wird.Dieser Artikel ist Teil des Maas Magazins No. 24 INTUITION - Finde deine innere Stimme.
Nachhaltig gedruckt und als ePaper erhältlich
https://maas-mag.de/produkt/no-24-intuition/
Über die Autoren:
Frank B. Leder & Kali Sylvia Gräfin v. Kalckreuth bilden seit 1989 sie Menschen aus, die mit ihren Händen anderen etwas Gutes tun möchten. Die Lehrinhalte an den 9 Schulen für TouchLife Massage in Deutschland und Österreich sind auf Fachwissen, tradierte Massagetechnik sowie die Entwicklung von freundlicher Sprache, Intuition, Achtsamkeit und Mitgefühl ausgerichtet.
Sie sind Autoren des Buchs "Goldene Massage-Regeln - Gute Massagen geben von Anfang an mit TouchLife"
www.touchlife.de