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Natürliche Empfängnisregelung
NER als Methode zur Selbstbestimmung über den eigenen Körper
Inspirierendes Wissen
Verhütungsmethoden gibt es in einer Varietät fast wie Sand am Meer – die Pille, der Spirale, das Pflaster, die Spritze, das Kondom, und und und. Trotzdem haben alle diese Verhütungsmethoden etwas gemeinsam - sie haben fast alle Nebenwirkungen. Oder sie sind nicht sehr sicher - das Kondom ist ein Klassiker, aber die Wahrscheinlichkeit, dass eine eine Frau erlebt, dass das Kondom verrutscht oder platzt, ist hoch. Auch verhütet das Kondom nicht sehr zuverlässig, am Pearl-Index gemessen – gemessen in einer Gruppe von 100 Paaren, die ein Jahr lang verhütet haben, sind zwischen 2-12 Frauen schwanger geworden.
Die Alternative sind zum Beispiel Hormonpräperate wie die Pille, oder Inautrinpessare (Spiralen). Beide haben Nebenwirkungen – Hormonpräperate greifen in den grundlegenden Zyklus der Frau ein, und geben ihr künstlich einen vor. Dadurch entfremden sich die Frauen von ihrem Zyklus, aber auch Nebenwirkungen wie Depressionen oder Arteriosklerose sind allgegenwärtig. Nicht nur das – die überflüssigen Hormone werden durch den Urin wieder ausgeschieden und landen im Grundwasser – unserem Trinkwasser.
Wusstest du, dass man Hormone nicht herkömmlich aus dem Wasser filtern kann? Oder dass in manchen Gewässern keine männlichen Fische entstehen können, wenn nämlich der Östrogengehalt im Wasser zu hoch ist? Die Nebenwirkungen bei der Spirale sind ähnliche, wenn es eine Hormonspirale ist - nur, dass diese in die Gebärmutter gelegt wird, den heiligsten Raum der Frau. Viele Frauen vertragen sie nicht, die Spirale kann lange Schmerzen bereiten, sie kann einwachsen und sogar in den Bauchraum wandern.
Eines der augenfälligsten Sachen, die sich aufdrängen ist aber, wenn man die Nebenwirkungen mal hinten anstellt, dass die Fruchtbarkeit der Frau wie eine Krankheit behandelt wird - Medikamente, Spritzen, Implantate – und nicht wie das, was sie wirklich ist – eines der größten Wunder dieser Welt.
Natürlich gibt es immer Frauen, die auch die herkömmlichen Methoden gut vertragen, und mit denen sie glücklich sind. Aber weil es immer mehr, besonders jungen Frauen, so geht, dass sie nicht mehr hormonell verhüten wollen, möchte ich euch hier eine Methode vorstellen, die völlig ohne Nebenwirkungen – und sicherer als die Pille ist.
NER – die sympto-thermale Methode
Die Methode, um die es geht, ist die Natürliche Empfängnisregelung, abgekürzt auch NER, ist eine sympto-thermale Methode.
Die Methode wurde in den 1950er Jahren von einem österreichischen Arzt, Dr. Josef Rötzer, und seiner Frau, Elisabeth Rötzer entwickelt. Aufgrund der Neugierde und der Aufgeschlossenheit der beiden konnten sie gemeinsam eine neue Art der Empfängnisregelung entwickeln – die NER-Methode.
Wieso eigentlich Empfängnis-REGELUNG und was heißt sympto-thermal?
Dr. Rötzer hat aufbauend auf früheren Publikationen festgestellt, dass es im Zyklus der Frau einen hormonell bedingten Temperaturanstieg gibt, und außerdem einige Zeichen, die auf die Fruchtbarkeit der Frau hinweisen. Daher sympto-termal – weil es der erste Ansatz ist, bei dem beides gemeinsam beobachtet.
Empfängnis-Regelung deswegen, weil man dadurch nicht nur verhüten kann – ein Paar kann auch, wenn ein Kinderwunsch besteht, ganz gezielt schwanger werden.
Wie funktioniert diese Methode?
Es gibt 2 Säulen, auf denen diese Methode basiert. Beide Beobachtungen werden jeden Tag in eine Tabelle eingetragen, und dann ausgewertet.
- Temperartur messen. Bei diesem Teil misst man jeden Tag in der Früh, noch vor dem Aufstehen, die Temperatur mit einem Thermometer. In einem Zyklus ist die Temperatur zu Beginn, also nach der Periode, tief - und steigt dann klar an, wenn der Eisprung stattgefunden hat.
- Auf Symptome achten. Man achtet den ganzen Zyklus lang auf besondere Zeichen, die man wahrnimmt. Eines, dass man beobachtet, ist der Zervixschleim - das ist der Schleim, der den Muttermund, den Eingang zur Gebärmutter verschließt, und denn man nur sieht, wenn die Frau ihre fruchtbaren Tage hat - also sich der Muttermund öffnet, um Spermien einzulassen.
Wieso ist diese Methode sicherer als die Pille?
Bei herkömmlichen Methoden wird auf unterschiedliche Arten versucht, den Zyklus der Frau zu kontrollieren. Bei dieser Methode hingegen wird nur beobachtet, und auf die biologischen Prozesse geachtet.
Ein Zyklus verläuft so, dass in den Eierstöcken eine Eizelle heranreift, die dann irgendwann sich auf den Weg in die Gebärmutter macht, um sich, wenn sie befruchtet ist, einzunisten. Wenn das nicht passiert, dann geht irgendwann die aufgebaute Schleimhaut der Gebärmutter ab, und der Zyklus beginnt von Neuem. Eine Schwangerschaft ist dann, wenn sich die Eizelle mit einem Spermium vereint - das heißt im Umkehrschluss, dass es Phasen gibt, in denen die Frau nicht schwanger werden kann, und zwar dann, wenn die Eizelle bereits abgegangen ist, sich die Schleimhaut aber noch nicht abgebaut hat.
Genau auf diesen biologischen Tatsachen setzt diese Methode an - mithilfe der oben schon genannten Techniken, wird die fruchtbare Phase der Frau genau bestimmt, und so können Paare ganz genau planen, ob und wann sie Kinder bekommen möchten.
Die Kontrolle die Empfängnis liegt also voll und ganz bei der Frau oder dem Paar - und ist kein „Ergebnis einer höheren Macht“. Man geht bewusst, achtsam und wissend an das Thema Empfängnis heran, und kann frei entscheiden, wie man verhüten möchte - sei es jetzt mit der Pille, oder mit NER oder etwas anderem.
Weitere Vorteile der NER-Methode:
- Frauen lernen sich selbst und ihren Zyklus kennen – man ist ganz verbunden mit sich selbst.
- Es ist ein partnerschaftlicher Weg – da das Paar in den fruchtbaren Tagen auf den Sex verzichtet, betrifft die Empfängnisregelung beide. Frauen fühlen sich mit dem Thema nicht mehr allein gelassen, und das Paar kann sich Zeit einteilen, in der sie Zeit verbringen möchten – aber auch sich auf die Zeit, sich aufeinander freuen. (Die Scheidungsrate ist übrigens deutlich niedriger bei Paaren, die mit NER verhüten!)
- Zuverlässig auch, wenn man auf alle Fälle eine Schwangerschaft vermeiden muss, zum Beispiel aus medizinischen Gründen.
- Kostengünstig – wenn man mit der Methode verhüten möchte, dann muss man sich lediglich ein Thermometer zulegen – dass dann eventuell ein Leben lang halten kann (wenn es nicht zB bricht). Man braucht weiters noch Tabellen zum Einfüllen der Daten – da kann man einen Block bestellen, oder aber auch die Formulare einfach ausdrucken.
- Natürlich ist NER eine Methode, die man lernen muss, und wie auch die anderen Verhütungsmitteln entscheidet die Korrektheit der Ausführung über die Zuverlässigkeit. So, wie man erst lernen muss, ein Kondom richtig überzuziehen, so muss man auch hier einige Punkte beachten - sie es aber auf lange Sicht wert sind, und die man nicht mehr missen möchte.
- Es ist zu Beginn eine Umstellung mit NER zu verhüten - man gewöhnt sich aber schnell daran, in der Früh die Temperatur zu messen, und die Zeichen zu beobachten. Und - rückblickend geht es schneller, als man denkt!
Diese Lösung war nur ein kurzer Einblick in dieses Thema – es ist vielschichtig und auf eine wunderschöne Art gehaltvoll.
Wer sich in dieses Thema vertiefen möchte, um auch mit NER zu verhüten, oder gezielt und bewusst in die Empfängnis zu gehen, der oder die kann wirklich wundervoll in dem Buch nachlesen, dass Dr. Rötzer und seine Frau geschrieben haben.
Wer verhüten möchte, kann die roten Seiten lesen, und gleich beginnen – wer noch tiefer in das Thema einsteigen möchte, kann das ganze Buch lesen, und ich sage euch, es ist es wert – man lernt so viel über den Zyklus der Frau, und dadurch auch, wie alles mit allem im Körper verbunden ist.
Man kann auch Kurse dazu belegen – mehr Infos findest du unten bei den Links.