Silke Nordfjällgepostet am: 11. Dezember 2024

Tierhaltung

Wie gut können es Tiere in der Haltung bei mir als Menschen haben?

Do it yourself

Jedes Tier wurde von unser aller Schöpfer als freies Wesen erschaffen, zu einem selbstbestimmten Leben in der Natur. Als wildes und freies Wesen in der Natur kann ein Tier all das leben, wozu es erschaffen wurde.

Ich möchte damit beginnen, dass wir alle, die sich bereits Tiere halten und die, die sich mit dem Gedanken an die Anschaffung eines Tieres befassen, uns folgende Fragen stellen:

*Wer gibt mir das Recht, ein fühlendes Wesen, das vom Schöpfer ursprünglich für ein freies und wildes Leben in der Natur erschaffen wurde, als mein Haus- oder Nutztier zu halten und es damit zu begrenzen?

*Wer gibt mir das Recht, meine eigenen Bedürfnisse (z.B. das Bedürfnis nach Nähe, Liebe, Zuwendung, Heilung, Therapie durch ein Tier usw.) über die Bedürfnisse des Tieres (nach Freiheit, artgerechtem Leben, Selbstbestimmung und einem Leben mit Artgenossen) zu stellen?

*Würde ich selbst so leben wollen, wie ich mein Tier halte(n möchte)?

*Würde ich selbst mir so dienen wollen wie mein Tier mir dienen soll?

*Warum will ich ein eigenes Tier haben und z.B. nicht anderen bei der Pflege und Betreuung ihres Tieres helfen?

*Wessen Bedürfnisse gehen vor, die des Tieres oder meine?

*Will ich mit der Anschaffung eines Tieres einem bestimmten Tier helfen oder meine eigenen Bedürfnisse befriedigen?

*Bin ich mir dessen bewusst, dass durch ein Leben bei und mit mir als Mensch niemals alle Bedürfnisse meines Tieres erfüllt werden können, so sehr ich mich auch darum bemühe?

*Bin ich mir dessen bewusst, dass diese unvollkommenen Bedingungungen bei mir als Mensch psychisches und körperliches Ungleichgewicht, Leid und Krankheiten für mein Tier verursachen können?

*Bin ich bereit, die Verantwortung für mein Tier auch dann bis an sein Lebensende zu übernehmen, wenn es durch meine (unvollkommenen) Haltungsbedingungen für mich anstrengend, unausgeglichen oder krank wird?

*Bin ich bereit, mich von meinem Tier in meinem Verhalten, meinem seelischen und körperlichen Befinden und meinen Haltungsbedingungen spiegeln zu lassen und bin ich mir bewusst, dass es dies defintiv tut und tun wird?

*Bin ich mir dessen bewusst, dass überall die Tierheime übervoll sind und viele Tiere bereits in Ungleichgewicht, Leid und Krankheit beim Menschen leben?

*Bin ich bereit, einem Tierschutztier oder einem anderen Tier ein zu Hause bei mir zu geben, dem es mit der Art seiner bisherigen Haltung nicht gut geht?

*Was höre oder lese ich von anderen Tierbesitzern über ihre Tiere, evtl. Probleme in der Haltung und was beobachte ich an anderen Tieren im Besitz des Menschen?

*Was verstehe ich unter "Liebe", wenn ich von meiner Liebe für ein Tier spreche? Entspringt es der Energie der reinen, bedingungslosen Liebe, ein Tier zu begrenzen, einzusperren, meine menschlichen Bedürfnisse an erste Stelle zu setzen?

*Kann ich wirklich aus vollem Herzen bejahen, dass mein Tier bei mir leben kann und können wird, was es zu seinem Wohlbefinden und seiner Gesundheit auf allen Ebenen braucht?

Wenn ich nun die Bedingungen und Voraussetzungen in freier Wildbahn mit den Haltungsbedingungen bei mir als Menschen vergleiche und dies einmal (tatsächlich oder in Gedanken) niederschreiben würde, zu welchem Ergebnis komme ich dann? Wie viele Vorteile hat das Tier, bei und mit mir zu leben im Vergleich zu den Nachteilen bei einem Leben mit und bei mir? Was könnte mein Tier als freies, wildes, selbstbestimmtes Tier in der Natur alles leben, und was kann es davon bei mir leben?

Dann darf ich mich fragen, was ich selbst für mein Tier möchte. Möchte ich das Beste für mein Tier, sein grösstes Glück, sein Wohlbefinden und seine Gesundheit auf allen Ebenen?
Möchte ich in meiner Tierhaltung in allem die Natur als Vorbild nehmen?

Wenn die Antwort ja ist, was kann ich dann als Tierhalter unter den jetzigen Umständen und Bedingungen tun, damit es mein Tier bei mir so gut wie nur möglich hat? Wie kann ich für mein Tier in der Haltung bei mir am Besten das Leben in freier Wildbahn nachstellen?

Ist es bedingungslose Liebe, die mein Antrieb ist, wenn es um die Haltung meines Tieres geht?

Meine Vision ist die völlige Freiheit und Selbstbestimmung aller Tiere, dass Tiere selbst wählen dürfen, ob und wie sie mit uns Menschen leben wollen.
Bis es dazu kommt, möchte ich mit euch Impulse und Ideen teilen, wie wir jetzt schon den Tieren in der Haltung bei uns Menschen das bestmögliche und gesündeste Leben bieten können.

Ich könnte über Tierhaltung beim Menschen ein ganzes Buch schreiben, will mich nun aber an dieser Stelle hier nur an einige Impulse und Gedankenanstösse und zwei exemplarische Tierarten halten, weil sonst der Rahmen hier gesprengt wird. Wer Bedarf an mehr Visionen, Vorschlägen und Ideen für Tierhaltung beim Menschen hat und speziell für sein eigenes Tier, darf sich gerne persönlich bei mir melden, ich brenne für dieses Thema und stelle mich gerne als kostenloser Coach zur Verfügung :-) Mehr nachzulesen von mir zu diesem Thema gibt es in meinem Buch "Das Buch für alle. Leben aus der Tiefe für Mensch und Tier" im Kapitel "Tiere".

Es ist unsere Aufgabe, alle zusammen überall auf der Welt zu beginnen und voranzutreiben, dass Haustiere und Nutztiere bei uns Menschen frei, selbstbestimmt und gesund leben dürfen. Es ist unsere Aufgabe, uns friedlich und gewaltlos über bestehende Gesetze und Regelungen hinwegzusetzen, die NICHT dem Wohle eines freien, natürlichen und selbstbestimmten Tierlebens dienen. Wenn wir dies ALLE ZUSAMMEN TUN, als VIELE, als Bewusste, gestalten wir Stück für Stück das Paradies...die Kraft der Masse kann nicht aufgehalten werden....

HUNDE

*Lasst uns Hunde-Paradiese auf dem Land und in der Natur erschaffen, wo jeweils mehrere Hunde verschiedener Besitzer zusammen tagsüber während der Arbeitszeiten bzw. anderweitigen Wirkens ihrer Besitzer sein dürfen, in einem festen Rudel/Verband von Hunden, die energetisch zusammen passen und sich sehr wohl miteinander fühlen. In diesen Paradiesen gibt es einen selbstbewussten, sicheren, ruhigen menschlichen Leitwolf, mit dem diese Hunde den ganzen Tag zusammen sind, an einem Ort in der Natur, auf einem uneingezäunten grösseren Grundstück. Die Hunde laufen die ganze Zeit frei auf dem Grundstück herum und halten sich dort immer in der Nähe ihres menschlichen Alphas auf dem Grundstück auf, der ihnen Sicherheit gibt und ihr ”Heim” ist. Auch auf gemeinsamen Spaziergängen läuft das Rudel frei und hält sich immer in der Nähe und unter den Augen seines Alphas, der keinerlei Jagd auf wilde Tiere erlaubt. Es gibt Hütten, Schuppen, Garage oder das Haus des menschlichen Alphas, in die sich die Hunde bei Bedarf jederzeit zum Schutz oder zum Ausruhen zurückziehen können. Die Besitzer der jeweiligen Hunde organisieren sich in Fahr- oder Bringgemeinschaften, um die Hunde morgens und abends zum Hunde-Paradies zu bringen und von dort abzuholen, d.h. wechseln sich damit ab, jeweils mehrere Hunde zusammen an einem bestimmten Tag zu bringen/holen.

*Lasst uns eigenes Hundefutter herstellen, das natürlich und artgerecht ist. Hunde sind Omnivoren d.h. Alllesfresser und brauchen nicht zwangsläufig Fleisch. Der älteste Hund im Guinessbuch der Rekorde ist ein Border-Collie, der vegetarisch (oder sogar vegan, erinnere mich nicht mehr an die Details?!) ernährt wurde und damit 30 Jahre alt wurde. Probiere aus, ob es deinem Hund mit rein veganem oder vegetarischem Futter rundum gut geht.

Wir kochen für unseren eigenen Hund (Schäfer, Labrador, Rottweiler-Mischling) Futter selbst. Das Rezept dafür aus rein biologischen Zutaten:

3 kg gekochte Kartoffeln, 3 kg gekochte Möhren, 1 kg gekochter Rohreis, 1 kg gekochtes Hackfleisch (von einem alten Pferd, das bei uns glücklich, so frei, artgerecht und selbstbestimmt gelebt hat, wie dies beim Menschen wohl nur möglich ist), ca. 100 ml Rapsöl, 500 g gekochte weisse, rote oder schwarze Bohnen, 250 g gekochte Kichererbsen, etwas Haferflocken. Wir verwenden das Wasser vom gekochten Gemüse auch. (Manchmal mischen wir dieser Rezeptur spontan auch kleine Mengen anderes Gemüse bei, das verwertet werden will, oder ein Stück hartgewordenes Brot etc.) Kartoffeln und Möhren mit dem Gemüsewasser zusammen nach dem Kochen mit einem Kartoffelstampfer kleinstampfen, alles gut auskühlen lassen. Alle Zutaten vermischen, in Portionsdosen je nach Tagesration abfüllen und einfrieren.

*Lasst eure Hunde auf Spaziergängen frei laufen, vertraut ihnen und euch selbst. Hunde brauchen freie, selbstbestimmte Bewegung. Dies darf aber so geschehen, dass Ihr dabei sicherstellt, dass eure Hunde nicht von Autos gefährdet werden können und niemanden jagen. Ihr dürft das Freilaufenlassen verantwortungsvoll gestalten, um niemandem zu schaden und auch der Angst vieler Menschen vor freilaufenden Hunden mit Respekt, Verständnis und Nachsicht zu begegnen. Seid Ihr selbst (noch) nicht der ruhige, sichere und selbstbewusste Alpha, der freies kontrolliertes Laufen eures Hundes auf Spaziergängen gewähren kann, so dürft Ihr entweder daran arbeiten oder Euch anderen Hundehaltern zu Spaziergängen anschliessen, die ihre Hunde bereits (”erfolgreich”, d.h. kontrolliert und verantwortungsbewusst) frei laufen lassen und auch Euren Hund auf den Spaziergängen mit unter ihre Leitung nehmen können. Ihr könnt diese anderen Hundehalter bitten, Euch zu zeigen, wie Ihr Euren eigenen Hund auch zu einem sicheren ”Freiläufer” erziehen könnt und wie Ihr vor allem zu einem selbstbewussten, sicheren, ruhigen Alpha für Euren Hund werdet, was die Grundlage von allem ist.

*Hunde brauchen einen selbstsicheren, verlässlichen, ruhigen und konsequenten menschlichen Leitwolf. Sie sind in diesem Bedürfnis nach einem guten Leitwolf wie auch sonst in allen ihren anderen Bedürfnissen genau wie wilde Wölfe. Ein Leitwolf in der Natur will immer nur das Beste für seine Rudelmitglieder und würde nie etwas tun oder von seinen Rudelmitgliedern fordern, was ihnen nicht gut tut oder ihnen schadet. Nur mit einem guten menschlichen Leitwolf kann es einem Hund in menschlicher Haltung rundum gut gehen, kann er glücklich, ausgeglichen und vor allem körperlich wie psychisch gesund sein.
Unsere oberste Aufgabe als Hundehalter ist es, unserem Hund ein guter menschlicher Leitwolf zu sein, an uns zu arbeiten, uns in unseren Führereigenschaften zu entwickeln. Unser Hund kann nur so glücklich, gesund und ausgeglichen sein, wie wir als Leitwolf gut für ihn sind.

Unser eigener 5,5 jähriger Hund läuft den ganzen Tag frei draussen auf unserem Hof (der an einem kleinen See im Wald liegt) herum und passt auf alles auf, was sich draussen bewegt und passiert. Er rührt sich niemals vom Hof weg. Ich bin so gut wie immer daheim, ansonsten sind meine alten Eltern immer auf dem Hof. Auch wenn wir Menschen ganz selten mal alle kürzere Zeit vom Hof weg sind, verlässt ”Basse” niemals unseren Hof.

Ich bin sein Alpha, er hat mich gewählt obwohl er der Hund meines Mannes sein sollte und mein Mann sein Leitwolf sein wollte. ”Basse” kam als 2jähriger aus der Stadt Stockholm zu uns, total lieb aber völlig ”durchgeknallt” vor lauter aufgestauter Überschussenergie, ohne jegliche Impulskontrolle, nicht mehr hantierbar für seine damalige Besitzerin, furchtbar anstrengend für sie auf allen stets angeleinten Spaziergängen, da er zog wie ein Verrückter. Tagsüber in seinem Käfig im Hundehort bellte er die ganze Zeit ununterbrochen.

”Basse” selbst wählt bei uns, wann und wie lange er draussen sein möchte, er darf in unserem Haus ein uns aus gehen wie er will. Spätestens bevor wir schlafen gehen holen wir ihn immer ins Haus, das will er aber auch selbst. Auf meinen täglichen Spaziergängen mit ihm läuft er immer frei. Er darf maximal 50 m vorlaufen, und ich halte ihn immer unter meinen Augen. Er darf einige Meter vom Wegesrand in den Wald gehen, aber nicht mehr, und immer so, dass ich ihn sehe. Nähert sich uns ein Auto, rufe ich ihn direkt zu mir und er muss sitzen, bis das Auto vorbeigefahren ist. Bemerken wir das Auto zu spät und er schafft es nicht mehr zu mir, lasse ich ihn auf Distanz am Wegesrand sitzen, wo er gerade ist, bis das Auto vorbeigefahren ist. Nähern sich uns fremde Menschen und Hunde oder solche, von denen ich weiss, dass sie ängstlich sind und keinen Kontakt mit Basse wünschen, leine ich Basse an, bis wir an ihnen vorbeigegangen sind. Er darf grundsätzlich keinen Fuss auf fremde Grundstücke setzen, nur dann, wenn ich weiss, dass er dort willkommen ist.
Basse darf kein wildes Tier und auch keine Katze auf unseren Spaziergängen jagen, ich stoppe ihn sofort, wenn er nur das leiseste Anzeichen zu Jagd zeigt. Wenn ich absolute Kontrolle über meinen Hund haben muss, dann habe ich sie in allen Situationen. Manchmal, indem ich lauter und bestimmter ein Kommando geben muss, manchmal auch, indem ich ihn in seiner überschäumenden Begeisterung festhalten muss. Aber ICH BIN IMMER DER LEITWOLF, in allen Situationen. Jedoch keiner, der Drill oder maschinenhaftes Verhalten fordert. Ich vertraue meinem Hund, darauf dass immer alles gut geht, lobe ihn für alles, was er gut macht, gebe ihm verantwortungsbewusst Freiheit.

Seit einigen Jahren biete ich wochentags einen Hundehort bei uns an, bei dem alle Hunde es wie oben für das Hundeparadies beschrieben bei uns haben können. Leider sind die Hundehalter hier in unserer Umgebung allesamt nicht offen für ein solches Modell. Viele Menschen lassen Ihre Hunde während ihrer Arbeitszeit lieber viele Stunden alleine in Wohnungen und Häusern (warten) oder bringen sie in klassische Hundehorte, wo die Hunde den ganzen Tag in Zwingern sitzen und dann mit mehreren zusammen angeleint spazieren geführt werden.

Basse hat aber trotzdem manche Tage oder auch wochenlang am Stück Gesellschaft von anderen Hunden bei uns, die ich aufnehme, wenn die Besitzer verreisen.

Ich wünsche mir für ihn, dass er jeden Tag hier mit mehreren anderen Hunden zusammen auf unserem Hof sein könnte und arbeite weiter daran, dies zu manifestieren :-).

Basse ist durch das Leben bei uns in der Natur auf dem Hof mit seiner Aufgabe als ”Wachhund”, durch die Freiheit die wir ihm geben, das Vertrauen das wir in ihn haben und durch mich als Leitwolf zu einem rundum glücklichen, ausgeglichenen und ”super funktionierenden” Hund geworden. Tiere sind immer die Spiegel der Menschen und menschlichen Alphas, bei denen sie leben. Sind wir ihnen gute menschliche Alphas, erfüllen wir die Bedürfnisse unserer Hunde, sind wir selbst ausgeglichen, glücklich und zufrieden und erfüllen unsere eigenen Bedürfnisse, so werden unsere Tiere auch so. 

PFERDE

Unsere domestizierten Pferde haben exakt die gleichen Bedürfnisse wie ihre wilden Verwandten und funktionieren und benehmen sich auch exakt gleich wie Wildpferde, wenn ihre Haltung beim Menschen dies erlaubt.
Pferde sind Bewegungstiere und müssen sich als solche Tag und Nacht frei bewegen können, immer auf der Suche nach Futter. Sie bewegen sich zur Futtersuche oder um Wasser zu trinken, selten einfach nur zum Vergnügen oder zum Spiel. Sie müssen Tag und Nacht freien Zugang zu Gras und ausserhalb der Weidezeit Heu haben, das ihnen beides unbegrenzt zur Verfügung steht. Sie sind hochsoziale Herdentiere und müssen als solche in einer Herde leben können. Sie fühlen sich nicht wohl, einsam und isoliert von anderen Pferden zu sein, auch wenn manche äusserlich vielleicht ruhig dabei wirken. Pferde sind hochsensible Tiere, noch dazu Flucht- und Beutetiere, und brauchen eine ruhige Umgebung.

*Lasst uns Pferde-Heime auf dem Land in der Natur erschaffen, die so sehr wie nur möglich der freien Wildnis nachempfunden sind. Pferde brauchen abwechslungsreiches natürliches Gelände, das aus natürlichen Wiesen mit Gras, Blumen und Kräutern besteht, aus Waldflächen, Bäumen und Büschen, Nassgebieten, Gräben, Bächen etc. Dieses Gelände muss so gross sein, dass mindestens 0,5-1 Hektar Weideland pro Pferd zur Verfügung steht. Das Gelände soll zusammenhängend sein wie in der freien Natur auch, nicht in unterschiedliche Bereiche abgetrennt, nicht in Sommer- und Winterweiden unterteilt. Bei ausreichend grossem Gelände bzw. genügend Weideland pro Pferd braucht es diese Abtrennung nicht. Pferde brauchen nicht nur eine gewisse Fläche pro Pferd, damit das Futter reicht, sondern auch, um sich psychisch wohl fühlen zu können. Je mehr Platz zur Verfügung steht, desto besser, es kann nie zu viel sein. Zu wenig Platz erzeugt Stress und Unausgeglichenheit für Pferde. Das gesamte Gelände in den Pferde-Heimen soll den Pferden ganzjährig zur Verfügung stehen. In der Zeit der Heufütterung ist es wichtig, das Heu an vielen verschiedenen Stellen im gesamten Gebiet auf kleineren Häufchen zu verteilen, am Besten an den am entferntesten und entgegengesetztesten Stellen des Geländes und so vielen verschiedenen Stellen wie nur möglich. So müssen die Pferde sich die ganze Zeit bewegen und ihr Futter auch immer wieder ”suchen”. Wird das Heu nur an einer festen Stelle verfüttert, bewegen sich die Pferde nicht oder nur sehr wenig, es gibt keinen Grund für sie, da ihr wichtigster Antrieb zur Bewegung immer die Nahrungsaufnahme und Futtersuche ist.

*Lasst unsere Pferde in Herden leben, die denen von Wildpferden entsprechen.
In freier Wildbahn besteht die kleinste ”Herde” aus zwei Pferden, einem Hengst und einer Stute. Eine Herde besteht immer aus Tieren beider Geschlechter und unterschiedlicher Alter. D.h. Unsere domestizierten Pferde sollten mindestens zu dritt leben und hierbei möglichst nach Alter und Geschlecht gemischt. In freier Wildbahn wählen Stuten selbst, in welcher Herde sie leben wollen bzw. ob sie sich von ihrer Ursprungsherde von fremden Hengsten wegrauben lassen. Unsere domestizierten Pferde sollten auch mit den Pferden zusammenleben dürfen, mit denen sie sich augenscheinlich sehr wohl fühlen und innige soziale Beziehungen haben.

*Lasst uns unsere Pferde so schonend, artgerecht und natürlich wie nur möglich bewegen, immer mit Mutter Natur als Vorbild
In freier Wildbahn legen Pferde viele Kilometer am Tag zurück, meist langsam mit gesenktem Kopf grasend, oft aber auch im Trab oder Galopp, auf der Flucht oder beim Wechsel zu anderen Weidegebieten. Der pferdische Rücken wurde nicht dafür geschaffen, einen Reiter zu tragen. Und das Pferd wurde dafür geschaffen, seine Körperhaltung bei der Vorwärtsbewegung selbst zu wählen, d.h. wie es seinen Hals halten will, wie es seine Beine setzen will. Es weiss selbst am Besten, welche Haltung jeweils gut für es ist, sein Instinkt sagt ihm dies. Ein wildes Pferd bewegt sich IMMER zusammen mit seiner Herde oder zumindest Teilen seiner Herde vorwärts, wenn ein Teil bereits losgezogen ist oder es noch Nachzügler gibt. Dies bedeutet für unsere domestizierten Pferde, dass sie niemals alleine geritten und bewegt werden wollen, sondern immer zusammen mit anderen Herdenmitgliedern.
Um unsere Pferde zu bewegen, können wir mit ihnen spazieren gehen, sie reiten, sie mit der Kutsche fahren, mit ihnen Rollschuh oder Fahrrad fahren, wir können sie als Handpferd an einer Leine zu einem gerittenen Pferd mit Reiter mitnehmen und wir können sie völlig frei und ohne Reiter mit anderen gerittenen Pferden mitlaufen lassen. Wichtig ist, dass unsere Pferde regelmässig die Möglichkeit haben, längere Strecken am Stück zu traben und galoppieren, in dem Tempo das sie selbst wählen. Unsere Pferde zeigen uns, wie viel und wie oft sie von uns bewegt werden wollen. Sie zeigen uns auch, von wem sie bewegt oder geritten werden wollen, wenn wir ihnen die freie Wahl lassen. Die beste, gesündeste und artgerechteste Bewegung für ein Pferd ist es, frei und ohne Reiter auf Spaziergängen und Ausritten laufen zu dürfen. d.h. auch ohne an einer Leine geführt zu werden. Ich empfehle, Pferde so wenig wie möglich zu reiten und so viel wie möglich frei mit anderen Pferden mitlaufen zu lassen. Wir dürfen ausprobieren, welche Pferde sich völlig freilaufend beim Spazierengehen und Reiten am Besten an den Rest der Herde halten und wie viele Pferde jeweils frei mitlaufen können. Dies ist von Herde zu Herde ganz individuell.
Alle Bewegung des domestizierten Pferdes in einem vom Menschen begrenzten eingezäunten Areal, alle Bewegung durch den Menschen kann jedoch NIEMALS bieten, was ein wildes Pferd an natürlicher, gesunder Bewegung bekommt, dessen dürfen wir uns immer bewusst sein.

*Lasst uns KOLLEKTIV in allen Ländern damit beginnen, Pferden Stalltüren und Weidezäune zu öffnen und ihnen damit die freie Wahl zu geben, ob sie bei uns Menschen bleiben und uns dienen wollen. Diese Erde braucht wieder wilde und freie Pferde in allen Ländern. Wir können nicht warten, bis Politiker entsprechende Gesetze schaffen oder bis irgendwelche Rewilding oder Naturschutz-Organisationen durch härteste und mühevollste Anstrengungen nur winzige Veränderungen erwirken. Wir selbst dürfen die Veränderung sein, die Auswilderung. Und auch hier sind wir stark zusammen, nicht als Einzelne. Wenn wir alle überall gemeinsam damit beginnen, wird die Freiheit für Pferde Wirklichkeit werden.

Ich habe mich mein gesamtes Leben mit Pferden und deren Wohlergehen und Gesundheit befasst, hatte viele Jahre in Deutschland 3 Pflegepferde, die ich täglich wie meine eigenen versorgt habe, habe viele Monate mit halbwild lebenden Pferden in Kanada gearbeitet und nicht zuletzt selbst 10 Jahre lang vier Pferde halbwild auf unserem Hof in Schweden gehalten. Wir haben unserer Pferde ganzjährig und barfuss auf einem grossen zusammenhängenden natürlichen Areal von ca. 8 ha gehalten, das aus natürlichen Weiden mit Kräutern und Wildblumen, Wald, Büschen, (Wasser) Gräben bestand. Unsere Pferde habe sich sommers wie winters den ganzen Tag im gesamten Gelände bewegt, mussten immmer wieder durch Waldabschnitte gehen oder über Gräben springen, um zu anderen Weiden zu gelangen. Sie hatten unbegrenzt Futter zur Verfügung, sowohl Gras als auch Heu. Das Heu habe ich in der gesamten Heusaison überall im Gelände täglich an immer wieder anderen Stellen auf viele kleine Haufen aufgeteilt. Zwei meiner Pferde haben in all den Jahren immer wieder und immer stärker gezeigt, dass sie selbst bestimmen wollten, wohin sie gehen. Sie sind immer wieder aus unserem Gelände herausgegangen bzw. ”ausgebrochen”, das wir nicht absolut ausbruchssicher machen konnten, in immer kürzeren Abständen, zum Schluss teilweise mehrmals täglich. Sie haben sich dabei immer in unmittelbarer Nähe des Hofes gehalten und sind auch immer von selbst nach kurzer Zeit zurückgekommen, wenn wir ihr Ausbrechen nicht entdeckt hatten. Aus gesundheitlichen Gründen habe ich den gesellschaftlichen Rekationen meiner Umgebung, den ständigen Anrufen und Sms unseren nächsten Nachbarn und dem Unvermögen der Behörden und meisten Menschen in Schweden, sich freilaufende Pferde vorzustellen, nicht standgehalten. Ich habe mir völlige Freiheit und Wahlfreiheit für meine Pferde gewünscht, sie haben es sich gewünscht und mir immer wieder gezeigt. Aber ich konnte es ihnen leider nicht geben, meine Kraft hat für weiteres Kämpfen nicht gereicht.

Alle meine Erfahrungen in der Haltung mit Pferden und meine Visionen habe ich in einem Buch niedergeschrieben, siehe Literaturempfehlung, und ebenso einige Jahre nach der Veröffentlichung meines Buches auf unserer Homepage, siehe Link, nachdem ich keine Pferde mehr hatte.

Meine Vision ist wie bereits erwähnt die völlige Freiheit für alle Pferde und alle Tiere, ein selbstbestimmtes Leben in der Natur und Wildnis, mit der Wahlmöglichkeit, mit und beim Menschen zu leben.

Mögen wir Menschen uns bewusst werden, dass auch Tiere als freie Wesen erschaffen wurden und das Recht auf ein freies, selbstbestimmtes Leben haben.

Namaste
Silke

Online-Quellen & weiterführende Links

https://www.vastanvindsgarden.com/deutsch-start/pferde-in-freiheit/

Literaturempfehlungen

"Ethische Pferdehaltung. Das Wesen Pferd und seine Bedürfnisse verstehen."

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Kommentare (1)

Ehemaliges Mitglied22.1.2025
Ergänzung zu meinem Rezept für selbstgemachtes Hundefutter: verwende das Öl, das sich für dich richtig anfühlt. Ich hatte im Rezept Rapsöl angegeben, das meine Familie bisher verwendet, aber wir werden uns gerade bewusst, dass Rapsöl aus verschiedenen Gründen nicht länger für uns geeignet ist. Alternativen, die uns momentan gesundheitlich und ökologisch unbedenklich erscheinen sind z.B. Olivenöl, Sesamöl, Camelinaöl.

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