Lena Neumeyergepostet am: 07. Juli 2026

DIY HAARSHAMPOO

Rezepte für natürliche Haarshampoos zum selber machen

Do it yourself

Bei der Wahl der Zutaten für Dein individuelles Shampoo sind den Möglichkeiten der Naturkosmetik keine Grenzen gesetzt und auch zu jedem Haartyp gibt es unterschiedliche Rezepte für natürliche und selbst gemachte Shampoos.

DAS GRUNDREZEPT

Als Basis für Dein selbst gemachtes Shampoo dient eine einfache Seifenlauge, die nur aus zwei Zutaten besteht:

Zutaten:

  • 15 Gramm Kernseife
  • 250 Milliliter Wasser

So geht’s:
  • Kernseife in feine Flocken reiben oder bereits fertige Seifenflocken verwenden.
  • Seifenflocken in eine Schüssel mit warmem Wasser füllen und mit dem Schneebesen verrühren, bis sich die Seifenrückstände vollkommen aufgelöst haben.
  • Shampoo-Basis nach Wunsch mit weiteren Zutaten individualisieren.

Tipp: Kernseife mit einem hohen Anteil pflanzlicher Öle wirkt besonders sanft auf die Haut.

Hier ein Überblick von ätherischen Ölen und deren Wirkungen:

Kräftigend und pflegend:

Zedernholz-,Kamillen-,Muskatellersalbei-,Rosenholz-,Rosmarin-,Salbei-,Sandelholz-,Wacholderholz-,Zitronen-, und Zypressenöl.

Gegen fettes Haar:

Bergamotte-,Zedernholz-,Lavendel-,Grapefruit-,Salbei-,Wacholderholz,-Zirbelkiefer-,Zitronen-,Zypressenöl.

Gegen trockenes Haar:

Geranium-,Honig-,Melissen-,Rosenholz-,Ylang-Ylangöl.

Gegen Spliss:

Geranium-,Jasmin-,Rosenholz,-Sandelholz-,Ylang-Ylangöl.

Gegen Schuppen:

Birkenteer-,Eukalyptus-,Rosmarin-,Sandelholz-,Wacholderholz-,und Zypressenöl.

Gegen Haarausfall:

Zedernholz-,Rosmarin-,Salbei-,Teebaum- und Wacholderholzöl

1) KRÄUTER-SHAMPOO (FÜR NORMALES HAAR)

Zutaten:

  • 150 Milliliter Seifenlauge (Rezept siehe oben)
  • 150 Milliliter Wasser
  • Aromatische Kräuter nach Wahl wie Minze, Rosmarin, Zitronenmelisse oder getrocknete Lavendelblüten
  • 10-15 Tropfen ätherisches Öl in den passenden Duftrichtungen

So geht’s:
  • Die Kräuter in einen Topf geben und mit kochendem Wasser übergießen.
  • Den Kräutersud rund drei Stunden ziehen lassen, anschließend durch ein Sieb abgießen und in einer Schüssel auffangen.
  • Die Seifenlauge hinzugeben und den Kräuter-Seifen-Mix gründlich verrühren.
  • Das ätherische Öl hinzufügen und das fertige Shampoo in eine verschließbare Flasche füllen.

Minze (mentha piperita)
Rosmarin
Zitronenmelisse
Lavendel



2) BRENNNESSEL-SHAMPOO (FÜR LEICHT FETTENDES HAAR UND SCHUPPIGE KOPFHAUT)

Zutaten:

  • 20 Gramm frische oder getrocknete Brennnesselblätter
  • 100 Milliliter Seifenlauge (Rezept siehe oben)
  • 100 Milliliter Wasser
  • Ca. 3 Tropfen Teebaum- oder Lavendelöl

So geht’s:
  • Brennnesselblätter kurz aufkochen und über Nacht im Wasserbad ziehen lassen.
  • Den Sud in eine Schüssel sieben und die Seifenlauge hinzufügen.
  • Das ätherische Öl hinzugeben, kräftig umrühren und das fertige Shampoo in eine verschließbare Flasche füllen.

3) GLANZSHAMPOO MIT KOKOS (FÜR FEINES HAAR)

Zutaten:

  • 100 Milliliter Kokosmilch
  • 100 Milliliter Seifenlauge (Rezept siehe oben)
  • Ca. 4 Tropfen ätherisches Öl, zum Beispiel Zitronen- oder Orangenöl für einen duftenden Frischekick

So geht’s:
  • Kokosmilch und Seifenlauge in eine Schale geben und gründlich verquirlen.
  • Das ätherische Öl hinzugeben und kräftig vermischen.
  • Das fertige Shampoo in eine verschließbare Flasche füllen.

Wenn ich ein Shampoo kaufe, dann am liebsten ein festes Shampoo - um Plastik zu sparen. Hier ein simples Grundrezept:

4) FESTES SHAMPOO

Zutaten:

  • 50 Gramm Sheabutter
  • 100 Gramm pflanzliches Tensid
  • 100 Gramm Speisestärke
  • Ätherisches Öl nach Wahl
  • Eine Form zum Aushärten des festen Shampoos

So geht’s:
  • Tensid und Stärke in einer Schüssel verquirlen.
  • Sheabutter wahlweise im Wasserbad oder in der Mikrowelle schmelzen.
  • Sämtliche Zutaten zu einer geschmeidigen Masse verarbeiten, kneten und ätherisches Öl hinzufügen.
  • Die Masse zum Aushärten in die Form füllen und mindestens einen Tag lang ruhen lassen.
  • Shampoostück entnehmen.

5) Kamille mit Seifenlauge zum Aufhellen der Haare

Kamille eignet sich besonders für blondes Haar, wirkt aufhellend und gegen leicht fettendes Haar. Außerdem wirkt Kamille mit ihren ätherischen Ölen entzündungshemmend auf der Kopfhaut.

Zutaten:

  • 125 ml Seifenlauge
  • 2 EL Kamillenblüten
  • 250 ml Wasser (alternativ: 250 ml Kamillentee)
  • 1 leeres Gefäß

Die Kamillenblüten werden mit 250 Milliliter kochendem Wasser oder Kamillentee übergossen. Dann zieht die Flüssigkeit ungefähr eine Stunde durch. Dann den Sud durch ein Sieb in eine Schale abgießen. Nun den Sud mit der bereitgestellten Seifenlauge mischen und in ein Gefäß füllen – fertig ist das natürliche Kamille-Shampoo.

6) Lavendel Shampoo

Ein wahrer Allrounder und für jeden Haartyp einsetzbar ist das Lavendel-Shampoo.

Zutaten:

  • 250 Milliliter Seifenlauge
  • 25 Gramm getrocknete Lavendelblüten
  • 25 Milliliter Lavendeltinktur
  • 3 Tropfen ätherisches Lavendelöl
  • 150 Milliliter Wasser

Übergieße die Lavendelblüten mit dem kochenden Wasser. Lasse alles drei Stunden lang ziehen. Dann gieße den Lavendelsud durch ein Sieb in eine Schüssel und gib die Lavendeltinktur und das ätherische Öl dazu. Nun vermische alles mit der Seifenlauge und fülle das Shampoo in ein sauberes verschließbares Gefäß.

Selbstgemachtes Shampoo im Kühlschrank lagern

Besonders wichtig: Lagere Dein selbst gemachtes Shampoo unbedingt im Kühlschrank. Durch die natürlichen Inhaltsstoffe ist die Seifenlauge längst nicht so lange haltbar wie die Industrie-Variante mit Konservierungsstoffen.
Für Dein Natur-Shampoo kannst Du generell von einer Haltbarkeit von ein bis zwei Wochen ausgehen.

Selbstgemachtes Shampoo im Kühlschrank lagern

Besonders wichtig: Lagere Dein selbst gemachtes Shampoo unbedingt im Kühlschrank. Durch die natürlichen Inhaltsstoffe ist die Seifenlauge längst nicht so lange haltbar wie die Industrie-Variante mit Konservierungsstoffen.
Für Dein Natur-Shampoo kannst Du generell von einer Haltbarkeit von ein bis zwei Wochen ausgehen.

Bonus: Leinsamen Haar Gel

Leinsamengel ist eine natürliche und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Haar-Styling-Produkten.
Leinsamen bereichern durch ihren Nährstoffreichtum nicht nur deinen Speiseplan, sondern eignen sich auch für ein pflegendes Haargel. Da die kleinen Samen reich an Schleimstoffen sind, quellen sie in Wasser schnell auf.
Das so entstehende Leinsamengel hat die Konsistenz eines herkömmlichen Haargels, bietet aber im Gegensatz zu konventionellen Haarprodukten viele Vorteile:

  • Leinsamengel ist frei von ökologisch und gesundheitlich bedenklichen Zusatzstoffen, wie sie Stiftung Warentest oft kritisiert. Synthetische Polymeren oder den Duftstoff Linalool gibt es hier nicht.
  • Leinsamengel ist günstig und schnell hergestellt.
  • Greifst du auf Leinsamen aus Deutschland zurück, hat das Leinsamengel zudem eine gute Öko-Bilanz.
Du kannst Leinsamengel für alle Haartypen benutzen. Da das Gel sehr feuchtigkeitsspendend und frei von Zusatzstoffen ist, eignet es sich auch für beanspruchtes und feines Haar. Das natürliche Gel hält zudem besonders lockige Haare in Form. So kannst Du es für leicht welliges Haar bis hin zur Pflege von krausen Locken verwenden.

Zutaten:

  • 30 g ganze Leinsamen
  • 250 ml Wasser
  • ein feines Küchensieb
  • optional weitere Zutaten, wie ätherisches Öl, Zitronensaft, Aloe Vera, Pflanzenöl, etc.

Anleitung:
  • Gib die Leinsamen und das Wasser in einen Kochtopf.
  • Koch die Mischung bei starker Hitze auf und dreh die Hitze anschließend wieder etwas herunter.
  • Lass das Gel unter Rühren für ca. vier Minuten köcheln.
  • Wenn die Mischung anfängt einzudicken, nimmst du sie vom Herd und gießt sie durch das Sieb in eine Schüssel. Drück die Samen am besten mit einem Löffel oder einer Gabel noch einmal gut aus, sodass möglichst viel Flüssigkeit in der Schüssel landet.
  • Das Gel sollte nun ungefähr die Konsistenz von Eiweiß haben. Füll es in ein Schraubglas und lass es vollständig abkühlen.
  • Im Kühlschrank hält sich das Leinsamengel ca. ein bis zwei Wochen. Du kannst das Gel aber auch in kleinen Portionen (zum Beispiel in einem Eiswürfelbehälter) einfrieren und dir dann immer nach Bedarf eine Portion auftauen.
  • Das Gel ist recht geruchsneutral. Für einen angenehmen Duft kannst du einige Tropfen ätherisches Öl hinzugeben. Weitere Zutaten, wie zum Beispiel Zitronensaft, Aloe-Vera-Gel oder ein paar Tropfen Pflanzenöl, können die Haare zusätzliche pflegen.

Tipp: Greif auf jeden Fall auf Leinsamen in Bio-Qualität zurück. Diese sind in der Regel frei von chemisch-synthetischen Pestiziden, die der Gesundheit und der Umwelt schaden können.

Das natürliche Haargel versorgt dein Haar dank der Samen mit jeder Menge Feuchtigkeit und macht dein Haar weich und griffig.
(Foto: Luise Rau / Utopia)
Nach der Haarwäsche kannst du das Leinsamengel im feuchten Haar verteilen. Wie viel du verwendest, hängt von der Struktur und Länge deiner Haare ab. Besonders am Anfang kann sich die Konsistenz des Leinsamengels noch etwas ungewohnt anfühlen. Deshalb kann es sein, dass du mit der Menge erst noch etwas experimentieren musst.

  • Knete das Gel gut in die Haare ein.
  • Anschließend kannst du deine Haare mit einer Bürste durchkämmen.
  • Lass deine Haare vollständig trocknen.
Wenn du recht viel Gel verwendet hast und dein Haar sehr lockig ist, kann sich das Gel beim Trocknen verhärten. Deine Haare werden dann etwas steif und sehen selbst im trockenen Zustand noch nass aus. Das ist aber kein Problem – im Gegenteil: Das Leinsamengel wirkt wie eine Kur und versorgt deine Haare mit einer Extra-Portion Feuchtigkeit.
Um den Wet-Hair-Look wieder loszuwerden, kannst du ein Haar- oder Pflanzenöl deiner Wahl benutzen. Gib davon ein bis zwei Tropfen auf die Fingerspitzen und knete damit das Gel sanft aus deinen Haaren, bis sie wieder weich und geschmeidig sind.

Online-Quellen & weiterführende Links

https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/shampoo-selber-machen--6-nachhaltige-rezepte-30977548.html https://www.tegut.com/marktplatz/beitrag/shampoo-selber-machen.html

Literaturempfehlungen

Aromatherapie für jeden Tag - Michael Kraus

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