Karin Neumeyergepostet am: 27. Jänner 2024

Imbolc / Brigid

Das Lichtfest am 2. Februar

Inspirierendes Wissen

"Laß' den Frühling rein in Deine Träume,
dann wachsen sie zu Taten."
 (Renate Wintergerst)
 

Hier für dich die wunderbare Beschreibung des Festes "Imbolc" oder "Brigid", die aus der Feder von Christian Zwenig stammt:

Am zweiten Vollmond nach Yule, der Wintersonnenwende, feierten die Kelten ein Fest namens Imbolc, das Fest der Frühlingsgöttin Brigid.

Im Christentum wird dieses Fest jedes Jahr aufgrund eines starren und fixen Kalendersystems zum gleichen Zeitpunkt als Maria Lichtmess am 2. Februar gefeiert.

Obgleich die Natur mancherorts noch in einer winterlicher Starre verharrt, werden die Tage schon merklich länger und wärmer. Unbemerkt steigt bereits der Saft wieder in die Stämme der Bäume. Die Sonne geht jeden Tag ein wenig früher auf und auch am Abend ist es länger hell.

In diesem immer stärker werdenden Licht erscheint die Große Göttin in ihrem weißen Aspekt als die schöne und jungfräuliche Brigid und löst damit den schwarzen Aspekt der Göttin ab, die in den Alpenländern als Percht über den Winter herrscht.

In der Natur manifestiert sich die altkeltische Frühlingsgöttin Brigid in der Birke, dem Baum, der im Frühling als erster Baum grünt.

In der altnordischen, germanischen Tradition wird die Birke mit der Göttin Freya assoziiert. Freya, die aus dem Göttergeschlecht der Wanen stammt, wird als die Göttin der Liebe, der Fruchtbarkeit, der Schönheit und der Ehe verehrt.

Mit Brigid steigen die Elementarwesen und Fruchtbarkeitsgeister aus der Erde und es erwachen die Tiere aus ihrem Winterschlaf, allen voran der Bär.

Der Legende nach steckt Meister Petz an diesem Tag noch recht schlaftrunken zum ersten Mal seine Nase aus der Höhle, um zu sehen, wie weit der Frühling schon ins Land gezogen ist. Der Bär ist kein anderer als der noch verhüllte, jugendliche Sonnengott, der zu Yule wiedergeboren wurde.

Jedes Jahreskreisfest hat seinen eigenen Geist und seine eigene Energie und läßt in uns ganz bestimmte Seelenanteile anklingen. Das Wichtigste ist, diese Anteile in uns anschwingen zu lassen, damit sie uns erreichen und berühren können. Dann kann Heilung stattfinden, Lösung und Erlösung.
Um das geht es eigentlich bei all diesen Festen im Jahreskreis und in allen großen Mythen... um die Erlösung.

Jedes dieser Jahreskreisfeste ist verbunden mit diesen Mythen, mit Helden, Göttinnen und Göttern. Und durch die Identifikation und Verschmelzung mit diesen Wesen entsteht Heilung, Erlösung und Transformation. Sie leben es uns vor. Sie leben in uns weiter.

Wichtig dabei ist, dass wir diese Feste in unser Leben holen und uns mit ihren Energien verbinden... und keine aufgesetzten Rituale daraus machen. Ganz einfach auf das achten, was wir spüren, erleben und wahrnehmen. Und wenn es ein heller Sonnenstrahl ist, der uns wärmtoder eine kleine Frühlingsblume, die unser Auge erfreut.

Imbolc ist ein Fest, an dem wir uns an das noch ganz Ungebrochene und Ungehobelte erinnern sollen, an das durch und durch Lebendige, die wilde Energie des Frühlings, die es schafft, alles wieder zum Leben zu erwecken.

Im Elementekreis der TCM wird dies durch das Holzelement repräsentiert. Die dazugehörigen Organe bzw. Meridiane sind die Leber und die Gallenblase.

Erinnere Dich zurück, wie es sich angefühlt hat, Kind oder Jugendliche(r) zu sein. Schau' Dir Kinder an, wie sie vor Lebendigkeit sprühen, lebendig bis zum Anschlag.
Das ist frei fließende Energie, das ist Heilung. Erinnere Dich an Deine Jugend, an die aufkeimende Erotik, wo das ganze Lebensgefühl noch durchdrungen von erotischen Gefühlen war, von Verliebtheiten und Verliebtsein.

Das alles gehört zu Imbolc und soll unsere Verkrustungen, Verhärtungen und Panzerungen aufsprengen wie ein stürmischer warmer Wind im Frühling, der das letzte Eis des Winters zum schmelzen bringt. Mach' Dir bewußt, wieviel Energie es braucht, Bäume im Frühling wieder zum sprießen zu bringen oder die Blumen durch die Schneedecke hindurchbrechen zu lassen. Soviel Lebenswillen... soviel Lust!

Viele kennen noch das alte Märchen Schneeweißchen und Rosenrot der Gebrüder Grimm.
Unter dem Pelz des Bären verborgen leuchtet Gold. Darunter steckt ein junger Prinz, der junge Sonnenkönig. Und die beiden Mädchen Schneeweißchen und Rosenrot verkörpern, wie ihr symbolträchtiger Name schon besagt, die junge Frühlingsgöttin Brigid, den weißen und roten Aspekt der Großen Göttin. Die alte Mutter, die dem Bären im Winter Zuflucht gewährt, ist niemand anderes als die alte Erdmutter, die Frau Holle oder auch Frau Percht, der schwarze Aspekt der Großen Göttin.

Wieder einmal sieht man, was für wunderbare Märchen wir haben, die auf versteckte Weise das alte Kulturgut unserer Ahnen und damit viel Wissen und Weisheit weitertragen.
☀️👩🌕

Du findest Christian Zwenig unter: https://linktr.ee/pranatouch

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