Niko Paech bezeichnet Suffizienz als Nichtkonsum,
als die gezielte und ersatzlose Unterlassung in drei Stufen:
1. Selbstbegrenzung
(Neuanschaffung nur als Ersatz für etwas Kaputtes / nicht mehr zu Reparierendes)
2. Reduktion
(z.B. Halbierung/Reduzierung des Fleischkonsums oder von Flugreisen)
3. vollständige Entsagung
(z.B. kein Fleisch, kein Auto, keine Flugreisen)
Ein Artikel von Niko Paech zum Thema:
Kreative Genügsamkeit als Überlebensstrategie (18. Mai 2021)
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"Wie wäre es, dies nicht zu tun? Warum jenes nicht unterlassen?"
Das war die Art des Denkens des japanischen Landwirts Masanobu Fukuoka (1913-2008). Buch: "Der große Weg hat kein Tor"
Er hat seine Äcker und Obstplantagen
1. nie gepflügt,
2. keinen chemischen Dünger verwendet,
3. Unkraut nicht mit Herbiziden und
4. Schädlinge nicht mit Pestiziden bekämpft.
Erntereste hat er wieder aufs Feld gegeben.
Das Resultat war ein überaus fruchtbarer Boden mit viel Humus und hervorragenden Ernten mit hohen Nährstoffgehalten und viel Geschmack.
Ganz nebenbei ergaben sich auch positive Effekte
für Klima, Artenvielfalt, Wasserqualität und Gesundheit.
Man könnte diese vier Prinzipien als
Suffizienz-Prinzipien der natürlichen Landwirtschaft bezeichnen.
Dieses Beispiel zeigt, dass Suffizienz kein Verzicht ist, sondern durch weniger Input (Arbeit, Chemie) quantitativ gleichwertige und qualitativ höhere Ergebnisse erreicht werden können.
Darum sollte sich jeder Bürger, Unternehmer und Politiker täglich fragen:"Wie wäre es, dies nicht zu tun? Warum jenes nicht unterlassen?"
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Suffizienz ist die Frage nach dem rechten Maß, was ist genug? Jeder Euro der ausgegeben wird, erzeugt mehr oder weniger Umweltschäden. Daher sollte man sich bei jeder Ausgabe fragen, brauche ich das wirklich? Brauche ich einen SUV oder reicht das Fahrrad, esse ich Fastfood bzw. Fertiggerichte oder koche ich selber, brauche ich eine Kaffee(pad)maschine oder reicht der Handfilter, benutze ich Kosmetika mit Mikroplastik oder verzichte ich darauf, Haarseife statt Schampon, selbstgemachten Toilettenreiniger aus abbaubaren Materialien statt der Chemiekeule, Stofftaschentücher statt Papiertaschentücher usw.
Suffizienz ist demnach die Änderung der Lebensweise hin zu einem
Ressourcen schonenden, Energie sparenden, Müll vermeidenden, Umwelt nicht belastenden, Klima schonenden, CO2 vermeidenden Lebensstil.
Dabei helfen die 5 R’s (oder 6 R’s) der Nachhaltigkeit:
Refuse (Ablehnen), Reduce (Reduzieren), Reuse (Wiederverwenden), Recycle (Wiederverwerten) und Repurpose (Umfunktionieren)
sowie laut manchen Aufzählungen Rot (Verrotten oder Kompostieren)
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Wir müssen aufpassen, dass durch technische Lösungsansätze nicht noch mehr Umweltschäden entstehen. Wenn beispielsweise alle 1,3 Mrd. Autos weltweit auf Elektro umgestellt werden, benötigt man dafür Unmengen an Strom, Wasser, Stahl, Lithium, Mangan, Kobald, Nickel, Graphit usw. und es werden für die Produktion weitere Treibhausgase freigesetzt. Elon Musk hat alle Bergbauunternehmen dazu aufgerufen, möglichst viel Nickel zu fördern. Was das für die Umwelt nicht nur in den Abbaugebieten bedeutet kann man sich vorstellen. Und damit zerstören wir unsere eigenen Lebensgrundlagen. Das ist vergleichbar mit einem Zug, der mit 200 km/h auf einen Abgrund zufährt und der Heizer noch ein paar Schaufeln Kohlen ins Feuer wirft.
Es reicht auch nicht, wenn wir die Geschwindigkeit drosseln.
Denn dann fährt er nur etwas später in den Abgrund.
Wir müssen ihn stoppen.
Und das geht nur mit Suffizienz.