Die wundervolle Welt des YOGA
Erfahre mehr über die Techniken und Hintergründe des modernen und traditionellen Yoga
Inspirierendes Wissen
Das Wort Yoga kommt aus dem indischen Sanskrit, es bedeutet Vereinigung oder Verbindung und wird oft mit Einheit oder Harmonie übersetzt. Yoga ist ein indisches Philosophiesystem und rund fünftausend Jahre alt.
Es gibt, besonders im Westen, viele verschiedene Traditionen und Richtungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Das gemeinsame Ziel verbindet alle Traditionen miteinander: die Selbstverwirklichung des Menschen. Heute liegt der Schwerpunkt für viele Yoga Übende auf der positiven Wirkung des Yoga auf die Gesundheit.
Die Sanskritwurzel yui (anschirren, anjochen) beschreibt die Bedeutung noch genauer.
Die Sprache des Yoga ist sehr symbolhaltig, der Ausdruck yui meint Pferde oder Ochsen, die man vor einen Pflug oder Wagen spannt. Die Pferde, in diesem Fall sind es fünf an der Zahl, stehen symbolhaft für die fünf Sinne des Menschen. Der Wagen steht für den Körper. Der Wagenlenker, welcher entscheidet, wohin die Reise geht, stellt den Geist des Menschen dar, seine Geistes- und Gedankenkraft.
Die fünf Sinne des Menschen ziehen dessen Aufmerksamkeit stets nach außen, so wie Pferde, die sich in verschiedene Richtungen bewegen. Der Körper folgt dem Gegenstand der Aufmerksamkeit. Der Geist als Wagenlenker allein ist in der Lage, die Sinne des Menschen wieder nach innen zu richten, seine Aufmerksamkeit und Gedanken zu fokussieren.
In den Yoga Sutras des Patanjali, einer der bedeutensten Yogaschriften, steht der Leitsatz: Yogas chitta vritti nirodhah = Yoga ist das zur Ruhe bringen der Gedanken im Geist
Wissenschaftliche Studien haben die harmonisierende Wirkung des Yoga nachgewiesen.
Die Praxis von Yoga
- dient Deiner Gesunderhaltung
- kann zu einem neuen Gefühl der Entspannung führen
- lindert körperliche Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen, Verspannungen aller Art und stärkt das Immunsystem
- verbessert die Konzentration und geistige Klarheit
- kann zu einer Harmonisierung deines Lebens beitragen
- weckt Deine Kreativität und Dein Energiepotenzial
- führt als erhabenstes Ziel zur Verwirklichung Deines wahren Selbst, auch als Eins-Sein mit dem Göttlichen oder Kosmisches Bewusstsein bezeichnet
- kann auch Fähigkeiten wie Intuition und Kreativität aktivieren, künstlerische Fähigkeiten zum Vorschein bringen und die persönliche Ausstrahlung erhöhen.
- ist die Vereinigung mit dem wahren Selbst, die Erkenntnis, dass wir eins sind mit Gott und dem Universum
- führt zur wahren Liebe, zum Gefühl der Einheit mit allem und zu Sat – Chid – Ananda: reinem Sein, vollkommenem Wissen und ungetrübter Glückseligkeit
Geschichte des Yoga
Der Ursprung des Yoga liegt im Dunklen. Nach klassischer indischer Ansicht wurde Yoga vor vielen Tausend Jahren den sogenannten Rishis (weise Seher) in tiefer Meditation enthüllt. Diese gaben die intuitive Weisheit weiter, die dann etwa um 3000 vor Chr. meist von Vyasa aufgezeichnet wurde.
Nach westlicher Orientalistik wanderten indogermanische Arier aus der südrussischen Steppe 1500-800 v. Chr. in Indien ein. Durch Vermischung ihrer Spiritualität mit der Spiritualität der schon dort ansässigen Kultur entstand das Yogasystem.
Yoga ist eines der sechs indischen Philosophiesysteme.
Die wichtigsten Yogaschriften bzw. indischen Schriften:
- Die Upanischaden (als Teil der Veden), die den Yoga des Wissens (Jnana Yoga) betreffen
- Die Yoga Sutras des Patanjali über den Yoga des Geistes und der Geisteskontrolle (Raja Yoga)
- Die Hatha Yoga Pradipika, welche Praktiken des Hatha Yoga und Kundalini Yoga beschreibt
- Die Bhagavad Gita, die alle Yogawege umfasst, besonders aber den Yoga der Tat (Karma Yoga) und den Yoga der Verehrung (Bhakti Yoga)
Ziel des Yoga
Die Praxis des Yoga kann dem Übenden zu Harmonisierung des Lebens, Erweckung schlafender Fähigkeiten und als erhabenstes Ziel, zur Verwirklichung des wahren Selbst, auch als Einssein mit dem Göttlichen oder Kosmischen Bewusstsein bezeichnet, verhelfen.
Wissenschaftliche Studien haben die harmonisierende Wirkung des Yoga nachgewiesen. Yogapraxis kann zu einem neuen Gefühl der Entspannung führen, zu Linderung von Kopfschmerzen und Rückenschmerzen, Verschwinden von Verspannungen aller Art, weiters zu mehr Energie, Stärkung des Immunsystems, Verbesserung der Konzentration und geistiger Klarheit führen.
Yogaübungen können auch Fähigkeiten wie Intuition und Kreativität aktivieren, künstlerische Fähigkeiten zum Vorschein bringen und die persönliche Ausstrahlung erhöhen.
Das höchste Ziel ist die Vereinigung mit dem wahren Selbst, die Erkenntnis, dass wir Eins sind mit Gott und dem Universum. Es führt zur wahren Liebe, zum Gefühl der Einheit mit allem und zu Sat – Chid – Ananda: reinem Sein, vollkommenem Wissen und ungetrübter Glückseligkeit.
Die Säulen des Hatha Yoga
Wenn im Westen von "Yoga" gesprochen wird, ist mit großer Wahrscheinlichkeit Hatha Yoga gemeint. Hatha Yoga ist der körperorientierte Teil des Yoga.
Das Wort Hatha setzt sich aus Ha, dem Wort für Sonne, und Tha, dem Wort für Mond zusammen. Es geht hier um die Harmonisierung der beiden Grundenergien im Körper, der aktivierenden, wärmenden Sonnenenergie und der beruhigenden, kühlenden Mondenergie. Hatha Yoga wird auch gern als Anstrengung übersetzt. Der Hatha Yoga Praktizierende übernimmt die Verantwortung für sich selbst und für seine Gesundheit.
Der Körper ist der Tempel der Seele. Dieser sollte gepflegt und geehrt werden. Der Mensch wird als Ganzes gesehen, Hatha Yoga richtet sich nebem dem physischen Körper auch an die Vitalenergiehülle und die geistig-emotionale Hülle.
Hatha Yoga kann dienen als Fitnesstraining, Krankheitsvorbeugung, Therapie und Heilmethode, Mittel zu Abbau und Vorbeugung von Stress, Mittel zur Erweckung parapsychologischer Fähigkeiten, spirituelle Disziplin.
Die Hatha Yoga Pradipika sieht Hatha Yoga als Mittel, um Raja Yoga (den Königsweg des Yoga) zu erreichen.
- Die Körperübungen (Asanas)
- Die Atemübungen (Pranayama)
- Entspannung (Shavasana)
- Meditation und positives Denken (Dhyana)
- Gesunde Ernährung (Mitahara)
Asana
Das Wort Asana bedeutet "Stellung", gemeint ist Köperstellung oder Körperübung.
Ursprünglich gab es nur eine eigentliche Asana, „die“ Asana – gemeint ist die meditative Sitzstellung oder der Lotussitz. Alle anderen Asanas sind nur Vorbereitung auf diese Stellung. Im Lotussitz bildet die Basis des Körpers ein Dreieck. Dies sorgt für einen stabilen Sitz und einen geschlossenen Energiekreis im Körper. In dieser Stellung kann man lange ruhig in der Meditation sitzen.
Asanas bilden die dritte Stufe der acht Stufen des Raja Yoga von Patanjali.
Für den Menschen im Westen bilden Asanas zumeist das zentrale Element ihrer Yogapraxis.
Der Sage nach gibt es so viele Asanas oder Stellungen, wie es Lebewesensformen in diesem Universum gibt: 8.400.000 Asanas. Die Asanas entsprechen den verschiedenen Sitzstellungen, die man bei den verschiedenen Lebensformen in der Schöpfung finden kann. Von diesen Asanas sind 84 die besten, die sogenannten Haupt-Asanas.
Für das Ausführen der Asanas gibt Patanjali in der Yoga Sutra 2,46 eine klare Definition: Sthiram sukham asanam = Die Stellung soll fest und bequem sein.
Das bedeutet, die Stellung soll still/bewegungslos gehalten werden, also „fest“ oder auch stabil. Nicht gemeint ist mit Festigkeit völlige Verspannung im Körper, denn es heißt auch „bequem“, also ohne Zwang und zuviel Mühe. Festigkeit und Leichtigkeit bilden einen Ausgleich zwischen männlichen, aktiven, festen Prinzip und weiblichen, entspannten, empfangenden Prinzip im Menschen.
Wirkungen der Asanas
Asanas haben neben der körperlichen Wirkung auch eine geistige und energetische Wirkung auf den menschlichen Organismus.
Körperlich werden die inneren Organe und Drüsen massiert und in ihrer Funktion angeregt, die Durchblutung des Körpers verbessert sich. Verdauung, Ausscheidung und Hormonsystem werden positiv beeinflusst. Durch die Vertiefung der Atmung wird das Blut mit Sauerstoff angereichert, die Selbstreinigung des Körpers angeregt und das Immunsystem gestärkt.
Der Körper wird gestärkt und gestrafft, der Übende entwickelt durch das erhöhte Energieniveau eine positivere und jugendlichere Ausstrahlung.
Asanas wirken auch auf den Energiekörper, die Chakren und Nadis. Die Chakren werden gereinigt und aufgeladen, die Nadis gereinigt und gestärkt. Durch das Lösen körperlicher, geistiger und energetischer Verspannungen kann die Energie im Körper wieder frei fließen.
Jede Asana hat für sich wieder eine eigene Wirkung auf Körper, Geist und Energiehaushalt.
Unterteilung der Asanas
- Umkehrstellungen
- Vorwärtsbeugene Asanas
- Rückwärtsbeugende Asanas
- Drehstellungen
- Seitwärtsbeugende Stellungen
- Gleichgewichtsstellungen
- Entspannungsstellungen
- Sitzstellungen
- sonstige Stellungen
Asanas in der Durchführung
Für die Ausführung der meisten Asanas gibt es diese fünf Phasen. Sie machen die Gesamtheit der Übung aus:
• Vorbereitung
• Einnehmen der Stellung
• Halten der Stellung
• Verlassen der Stellung
• Entspannen und Nachspüren
Achtsamkeitsebenen der Asanas
Der Fokus des Übenden kann individuell in verschiedenen Bereichen liegen:
- Die eigentliche Körperstellung, etwa bei Anfängern
- Die Entspannung, wenn die Asana korrekt gehalten werden kann
- Die Atmung, wenn die Asana korrekt und entspannt gehalten werden kann
- Konzentration, etwa auf ein Chakra oder ein Körperteil. Man kann auch Mantras oder Affirmationen einfließen lassen.
- Die Asana wird zur Meditation, bei fortgeschrittener Praxis.
Pranayama
Pranayama wird oft als Atemkontrolle bezeichnet, dies ist allerdings noch nicht die volle Bedeutung des Begriffes.
Das Wort "Prana" setzt sich zusammen aus den zwei Worten „prana“ (Lebensenergie) und „ayama“ (Erweiterung, Ausdehung). Pranayama ist daher nicht nur als Atemübung zu verstehen, sondern als Praxis, den Pranafluss in den Nadis (Energiekanälen) der Pranamaya Kosha zu beeinflussen. Pranayama bedeutet somit „Ausdehnung der Dimension von Prana“ und stellt Methoden, die Lebensenergie zu aktivieren, regulieren und ein höheres Energieniveau zu erlangen.
Die Atmung ist der vitalste Körperprozess. Sie beeinflusst die Aktivität der einzelnen Körperzellen und ist mit der Funktion von Gehirn und Herz verbunden. Durch die Atmung wird Sauerstoff und Glucose verbrannt, um Energie für die Muskelaktivität, die Hormonausschüttung und die mentalen Vorgänge zu erzeugen. Der Atem ist eng mit allen Vorgängen der menschlichen Erfahrung verbunden.
Die vier Aspekte von Pranayama
- Einatmung
- Ausatmung
- Anhalten des Atems nach dem Einatmen
- Anhalten des Atems nach dem Ausatmen
In den meisten Atemübungen wird durch die Nase geatmet, nur in einigen wenigen durch den Mund. Der Atem bildet die Brücke zwischen Körper und Geist. Fließt der Atem ruhig, sind auch Körper und Geist ruhig und entspannt
Die Yogis des Altertums fanden heraus, dass Tiere mit langsamen Atem, wie Schlagen, Elefanten und Schildkröten, ein langes Leben führen, während Tiere mit kurzem Atem, wie Vögel, Hasen, nur einige wenige Jahre leben. Sie leiteten einen Zusammenhang zwischen Atem und Lebensspanne ab. Ein langsamer Atemrhythmus erhält das Herz stark und gesund, erhöht die Aufnahme von Prana und führt zu einem längeren Leben.
Pranayama setzt die folgenden bewussten Veränderungen der Atmung ein:
- Verlängerung / Verlangsamung des Atems
- Beschleunigung des Atemrhythmus
- Phasen des Atemanhaltens
- Atmung durch ein einzelnes Nasenloch
Pranamaya Kosha, die Vitalenergiehülle, enthält die 5 Pranas Vayus, feinstoffliche Energieströme, die spezielle Aufgaben übernehmen: Udana, Prana, Samana, Apana und Vyana.
Prana Vayu befindet sich zwischen Kehlkopf und oberem Zwerchfell, seine Funktion ist die Atmung. Halten wir den Atem an, wird Prana Vayu „arbeitslos“, diese Energie kann in spirituelle Energie (Ojas) umgewandelt werden.
Entspannung
Gerade die Entspannung ist für den modernen Menschen in der heutigen, schnelllebigen Zeit besonders wichtig.
Durch die wiederholte oder permanente Einwirkung der Sinneseindrücke (Reklame, Licht, Geräusche, Bewegung) auf den Geist wird die Aufmerksamkeit nach außen gelenkt (vergleiche Pferde-Wagen Modell). In der westlichen Leistungsgesellschaft dominiert der männlich-aktive Aspekt, während die weiblich-ruhige Seite oft vernachlässigt wird. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht der Energien in Körper und Geist. Entspannung kann einen Ausgleich schaffen.
Nachdem etwa Asanas und Pranayama in der Hatha Yogastunde Energien aktiviert und zum Fließen brachten, können sie in der Tiefenentspannung harmonisirend auf allen Ebenen wirken - körperlich, mental und emotional.
Formen der Entspannung im Yoga
· Kurz-Entspannungstechniken
· Tiefenentspannungstechniken
· Autogenes Training
· Yoga Nidra
· Progressive Muskelentspannung
Meditation und positives Denken
Das Wort Meditation kommt vom lateinischen Wort „medias“ (Mitte) und/oder meditaio (tiefes geistiges Versenken; ruhiges, intensives Nachdenken).
Die heutige Definition von Meditation ist mit Worten kaum oder nicht beschreibbar. Meditation kann nur erfahren, nicht erklärt werden. Es wird beschrieben als ein Zustand jenseits des Denkens, Stille, ein Nicht-Identifizieren mit dem Verstand, den Gedanken, ein Zustand des Nicht-Tuns, Nicht-Wollens, Entspannung, ein Hineinfallen lassen in das innerste Sein, Gegenwart.
Meditation (Dyana) ist die 7. Stufe des Asthanga Yoga. Meditation ist NICHT Konzentration, diese bildet die Vorstufe zu Meditation. In Konzentration ist Dualität vorhanden, man konzentriert sich auf etwas. In der Meditation verschmilzt man mit dem Meditationsobjekt. Kann auch außerhalb der Meditation geschehen, z.B. im Alltag, als Flow-Erlebnis. Man fließt mit der Sache, man handelt nicht, es handelt durch einen hindurch, man denkt nicht mehr, macht nichts mehr bewusst, es geschieht einfach.
Das Ziel der Meditation ist, Glückseligkeit, inneren Frieden und die Einheit mit dem Ganzen zu erfahren, sei es Einheit mit Gott, dem Universum, der Erde oder allen Menschen oder Lebensformen. Kurz: den Zustand des Überbewusstseins erreichen
Bedeutung und Wirkungen der Meditation
Für den Alltag:
Meditation hilft, mit allen Alltagssituationen besser umzugehen, da sowohl Körper als auch Geist von der Meditation profitieren.
Für die Gesundheit:
- Abbau von Stress und Verspannungen
- Verringerte Stoffwechselaktivität
- Vegetatives Nervensystem entspannt sich
- Senkung des Blutdrucks
- Gesamter Körper (jede einzelne Zelle) lernt sich zu entspannen
- Meditation verlängert die Wachstumsphase des Körpers und verlangsamt den körperlichen Verfall
- Gesteigerte Konzentration und geistige Leistungsfähigkeit
- Geistige Klarheit bis ins hohe Alter
- Hilfe zur Überwindung von psychischen Störungen
- Das Leben kann nach längerer Praxis umgestellt werden, eingefahrene Verhaltens- und Denkmuster wandeln sich
- Innere Harmonie und ein sicheres in-sich-Ruhen entwickeln sich.
- Heilsamer Wandel des ganzen Lebens
- Menschen, die regelmäßig meditieren, entwickeln häufig eine anziehende, dynamische Persönlichkeit, eine kraftvolle Sprache, glänzende Augen, körperliche Gesundheit und strahlen Heiterkeit und grenzenlose Energie aus. Sie geben anderen Kraft und das Gefühl, in ihrer Anwesenheit „erhöht“ zu sein.
Gedankenkraft und positives Denken
Der menschliche Geist ist ohne Grenzen, der Gedanke steht am Anfang von allem.
Swami Sivananda: Der Gedanke ist eine starke, eine dynamische Kraft. Er entsteht durch Schwingungen des Prana auf der Geistsubstanz und ist eine Kraft wie Schwerkraft, Kohäsion oder Abstoßung.
Du bist umgeben von einem Ozean an Gedanken. Du nimmst bestimmte Gedanken auf und gibst andere in die Gedankenwelt ab. Die Gedankenwelt ist wirklicher als das physische Universum. Gedanken sind lebendige Dinge.
Der Gedanke ist feinstoffliche Materie. Der Gedanke ist genauso ein Ding wie ein Stein. Der Gedanke hat Form, Gestalt, Größe, Farbe, Eigenschaft, Kraft und Gewicht. Ein spiritueller Gedanke ist gelb, ein hasserfüllter Gedanke ist dunkelrot, ein selbstsüchtiger Gedanke ist braun, etc. Die Gedanken können nicht sterben. Die machtvollen Gedanken von großen Weisen und Rishis vergangener Zeiten sind noch immer vorhanden. Hellsichtige Yogis können diese wahrnehmen und lesen.
Ein guter Gedanke hat eine dreifach positive Wirkung. Zum einen für denjenigen, der ihn denkt, zum anderen für denjenigen, an den gedacht wird. Zum dritten nützt er der gesamten Menschheit durch die Verbesserung der geistigen Atmosphäre. Umgekehrt verhält es sich mit einem negativen Gedanken.
Zwei Aspekte von Raja Yoga:
- Gedankenkraft nutzen, um im täglichen Leben besser zurecht zu kommen
- Kontrolle des Geistes und Auflösen unserer Verhaftungen und Wünsche, um Selbstverwirklichung zu erreichen.
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- stets zufrieden und glücklich zu sein: Achtsamkeit im täglichen Leben, den gegenwärtigen Moment genießen, das Positive sehen, temporär statt endgültig zu denken, speziell statt allgemein zu denken
- zu wissen, was du willst: Brainstorming, Listen, Tabellen anlegen, visionieren
- zu bekommen, was du willst: mittels Autosuggestion und Visualisierung
- mit anderen Menschen gut zurechtzukommen
Gesunde Ernährung
Anforderungen an die yogische Ernährung:
- Gesunde Ernährung erhöht Energie und geistige Wachheit
- entspricht den Anforderungen der Yoga Schriften wie Bhagavad Gita, Hatha Yoga Pradipika
- entspricht den Prinzipien der Vollwertkost
- schmeckt ausgezeichnet
- ist einfach und unkompliziert zuzubereiten
Die yogische Ernährung wird in drei Kategorien eingeteilt: die 3 Gunas (Eigenschaften) in der Yoga Philosophie. Guna ist die Bezeichnung für die drei qualitativen Prinzipien der Ur-Substanz, der Eigenschaften bzw. Grundbestandteile der Natur. Die drei Gunas sind: Sattva (Reinheit und Licht), Rajas (Aktivität und Bewegung), Tamas (Trägheit und Dunkelheit).
Tamasige Nahrungsmittel
Was den Körper vergiftet, die Energien lahmlegt, das Bewusstsein grobstofflich und den Verstand träge macht.
„Was abgestanden, unschmackhaft, stinkend und schon verdorben ist, Überbleibsel und Unreines, das liebt das Volk der Finsternis.“ Bhagavad Gita, 17-10
Rajasige Nahrungsmittel
Was Körper, Geist und Emotionen unruhig macht, was Leidenschaften anregt und den Geist schwer kontrollierbar macht.
„Scharf, sauer, salzig, allzu heiß, streng, unmilde, brennender Art, das liebt der Leidenschaftliche, das schafft ihm Krankheit, Weh und Schmerz.“ Bhagavad Gita, 17-9
Sattwige Nahrungsmittel
Was dem Körper wertvolle Nährstoffe bringt, leicht verdaulich ist, neue Energie gibt und den Geist klar, subtil und friedvoll macht. Sattwige Nahrung lässt den Menschen all seine physischen, geistigen und spirituellen Fähigkeiten nutzen. Durch sattwige Ernährung wird der Geist rein und ruhig, der Körper beruhigt und ernährt. Sie fördert Heiterkeit, Gelassenheit, geistige Klarheit und hilft, den ganzen Tag über im Gleichgewicht zu bleiben.
„Was Leben, Sein, Gesundheit, Kraft, Glück und Freude vermehren kann, schmackhafte, milde, feste Speise, lieblich, ist den Guten lieb.“ Bhagavad Gita, 17-8
Warum vegetarische Nahrung?
Das Töten und Essen von Tieren steht mit dem ersten Yama, Ahimsa im Widerspruch. Aus der energetischen Sicht nimmt man die Todesangst des im Tötungsprozess befindlichen Tieres beim Verzehr des Fleisches in den eigenen Organismus auf. Weiterhin gibt es wirtschaftliche, gesundheitliche und ethische Gründe, sich vegetarisch zu ernähren.
Woraus besteht eine Yogaeinheit?
Eine klassische Yogaeinheit beginnt mit einer Einstimmung und einem Ankommen, entweder im Sitzen oder im Liegen. Es kann auch eine ausgedehnte Anfangsentspannung gemacht werden. Diese Zeit dient dir, zur Ruhe zu kommen und deinen Alltag hinter dir lassen, damit du im gegenwärtigen Augenblick ankommen kannst.
Darauf folgt eine Pranayama Praxis, dh. es werden sanfte Atemtechniken geübt. Hier geht es darum, deinen Atem bewusst wahrzunehmen und ihn auch zu beeinflussen und zu steuern. Der Atem ist die Verbindung zwischen Körper und Geist. Erst wenn der Atem beruhigst ist, kannst du innerlich zur Ruhe kommen.
In der Asana Praxis (Asana = Stellung/Haltung des Körpers) geht es darum, den Körper zu mobilisieren, zu dehnen und zu kräftigen, sowie energetische Energie Blockaden zu lösen. So kann das Prana, die Lebensenergie, in dir wieder frei(er) fließen. Bitte geh in alle Übungen und Positionen nur so weit hinein, wie es für dich und deinen Körper heute gut und angenehm ist. Acht und wahre die Grenzen deines Körpers und nimm Rücksicht auf deine Tagesverfassung. Nicht jeder Tag ist gleich und die Praxis fühlt sich nicht immer gleich an 😊
Nach der Asanapraxis kann eine Meditation erfolgen oder direkt in die Endentspannung übergegangen werden. In der Endentspannung spürst du allen Übungen, die du gemacht hast nach und lässt den Körper wieder ganz in der Bewegungslosigkeit ankommen.
Was brauchst du für die Yogapraxis
Suche dir gerne ein bequemes Plätzchen in deiner Wohnung oder deinem Haus oder gerne auch draussen in der Natur, wenn die Witterung passend ist. Am Besten hast du für deine Yogapraxis eine Matte, ein Sitzkissen, eine leichte Decke und trägst bequemes und leichtes Gewand. Wenn du Yogablöcke hast, kannst du sie gerne verwenden, dasselbe gilt für Augenkissen.
Was ist sonst noch zu beachten:
Achte darauf, dass du ungestört bist und diese Zeit ganz dir und deiner Yoga- und In dich hinein-Spür-Praxis gehört. Also, Handy aus! Alles andre was bimmelt oder piepst – auch aus!
Zwei Stunden vorher bitte nichts Schweres essen!
Vielleicht möchtest du vor deiner Yogapraxis duschen oder dich waschen und dir frische Kleidung anziehen
Genieße deine Yogapraxis mit vollen Zügen! Es geht nicht um schneller, höher, besser, weiter, mehr!, sondern darum, dass du dir bewusst eine Oase im Alltag schaffst, eine Kraftquelle, aus der du Freude und Energie schöpfst. Du und dein Körper – ihr seid beide wunderbar! Nimm dich selbst und alles in deinem Leben liebevoll an und danke dir und deinem Körper für alles, was ihr in diesem Leben schon gemeistert habt!
„YOGA ist der Zustand geistiger AUSGEGLICHENHEIT – bei Erfolg, wie Misserfolg“
(Sri Harilalji, Yogameister und Yogatherapeut in Kerala/Südindien).
Online-Quellen & weiterführende Links
https://www.yogaakademieaustria.com/bibliothek/yoga-b%C3%BCcher/ https://www.yogaakademieaustria.com/