Catharina Rolandgepostet am: 30. November 2024

Der Regenwurm

Wie der "König des Bodens" dabei hilft Humus aufzubauen und das Überleben der Menschheit zu sichern

Inspirierendes Wissen

Der Regenwurm (Lumbricus terrestris) ist ein faszinierendes Lebewesen und wird von vielen Bauern und Humusforschern als "König des Bodens" geehrt und geschätzt.
Für uns Menschen ist der Regenwurm überlebenswichtig. Warum ich das frech behaupte, kannst Du in folgender Lösung detailliert nachlesen.

Der Regenwurm ist ein Tausendsassa und erfüllt so viele wertvolle Funktionen in unserem Ökosystem:

🌿 Der Regenwurm als Bodeningenieur und Doyen gesunder Lebensmittel

Jede Zelle, jedes Organ unseres Körpers braucht gesunde und nährstoffreiche Lebensmittel und diese Lebensmittel kommen direkt aus dem Boden, genauer gesagt aus dem lebendigen Teil des Bodens, dem Humus. Als köstliche und nahrhafte "Zwischenstation" dient die Pflanze. Falls Du Tiere isst, dann haben diese Tiere zuvor ja auch Pflanzen gefressen oder Pflanzenfresser. Gesunde und nährstoffreiche Pflanzen brauchen wiederum einen gesunden und Nährstoff- und Humusreichen Boden, auf dem sie wachsen und aus dem sie ihre Nährstoffe ziehen können. Und genau diesen "Humus" - also den fruchtbaren Teil unserer Böden - baut der Regenwurm durch seinen Kot auf! Die Gesundheit eines Bodens wird übrigens auch an der Anzahl der dort lebenden Regenwürmer gemessen. Etwa 600 Regenwürmer arbeiten in einem Quadratmeter Boden, manche Studien sprechen sogar von 2000 der wertvollen Bodeningenieure und Humusfabrikanten. Im Wald wirken etwa 100 Regenwürmer und graben dort bis zu 3 Meter in die Tiefe. Pro Hektar bewegen Regenwürmer beim Umgraben der obersten 10 Zentimeter auf unseren gesunden Feldern etwa 1,5 Millionen Kilogramm Boden und erzeugen jährlich bis zu 80 Tonnen Krümel und Humus! Gleichzeitig kleiden sie ihre Gänge mit Kot und einem besonderen Schleim aus und stabilisieren so den Boden.

🌿 Der Regenwurm als Bodendurchlüfter

Die bis zu 3 Meter tiefen Regenwurmgänge, die der Regenwurm senkrecht in die Erde gräbt, lockern den Boden auf, durchmischen und durchlüften ihn. Diese Durchlüftung bringt Sauerstoff in den Boden und fördert so das Wachstum aerober Mikroorganismen im Boden, die wiederum für den Abbau von organischem Material und für die Fixierung von Pflanzen-nährendem Stickstoff im Boden verantwortlich sind. Auch die Pflanzenwurzeln haben mit diesen Röhren einen Highway in die tiefen Bodenregionen, wo sie nach wertvollen Mineralstoffen graben und diese hinaus in ihre Pflanze befördern können. Und von einigen dieser Pflanzen gelangen diese Mineralstoffe dann auch in unsere Menschenkörper und helfen ihm gesund zu bleiben.

🌿 Der Regenwurm für Hochwasser- und Dürre Prävention

Die Regenwurmlöcher sorgen dafür, dass der Boden bei Starkregenereignissen das Wasser wie ein Schwamm aufsaugen kann. In einem gesunden Boden leben im Durchschnitt 600 Regenwürmer und sie alle bohren eifrig solche Abflusslöcher. Es entsteht ein wahres Sieb, durch das Wasser in den Boden fliessen kann und Hochwasserkatastrophen vermieden werden können! Das wertvolle Wasser wird dabei also nicht in die Meere geschwemmt, sondern landet direkt in unserer Region im Humus und durch die tiefen Regenwurmgänge und den Unterboden im Grundwasser, wo es dann für trockenere Zeiten zur Verfügung steht.

🌿 Der Regenwurm für sauberes Trinkwasser

Der Regenwurm ist ein Bodenbaumeister und sorgt dabei für gesunden Humus. Bei Regen sickert das Wasser also durch gesunden Humus, wird dort gefiltert und energetisiert und steht auch uns Menschen dann als sauberes Trinkwasser zur Verfügung.

Der Regenwurm sorgt also für Gesundheit auf allen Ebenen.

Wir schauen uns jetzt die wundersamen Qualitäten des Regenwurms im Detail an:

Der Lebensraum des Regenwurms

Regenwürmer bevorzugen feuchte, humusreiche Böden, die reich an organischem Material sind. Sie meiden saure Böden, wie sie zum Beispiel in Nadelwäldern zu finden sind. Regenwürmer siedeln sich gerne in Wäldern an, in denen Hainbuchen, Kirschen, Ahorn, Apfelbäume oder andere Laubhölzer wie zum Beispiel Weiden, Erlen oder Pappeln oder Sorbusarten, wie zum Beispiel Elsbeeren, Vogelbeeren oder Mehlbeeren wachsen. Regenwürmer leben in selbst gegrabenen Gängen, die als natürliche Drainagesysteme wirken, indem sie Luft, Sauerstoff und Wasser in tiefere Bodenschichten leiten. Sie sind meist nachtaktiv und ziehen sich tagsüber in tiefere Erdschichten zurück, um sich vor Hitze und Fressfeinden zu schützen. Regenwürmer sind in nahezu jedem Garten und natürlichen Lebensraum auf der Erde zu finden.

Wir wollen uns jetzt die besondere Anatomie dieses Wunderwurms genauer betrachten und dabei fasziniert beobachten, wie genial sein Körper aufgebaut ist, um im Boden zu leben und dabei organische Substanzen in nährstoffreichen Humus zu verwandeln.
Dabei passiert übrigens etwas, das sich sogar die Wissenschaft bis jetzt nicht erklären kann - ein fast schon "alchemistischer Prozess":
Hinten kommt bei Regenwurm viel mehr heraus, als was er vorne gefressen hat:
Fünfmal mehr Stickstoff, siebenmal mehr Phosphor, und sogar elfmal mehr Kalium! Und all diese Stoffe sind Superdünger für die Pflanzen!



Äußere Struktur und Fortbewegung, Regenwurmröhren


Regenwürmer werden 12 bis 30 cm lang und wiegen 1-2 Gramm. Ein Regenwurm kann bis zu 50x seines Körpergewichtes heben und gilt damit als eines der stärksten Tiere der Erde.
Die äußere Erscheinung des Regenwurms ist charakterisiert durch eine langgestreckte, segmentierte Körperform. Der Körper des Wurms besteht aus bis zu 180 Segmenten, wobei jedes Segment über ganz spezifische Eigenschaften und Organe verfügt. Jedes Segment verfügt auch über vier Paare an Borsten, die nur ganz leicht aus der Haut herausragen und aus Chitin und Proteinen bestehen. Mit Hilfe dieser Borsten und seiner Ring- und Längsmuskulatur kann sich der Regenwurm vorwärts und rückwärts bewegen. Man nennt seine wellenförmige Art der Fortbewegung auch "Peristaltische Bewegung". Dabei werden seine Segmente mal dünner und länger oder ziehen sich zusammen und werden dicker und kürzer.
Bei ihren Wanderungen durch die Böden bilden Regenwürmer lange dünne Röhren. Bis zu 2 Meter, im Wald sogar 3 Meter in die Tiefe! Das fällt ihnen bei einem lockeren Boden ganz leicht. Ist der Boden allerdings fest, muss der Regenwurm sein Vorderende als Bohrinstrument benutzen. Um genügend Druck ausüben zu können, nutzt er den hydrostatischen Druck seiner Leibeshöhlenflüssigkeit. Diese Flüssigkeit, die in jedem Segment rechts und links in einem Hohlraum, dem Coelum, eingeschlossen ist, dient dem Regenwurm übrigens auch als "hydrostatisches Skelett".

Nach außen hin ist der gesamte Körper des Wurms und damit auch jedes seiner Segmente durch einen Hautmuskelschlauch abgegrenzt.
Die äußere Schicht des Regenwurms, die Kutikula, ist mit einer schleimigen Substanz überzogen, die eine Reihe wichtiger Funktionen erfüllt. Sie ermöglicht eine reibungslose Fortbewegung durch den Boden und schützt den Regenwurm vor Austrocknung.
Beim Durchbewegen durch die Röhren kleidet der Regenwurm diese mit dem Schleim und seinem Regenwurmkot aus. Mit dieser sogenannten "Tapete" stabilisiert er die Röhren, damit er schneller Auf- und Abklettern kann.
Was für ein Geschenk an die Pflanzen und an den Boden! Die Pflanzen nutzen den Kot und Schleim als Dünger und die Mikroorganismen als Nahrung. Die Tapete stabilisiert auch die Bodenstruktur mit.

In zu stark verdichtete Böden kann der Regenwurm allerdings keine Löcher mehr bohren und damit auch keinen lebenswichtigen Humus mehr aufbauen.
Diesen Böden fehlen dann auch die Regenwurmlöcher, in die der Regen in den Boden fliessen kann.
Aus diesem Grund sollte man das Befahren der Äcker und Wiesen mit schweren Landarbeitsmaschinen auf jeden Fall vermeiden. Denn ohne Regenwürmer und Regenwurmlöcher verarmt der Boden sehr rasch und durch das Fehlen der Wasserabflusslöcher kommt auch schneller zu Hochwasserkatastrophen.

An seinem Hinterende hat der Regenwurm übrigens eine spezielle "Wachstumszone", die neue Glieder produzieren kann. Bei Gefahr, also wenn der Regenwurmpopo zum Beispiel im Maul eines hungrigen Maulwurfes hängt, kann er Segmente abtrennen. Wenn ein Regenwurm versehentlich zerschnitten wurde, dann kann der vordere Teil des Regenwurmes, wenn er noch immer mindestens 40 Segmente hat, überleben, Denn in den vorderen Segmenten befindet sich lebenswichtige Organe, wie die Lateralherzen oder Gehirns, der Hoden und Eierstöcke. Jedes Segment kann nach der Teilung einen neuen After ausbilden. Sehr beeindruckend.
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Und nun kommen wir zu dem Prozess im Körper unseres Regenwurms, der auch für uns Menschen lebenswichtig ist -
der Verwandlung von organischem Material in Humus und Pflanzendünger:

Das Verdauungssystem - eine Humusbildungsmaschine

Vielleicht hast Du schon einmal beobachtet, wie Regenwürmer in der Nacht zum Beispiel Blütenblätter in ihre Regenwurmröhren ziehen. Oder Du hast am Morgen Strohhalme oder Blätter aufgefunden, die von Regenwürmern aufgesammelt und senkrecht in die Röhren gesteckt wurden? Regenwürmer ziehen frisches organisches Material in die Erde, um es dort verrotten zu lassen. Denn sie ernähren sich hauptsächlich von abgestorbenem Pflanzenmaterial, Laub und anderen organischen Substanzen. Auf ihren Wegen durch den Boden nehmen sie auch Erde mit zerfallenen organischen Bestandteilen, Bakterien, Pilzsporen und Einzeller auf, die sie teilweise selbst für den Aufbau ihres Körpers nutzen. Durch die Beschaffenheit der Erde, die der Regenwurm erzeugt, wenn er die mitgefressenen Bodenbestandteile wieder ausgeschieden hat, werden die für den Boden nützlichen Mikroorganismen gefördert und die bodenfeindlichen eingedämmt, zum Teil sogar vernichtet.

Um die Pflanzenteile, zum Beispiel Blätter, festhalten zu können, blähen sie ihr Vorderende auf und saugen ihren Mund an das Blatt an. Um ihren Mund haben sie eine muskulöse sogenannte Pharynx, mit der sie nun das angesaugte Blatt rückwärts kriechend in die Wohnröhre ziehen. Schon durch Sekrete aus den Pharynxdrüsen startet den Zersetzungsprozess. Durch die kontrahierenden Bewegungen des Körpers, die Aktivität der Zähne im Pharynx und durch kleine mit aufgenommene Sandkörnchen wird das Material nun mechanisch in kleinere Partikel zerlegt, wodurch die Oberfläche für die Zersetzung durch Mikroorganismen in der nächsten Phase vergrößert wird.

Im Magen des Regenwurms kommen nun Enzyme dazu, die die komplexen organischen Verbindungen in einfachere Moleküle zerlegen.
Durch den Darm nimmt der Regenwurm nun die Nährstoffe auf, die er selbst benötigt, wie Nitrate, Phosphate oder andere Mineralstoffe. Hier im Darm
erfolgt nun die weitere mikrobielle Zersetzung, bei der symbiotische Bakterien und Enzyme helfen. Diese Zersetzung wird durch die Muskulatur des Wurms unterstützt, die den Verdauungstrakt durchbewegt und die Zerkleinerung des Materials vorantreibt.

Rolle des Wurmkots in der Humusbildung

Nach der mechanischen und mikrobiellen Zersetzung wird das verdaute Material in der Form von Wurmkot/Wurmhumus wieder ausgeschieden. Dieser Kot enthält eine hohe Konzentration an stabilisierten organischen Verbindungen, die, wie Du schon gelesen hast, erstaunlich reich an Nährstoffen, wie Stickstoff, Phosphor und Kalium sind. Der Wurmkot wirkt als Dünger und fördert das Wachstum von Pflanzen, da er Nährstoffe in einer Form bereitstellt, die leicht von Pflanzenwurzeln aufgenommen werden können. Darüber hinaus verbessert der Wurmkot die physikalischen Eigenschaften des Bodens, indem er die Aggregatbildung fördert. Humuspartikel aus Wurmkot verfestigen sich und verbinden sich mit mineralischen Bodenbestandteilen, was die Bodenstruktur verbessert. Dies führt zu einer besseren Wasserhaltefähigkeit und Belüftung des Bodens, was wiederum das mikrobielle Leben und das Pflanzenwachstum fördert. Im Kot finden sich auch viele Mikrorganismen, die ihrerseites den Abbau von weiteren organischen Materialien unterstützen. Diese Bakterien, Pilze und andere Mikroben zersetzen das verbleibende Material weiter, wobei sie organische Substanzen in stabilere Humusbestandteile umwandeln. Der resultierende Humus ist ein langfristig stabiler Bestandteil des Bodens, der Nährstoffe speichert und gleichzeitig die biologische Aktivität im Boden unterstützt.

Er wird auch als Dauerhumus bezeichnet.

Was fressen Regenwürmer am liebsten?

Regenwürmer lieben organisches Material unterschiedlicher Natur: Abgefallene Blätter, verrottende Pflanzen, Grasschnitt, Gemüsereste. Wenn die Regenwürmer tote oder verwesende Blätter, Stängel, Wurzeln oder andere Pflanzenreste aufnehmen, tragen sie dazu bei, dass dere Abbau dieser organischen Stoffe beschleunigt wird und Nährstoffe, wie Stickstoff, Phosphor und Kalium schneller wieder an den Boden zurück kommen. Neben dem Pflanzenmaterial ernähren sich die Regenwürmer auch von Mikroorganismen und Pilzen im Boden, von Bakterien, Algen und Protozoen. Auch Tiermist, also zum Beispiel Pferdemist, Kuhmist oder kompostierte tiereische Abfälle liefern dem Regenwurm ein vielfältiges Spektrum an Nährstoffen und nützlichen Mikroorganismen. Auch verrottenden Bio-Mulch, wie Stroh, Heu, Holzspäne oder zerkleinerte Blätter fressen die Regenwürmer gerne und bauen die wervollen Inhaltsstoffe in den Boden ein.

Der Regenwurm als Schädlingsbekämpfer

Eine gute Botschaft an alle Apfelbauern: Regenwürmer ziehen das gefallene Laub der Apfelbäume in den Boden und fressen dabei gleichzeitig auch die Pilzsporen, zum Beispiel des Apfelschorfs, verdauen sie und machen sie so unschädlich.

Atmungssystem und Kreislaufsystem

Der Regenwurm atmet nicht über Lungen, sondern durch seine Haut. Die Haut muss dabei immer feucht bleiben, um den Gasaustausch zu ermöglichen: Sauerstoff diffundiert durch die feuchte Haut in den Wurm, und Kohlendioxid wird wieder abgegeben. Aus diesem Grund ist der Wurm besonders auf feuchte Umgebungen angewiesen, um effektiv atmen zu können. Regenwürmer können dadurch aber auch eine Zeit lang in sauerstoffreichem Wasser überleben.

Das Kreislaufsystem des Regenwurms ist geschlossen, was für Tiere dieser Größe ungewöhnlich ist. Es besteht aus einem dorsalen (oberseitigen) und einem ventralen (unterseitigen) Blutgefäß, die durch kontrahierende Bewegungen des Körpers das Blut durch das System pumpen. Das Blut transportiert Nährstoffe und Gase und versorgt die Zellen des Wurms mit Sauerstoff.

Fortpflanzung und Sexualität

Regenwürmer sind mit ein- bis zwei Jahren geschlechtsreif. Sie sind hermaphroditisch, das bedeutet, dass jedes Individuum sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane, also Hoden und Eierstöcke besitzt. Während der Paarung legen die Würmer ihre Körper aneinander und tauschen Spermien aus, die in den Samentaschen des Partners landen. Diese Spermien werden dann zur Befruchtung der eigenen Eizellen verwendet. Danach bilden Sekrete des Regenwurms ein Kokon, der im Inneren aus Eiweiß besteht. Dort werden die befruchteten Eier abgelegt. Die Regenwurm-Embyos ernähren sich von dem Eiweiß und verwandeln sich dann in einer Metamorphose in durchsichtige Würmer.

Es gibt also keine Brutpflege im klassischen Sinne – die jungen Würmer entwickeln sich eigenständig und suchen sich ihre Nahrung selbst.
Die Entwicklungsdauer der Jungwürmer kann je nach Art und Umgebungstemperatur sehr verschieden sein. So schlüpft der Kompostwurm (Eisenia fetida) in seiner relativ warmen Umgebung bereits nach 16 bis 20 Tagen, dagegen benötigt unser Regenwurm (Lumbricus terrestris) bei einer mittleren Bodentemperatur von etwa 12 °C bis zu 135 Tage.

Die kleinen Regenwürmer ernähren sich von organischem Material und helfen von Anfang an bei der Zersetzung von organischem Material und dem Humusaufbau.

Finde HIER eine Studie von GLOBAL2000, die zeigt, dass Glyphosat eine massiv negative Auswirkung auf die Fortpflanzung der Regenwürmer hat.

Die idealen Temperaturen für Regen- und Kompostwürmer

Die idealen Arbeitstemperaturen für Regenwürmer liegen bei 10 bis 14°. Kompostwürmer mögen es naturgemäß wärmer: 20 - 25°. Beide brauchen feuchte Erde. Das ist gut zu wissen, wenn Du zum Beispiel einen Kompost anlegst! In Mitteleuropa verbringen die Regenwürmer von Dezember bis Februar in 40 bis 80 cm Bodentiefe in einer Art Kältestarre. Oft treffen sich ganze Kolonien an Regenwürmern unter wärmespeichernden Bodenstrukturen, wie Baumstümpfen, Steinen oder Komposthaufen. Im Winter besteht bei gefrorenen Böden oder Schneedecke die Gefahr, dass die Regenwürmer austrocknen, da kein Wasser in den Boden eindringt. manche Wurmarten können in der Winterruhe bis zu 80% ihres Gewichtes einbüßen und überleben dies. In sehr milden Gegenden begeht der Regenwurm Lumbricus terrestris keine wirkliche Winterruhe. In feuchten frostfreien Nächten ist er an der Bodenoberfläche zu sehen, wo er Nahrung aufnimmt.

Der Regenwurm bei Regen

Wie Du wahrscheinlich schon beobachtet hast, verlassen Regenwürmer bei Regen ihre Wohnröhren und sind dann an der Bodenoberfläche zu finden. Es gibt unterschiedliche Theorien, warum sie dies tun. Manche Forscher meinen, dass sie in ihren Gängen im Erdboden ersticken würden, weil der im Wasser gelöste Sauerstoff nicht ausreicht, um ihn über die Hautatmung versorgen zu können. Andere haben festgestellt, dass Regenwürmer, die in Wasser festgehalten wurden auf einen glykolytischen Stoffwechsel umstellen, also ohne Sauerstoffverbrauch, dafür mit Milchsäuregärung. Andere Forscher wiederum stellten fest, dass sich in oft überschwemmten Aubereichen sogar besonders viele Würmer ansiedeln. Eine weitere Studie legt nahe, dass Regenwürmer aus Angst vor Maulwürfen an die Oberfläche kriechen, da fallende Regentropfen ähnliche Frequenzen erzeugen, wie grabende Maulwürfe. .

Arten von Regenwürmern

Laut Wikipedia waren mit Stand 2008 weltweit etwa 670 verschiedene Arten von Regenwürmern der Familie Lumbricidae bekannt, die sich in Größe, Farbe und Lebensweise unterscheiden. In der Schweiz und in Deutschland leben derzeit 46 Arten, in Österreich 62 Arten. Regenwürmer sind in verschiedene ökologische Gruppen unterteilt, je nachdem, wo sie im Boden leben und welche Funktionen sie im Ökosystem erfüllen. Diese Gruppen sind:

1. Epigäische Regenwürmer (Streubewohner)
Diese Arten leben an der Bodenoberfläche, vor allem in der Laub- und Humusschicht. Sie sind meist klein und dunkel gefärbt und zersetzen organisches Material, das auf dem Boden liegt, wie Laub und Pflanzenreste.

2. Endogäische Regenwürmer (Bodenbewohner)
Diese Würmer leben in den oberen Bodenschichten und graben horizontale Gänge. Sie ernähren sich hauptsächlich von Erde und den darin enthaltenen organischen Stoffen. Diese Arten sind oft blass gefärbt, da sie weniger dem Sonnenlicht ausgesetzt sind.

3. Anektische Regenwürmer (Tiefenbewohner)

Anektische Arten sind die größten Regenwürmer und graben tiefe, vertikale Gänge, die sie immer wieder nutzen. Sie ziehen organisches Material in diese tiefen Gänge und fördern die Durchmischung des Bodens. Ein bekanntes Beispiel ist der Tauwurm (Lumbricus terrestris).

4. Der Grüne Regenwurm (Allolobophora chlorotica)
Der sogenannte Grüne Regenwurm (Allolobophora chlorotica) ist eine der wenigen Regenwurmarten mit einer auffällig grünen bis gelblichen Färbung. Diese Färbung kann variieren und ist möglicherweise eine Anpassung an seinen Lebensraum, da er häufig in feuchten, sauren Böden vorkommt.
Der Grüne Regenwurm ist ein endogäischer Wurm, der hauptsächlich in den oberen Bodenschichten lebt und sich dort von Erde und organischen Materialien ernährt. Durch seine grabende Tätigkeit trägt auch er zur Bodenbelüftung und -durchmischung bei, was den Nährstoffgehalt und die Struktur des Bodens verbessert.

Lebensdauer

Ein Regenwurm kann je nach Art und Umweltbedingungen zwischen 4 und 8 Jahre leben. In geschützten und nährstoffreichen Umgebungen auch länger.

Fressfeinde des Regenwurms

Der Regenwurm hat in der Natur eine Vielzahl von Fressfeinden, die ihn als wichtige Nahrungsquelle nutzen: Vögel, besonders Amseln, Drosseln und Stare sind dafür bekannt, Regenwürmer zu fressen. Sie picken die Würmer oft direkt von der Bodenoberfläche oder ziehen sie aus der Erde. Von den Säugetieren sind besonders der Igel und Maulwürfe große Fans von Regenwürmern. Maulwürfe graben im Boden und suchen gezielt nach Regenwürmern und anderen Bodentieren, um sich zu ernähren. Auch bei Spitzmäusen und manchmal auch Feldmäusen steht der Regenwurm auf dem Speiseplan. Amphibien und Reptilien, wie Frösche, Kröten und Molche fressen Regenwürmer, insbesondere wenn sie bei feuchtem Wetter auf der Erdoberfläche zu finden sind. Eidechsen und manche Schlangenarten, die sich in feuchten Böden aufhalten, können ebenfalls Regenwürmer fressen. Einige Käferarten, insbesondere Laufkäfer, sind aktive Jäger von Regenwürmern. Sie verfolgen die Regenwürmer im Boden und greifen sie an. Auch bestimmte Ameisenarten können Regenwürmer attackieren, besonders wenn diese verletzt oder geschwächt sind. Viele Fischarten wie Forellen und Barsche fressen Regenwürmer, wenn sie ins Wasser gelangen. Aus diesem Grund sind Regenwürmer auch ein beliebter Köder beim Angeln.

Noch viel mehr Details zur Anatomie und Lebensweise der vielen Regenwurmarten findest Du auf WIKIPEDIA oder In einem PDF auf der Seite WURMWELTEN. auf der Seite von Wurzelwerk oder auf Utopia.

Wie viele Regenwürmer sind im Boden? Die Senf-Methode

Früher nutzte man das giftige und hoch umweltschädigende Formaldehyd, um Regenwürmer aus ihren Löchern zu treiben. Heute verwendet man Senfmehl oder Fertigsenf: 60g Senfmehl wir in einen halben Liter Wasser gegeben und gut durchgemischt. Nach einer halben Stunde wird diese Suspension in 9,5 Liter Wasser gegeben und auf den Boden gesprüht. Die Regenwürmer mögen diesen Geruch nicht und verlassen fluchtartig ihre Wohnhöhlen und kommen an die Oberfläche und können dort gezählt werden. Die Methode gilt als unschädlich.
Seit ich mir bewusst bin, was für ein wundervolles Wesen der Regenwurm ist
und welch wichtige Arbeit er für die Gesundheit allen Lebens leistet,
ehre und schätze ich dieses Wesen noch mehr.
Und vielleicht wirst auch Du bei einem nächsten Spaziergang,
wenn Du einen Regenwurm auf einem versiegelten Boden siehst,
hinlaufen, ihn achtsam hochnehmen und achtsam auf einen Erd-Boden bringen.

So kannst Du in Deinem Garten oder Deinen Feldern den Regenwurm fördern

Verwandle Deinen Boden in ein Regenwurm-Paradies!

Vermeide jede Form von Chemie.

Verzichte aufs Umgraben, denn dadurch zerstörst Du die mühsam gegrabenen Gänge, zerhackst die Regenwürmer und zerstörst ihren Wohnraum: das ganze fragile Bodenökosystem mit seinen vielfältigen Symbiosen und Mykorrhizzen.

Füttere die Regenwürmer:

Lasse dafür Pflanzenreste auf den Beeten oder Äckern liegen. Oder mulche mit Stroh, Grasschnitt oder anderen Pflanzen. Durch den Mulch haben die Regenwürmer ihren Essensvorrat immer direkt über ihrem Kopf. Im Winter hat der Mulch gleich auch eine isolierende, wärmende Wirkung auf den Boden und hält ihn muckelig warm.

Kaufe so soft wie möglich Deine Lebensmittel direkt bei Bauern, die das Bodenleben födern und Humus aufbauen.

Übrigens ist wird jedes Jahr am 15. Februar
der TAG DES REGENWURMS gefeiert. Feiern wir mit!

Zum krönenden Abschluss: Fräulein Brehm präsentiert den Regenwurm

Vor ein paar Jahren an einem lauen Sommerabend im Waldviertel hatte ich mit ein paar Freunden die große Freude das "Fräulein Brehm" kennen zu lernen. Barbara Geiger alias "Fräulein Brehm" versteht es auf sehr lebendige und anschauliche und humorvolle Weise wertvolles Wissen und wissenschaftliche Erkenntnisse über TIERE zu vermitteln. An diesem Abend sprach sie über LUMBRICUS TERRESTRIS - DEN REGENWURM. Sehr beeindruckend und unerwartet köstlich - jedenfalls für Bodenfreunde - war die abschliessende Verkostung der Regenwurmlosung. Würzig und sehr erdig im Abgang. Mehr zu FRÄULEIN BREHM´S TIERLEBEN ist HIER zu finden.

Gleich kannst Du einen Ausschnitt aus Fräulein Bremh´s Programm zu LUMBRICUS TERRESTRIS anschauen. Danach findest Du noch ein PDF, in dem Dir Tatjana Wissenswertes zum Regenwurm zusammengestellt hat.
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